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10.01.2002

13:43 Uhr

T-Aktie unter Druck

Dax verliert über 100 Punkte

Der Deutsche Aktienindex hat am Nachmittag seine Verluste ausgeweitet. Fundamentale Gründe für die sehr schwache Entwicklung seien nicht auszumachen, sagte ein Händler.

Reuters FRANKFURT. Vor dem Hintergrund einer anhaltend schlechten Stimmung im Telekommunikationssektor haben die Aktien der Deutschen Telekom am Donnerstag ihre schwache Tendenz vom Vortag mit Kursverlusten von mehr als vier Prozent fortgesetzt. Die Titel büßten bis zum frühen Nachmittag 3,6 Prozent auf 18,50 Euro ein und weiteten damit ihren Wochenverlust auf rund sieben Prozent aus. Der Dax notierte 1,3 Prozent schwächer und der Dow-Jones-Stoxx-Index für den europäischen Telekomsektor gab 2,2 Prozent nach. Marktteilnehmer führten die schlechte Stimmung, die sich durch die gesamte Branche in Europa und den USA zog, auf ein geringer als erwartetes Wachstum in Amerika zurück.

"Es ist die derzeitige Situation in den USA, wo das Geschäft langsamer als erwartet zu wachsen scheint", sagte Matthias Jörss, Aktienstratege bei Sal. Oppenheim. "Das belastet die Mobilfunkunternehmen und strahlt auch auf die Deutsche Telekom ab."

Auch werde die T-Aktie weiterhin von Sorgen über Verkäufe ehemaliger VoiceStream-Aktionäre belastet. Erst im Dezember war eine zweite Haltefrist für die früheren Anteilseigner des US-Unternehmens abgelaufen. "Die Sorgen haben die Telekom-Aktien eine ganze Zeit lang belastet und das ist wahrscheinlich jetzt noch der Fall", sagte Aktienstratege Jörss.

Negativ auf den Kurs wirkte sich Händlern zufolge auch eine Ankündigung des US-Medienkonzerns Liberty Media aus. Danach ist das Unternehmen nicht bereit, die Zustimmung der deutschen Kartellbehörden zum geplanten Kauf von TV-Kabelnetzen der Telekom dadurch zu sichern, dass riskante Großinvestitionen in den Ausbau der Netze zur Übertragung von Sprachtelefonie getätigt werden.

Andere Marktteilnehmer verwiesen auf Spekulationen über die Höhe der Verluste beim Bonner Konzern, die bereits am Mittwoch die Aktien unter Druck gesetzt hatten. Das Magazin "Capital" hatte vorab berichtet, der Konzern werde 2002 einen Fehlbetrag von rund sieben Milliarden Euro verbuchen und in den Jahren 2003 und 2004 Verluste von fünf beziehungsweise drei Milliarden Euro ausweisen.

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