Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.02.2002

20:31 Uhr

T-Aktie unter Druck

Nortel und US-Börsen belasten Dax

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Verlust von 1,12 Prozent auf 4 884 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Nachmittag im Sog nachgebender Kurse an den Börsen in den USA auf bis zu 4 858 Zähler gefallen war.

Quelle: Handelsblatt

Reuters FRANKFURT. Pessimistische Aussagen des Netzwerkausrüsters Nortel über die weitere Geschäftsentwicklung und ein schwacher Verlauf der US-Börsen haben nach Händlerangaben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag deutlich belastet.

Nortel als einer der weltweit größten Telekom-Ausrüster hatte angesichts der weiter bestehenden Nachfrageschwäche sein Umsatzziel für das laufende Quartal als "anspruchsvoll" bezeichnet. Deutlich unter Druck gerieten danach zeitweilig die Aktien der Siemens-Beteiligung Epcos . Belastet wurde der Dax auch durch Verluste beim Schwergewicht Deutsche Telekom. Zudem sei die Stimmung durch die Insolvenz des am neuen Markt notierten Datennetzbetreibers Carrier 1 eingetrübt gewesen, sagten Börsianer. Insgesamt sei das Geschäft angesichts des närrischen Treibens in Deutschland jedoch ruhig verlaufen.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem Verlust von 1,12 Prozent auf 4 884 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Nachmittag im Sog nachgebender Kurse an den Börsen in den USA auf bis zu 4 858 Zähler gefallen war. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 schloss 1,4 Prozent schwächer bei 1 071 Punkten. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 0,4 Prozent bei 4 345 Stellen im Minus.

Nortel-Firmenchef Frank Dunn hatte am frühen Nachmittag (MEZ) das bisherige Umsatzziel für das laufende Quartal als anspruchsvoll bezeichnet. Die Prognose eines zehnprozentigen Umsatzrückgangs im ersten Vierteljahr sei schwer zu treffen, aber ab dem zweiten Quartal werde das Geschäft schrittweise wieder wachsen, sagte Dunn. In den vergangenen 25 Tagen hätten sich Kunden mit Aufträgen noch stärker zurückgehalten als ursprünglich angenommen. Von diesen Äußerungen zeigten sich die Aktien des passiven Bauelementeherstellers Epcos belastet, die um 2,8 Prozent auf 43,66 Euro fielen.

Die T-Aktie verlor bis Handelsschluss 1,44 Prozent auf 15,74 Euro, nachdem sie zunächst ihren Aufschwung vom Montag fortgesetzt und bis zu 1,69 Prozent zugelegt hatte. Die am Frankfurter Neuen Markt gelisteten Titel von Carrier 1 brachen derweil um mehr als 50 Prozent auf 20 Cent ein, nachdem das Unternehmen am Vormittag die Beantragung der Insolvenz bekannt gebeben hatte. Die Branchenindizes für den Telekom-Sektor im Dax und Dow Jones EuroStoxx gaben um 1,6 beziehungsweise 2,5 Prozent nach.

Auf der Verliererseite standen ebenfalls Eon , deren Aktien sich um 1,5 Prozent auf 57,16 Euro verbilligten. Händler sagten, Spekulationen um einen Verkauf eines Eon-Aktienpaketes durch die Allianz belasteten die Titel. Am Montag war aus Marktkreisen bekannt geworden, die Allianz könnte einen Teil ihrer 10,6-prozentigen Beteiligung an Eon innerhalb der kommenden sechs Monate an der Börse platzieren, um dem Energiekonzern die Übernahme des Konkurrenten Powergen und deren US-Töchter zu ermöglichen. Allianz verloren 1,8 Prozent auf 252,75 Euro, was Marktteilnehmer vor allem auf Gewinnmitnahmen nach den deutlichen Zuwächsen in der jüngsten Zeit zurückführten. Die Titel hatten nach einem optimistischen Geschäftsausblick des Konzerns in der vergangenen Woche zeitweise zehn Prozent an Wert gewonnen.

Hypovereinsbank wurden Händlern zufolge von der geplanten Übernahme des KirchMedia-Anteils am Axel-Springer-Verlag für 1 Milliarde Euro unter Druck gesetzt. Die Bank ist einer der Hauptgläubiger der hoch verschuldeten Kirch-Gruppe. Die Hypo-Aktien verloren rund ein Prozent auf 33,72 Euro. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Papiere der von Kirch kontrollierten TV-Senderkette ProSiebenSat.1 gaben knapp neun Prozent auf 6,10 Euro ab.

Zu den Favoriten im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Post, die sich trotz einer Klage wegen angeblich überhöhter Portogebühren um 1,5 Prozent auf 15,42 Euro verteuerten. Händler verwiesen auf die Nachfrage nach defensiveren Werten angesichts der konjunkturellen Sorgen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×