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07.02.2002

14:51 Uhr

T-Mobile-UMTS auch bei 50 Euro Monatsumsatz profitabel

50 Euro pro Monat für UMTS

Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, wird eigenen Angaben zufolge durch Kosteneinsparungen bereits bei Monatsumsätzen von 50 Euro pro Mobilfunkkunde beim UMTS-Mobilfunk Gewinne erzielen.

Quelle: Handelsblatt

Reuters BERLIN. "Wir werden in der Lage sein, auch mit 50 Euro Umsatz pro Kunde monatlich das UMTS-Geschäft in Deutschland sehr profitabel zu gestalten", sagte T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke am Donnerstag in Berlin. An dem Geschäftsziel, 2010 mit UMTS einen Monatsumsatz von 60 Euro pro Kunde zu erzielen, werde festgehalten. In den Monatsumsätzen sind den Angaben zufolge Umsatzerlöse enthalten, die sich T-Mobile mit Inhalte- und Dienstanbietern teilt.

Als Grund für die gesunkene Gewinnschwelle nannte Ricke die zuletzt angekündigten Einsparungen, die das Unternehmen durch günstigere Einkaufskonditionen bei den Herstellern von Mobilfunk-Netztechnik und durch den gemeinsamen Netzaufbau in Deutschland mit dem kleinsten Branchenanbieter Viag Interkom erzielt. Derzeit liegen die Monatsumsätze von T-Mobile bei rund 25 Euro. Die Zuwächse bei den Kundenumsätzen sollen den Planungen von T-Mobile zufolge aus der verstärkten Nutzung von Datendiensten auf Mobiltelefonen kommen.

Derzeit liege der Umsatzanteil der auf Datenanwendungen bei 13 bis 14 % und wird weitgehend aus dem Versand von Kurzmitteilungen (SMS) erzielt. Durch die gegenüber dem derzeitigen Mobilfunkstandard GSM leistungsfähigere Mobilfunktechnik UMTS soll der Anteil des Datenverkehrs am Umsatz auf 50 % steigen und damit den Sprachtelefonieanteil deutlich zurückdrängen. Die größte Nachfrage bei Datendiensten erwartet Ricke zunächst nach Spielen und Musik.

Wie andere Mobilfunkanbieter wird T-Mobile die Inhalte- und Dienstleistungsangebote zumeist nicht in Eigenregie entwickeln, sondern von Medienunternehmen oder sonstigen Partner beziehen. Geplant ist, den Partnern einen Anteil an den Umsätzen zu überlassen (Revenue-Sharing), da erwartet wird, dass die Dienste zusätzlichen Verkehr in die Mobilfunknetze leiten werden. Nach Rickes Worte sollen die Partner mehr als die Hälfte der durch die Dienste generierten Umsätze erhalten. Eine exakte Höhe nannte der T-Mobile-Chef nicht. Dies werde vom Einzelfall abhängen.

Bei der derzeit beim Kartellamt anhängigen Genehmigung des Verkaufs von sechs TV-Kabelnetzen an den US-Medienkonzern Liberty Media ist die Telekom weiterhin zuversichtlich, die Zustimmung der Behörde zu erhalten. "Ich gehe davon aus, dass Liberty die Freigabe vom Kartellamt erhalten wird", sagte Telekom-Vorstandsmitglied Gerd Tenzer. Der von Liberty Media unter anderem geplante Ausbau der Kabelnetze für Internet und Sprachtelefonie werde wie von der Regierung angestrebt den Wettbewerb im Ortsnetz fördern. Tenzer bekräftigte, die Telekom sehe das TV-Kabel nicht als Kerngeschäft an. "Wir haben immer gesagt, dass wir uns zurückziehen. Und dabei bleibt es auch."

Das Bundeskartellamt hatte zuletzt signalisiert, den geplanten Kauf der Kabelnetze durch Liberty wegen einer befürchteten Markt beherrschenden Stellung nur nach weiteren Zugeständnissen des US-Konzerns bei den Investitionen zu genehmigen. Dies lehnt Liberty bislang ab. Den Verkaufserlös für das Kabelnetz von 5,5 Mrd. Euro hat die Telekom zur Schuldentilgung eingeplant.

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