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23.01.2001

08:35 Uhr

T-Online mit deutlich mehr Kunden

Deutsche Telekom steigert Umsatz und Ergebnis

Die Deutsche Telekom hat im Geschäftsjahr 2000 gegenüber dem Vorjahr ihren Konzernumsatz um rund 15 % auf 40,9 Mrd. Euro gesteigert und einen vielfach höheren Konzernüberschuss erzielt.

Reuters/ddp BONN. Die Telekom teilte am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung in Bonn mit, der Konzernumsatz sei dank Neukonsolidierungen auf 40,9 Mrd. Euro von 35,47 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 1999 gestiegen und lag damit an der Obergrenze vieler Expertenprognosen.

Ohne Neukonsolidierung hätte der Umsatzzuwachs knapp 6 % betragen, hieß es weiter. Den Konzernüberschuss bezifferte die Telekom mit 7,4 Mrd. Euro. Das sind den Angaben zufolge über 6,1 Mrd. Euro mehr als 1999.

Die Brutto-Finanzverbindlichkeiten sanken im Berichtszeitraum um 1,8 Mrd. Euro auf 60,3 Mrd. Euro.

Dennoch blieb dieser Reingewinn hinter den Schätzungen vieler Experten zurück, die einen Gewinn von acht bis knapp zehn Milliarden Euro erwartet hatten. Dem Reingewinn steht allerdings ein Anstieg der Nettoneuverschuldung um 19 Milliarden Euro auf 56,4 Milliarden Euro gegenüber.



Ergebniseinbußen im vierten Quartal

Die Deutsche Telekom hat im abgelaufenen Quartal einen deutlich höheren Verlust als von Analysten erwartet ausgewiesen. Der Konzernüberschuss habe zum Jahresende mit 7,4 Mrd. Euro rund eine Milliarde Euro unter dem Überschuss nach neun Monaten gelegen, teilte der Konzern mit.

Befragte Analysten hatten für das vierte Quartal im Durchschnitt einen Verlust von nur 410 Mill. Euro erwartet. Die Telekom begründete die Zahlen für das vierte Quartal mit erhöhten Abschreibungen und Zinsaufwendungen. Für das Gesamtjahr bedeutet der ausgewiesene Konzernüberschuss indes eine Steigerung von mehr als 6,1 Mrd. Euro gegenüber 1999, was aber auf Sondereffekte wie Börsengänge von Töchtern und Beteiligungsverkäufe zurückgeht. Im vierten Quartal wurden keine Sondereffekte erzielt.

Die Telekom verwies darauf, dass im vierten Quartal im Vergleich zum Gesamtjahr höhere Abschreibungen auf Firmenwerte (Goodwill) in Höhe von rund 0,4 Mrd. Euro sowie Abschreibungen und Zinsen für das UMTS-Mobilfunkgeschäft von 0,45 Mrd. Euro ergeben hätten. Im Gesamtjahr hätten sich die Goodwill-Abschreibungen auf rund 1,2 Mrd. Euro und die Abschreibungen und Zinsen für UMTS auf rund 0,9 Mrd. Euro belaufen.



Deutlich mehr Mobilfunkkunden

Die Zahl ihrer Mobilfunkkunden wurde im In- und Ausland in den vergangenen zwölf Monaten um 15,4 Millionen auf 31,1 Millionen gesteigert und damit nahezu verdoppelt. Allein die Zahl der D1-Kunden hat sich auf 19,1 Millionen erhöht und damit mehr als verdoppelt. Wie der Telekommunikationskonzern am Dienstag mitteilte, stieg die Zahl der Festnetzanschlüsse von 47,4 Millionen auf 49,4 Millionen. Die Zahl der digitalen ISDN-Anschlüsse darunter legte von 13,3 Millionen zum Ende des Vorjahres auf 17,3 Millionen zu.

Die Internet-Tochter T-Online erhöhte ihre Kundenzahl um 3,2 Millionen auf 7,9 Millionen Nutzer. Mit der neuen breitbandigen Übertragungstechnik DSL übertraf T-Online mit 628 000 Anschlüssen die Erwartungen von ursprünglich einer halben Million.



Bereinigung von ertragswirksamen Sondereinflüssen

Ohne die Erlöse aus Übernahmen und Beteiligungen, wie debis Systemhaus, Siris, Club Internet und Slovenske Telekomunikácie stieg der Umsatz auf 37,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter des gesamten Konzerns nahm um rund 30 000 auf 226 400 zum Ende des vorigen Jahres zu.

An der Börse in Frankfurt sprachen Händler in ersten Reaktionen auf die Zahlen von einem "großen Durcheinander" aus analytischer Sicht. Es werde daher etwas dauern, "bis man die auseinandergenommen hat", hieß es. Eine Gemengelage aus vergangenheitsbezogenen Erfolgszahlen, Finanzschulden und Zukunftsausblick erschwere eine Bewertung. Vor allem müssten die Daten zunächst noch um ertragswirksame Sondereinflüsse bereinigt werden.

So reagiert die Telekom - Aktie

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