Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.07.2000

21:20 Uhr

Tankstellen machen Verluste

Freie Tankstellen suchen weltweit nach neuen Kraftstoff-Lieferanten

Verband Freier Tankstellen schaut nach Anbietern aus Osteuropa oder im Nahen Osten.

dpa HAMBURG. Nach dem Streit mit den großen Ölkonzernen um die Benzinpreise haben die Verbände der freien Tankstellen in Deutschland den Kraftstoffbedarf ihrer rund 2500 Standorte weltweit ausgeschrieben. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf den Geschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen (BFT), Axel Graf Bülow. Die beiden Verbände, BFT und Uniti, hoffen mit der Ausschreibung auf günstigere Preise am Weltmarkt.

"Wir müssen uns neue Versorgungswege suchen, wenn wir überleben wollen", zitiert die Zeitung Bülow. Sein Verband schaue sich unter anderem nach Anbietern in Osteuropa oder im Nahen Osten um, damit die beim BFT und Uniti organisierten Betreiber von den deutschen Raffineriepreisen unabhängig werden können. Zunächst seien fünf Mill. Tonnen im Jahr ausgeschrieben worden, das entspreche etwa einem Drittel des Gesamtbedarfs seiner Branche. Erste Angebote aus dem Ausland gebe es bereits.

Zurzeit deckten die Mittelständler, die rund zehn Prozent Marktanteil hätten, ihren Bedarf zu rund 80 % bei den inländischen Raffinerien der großen Mineralölkonzerne, schreibt das Blatt weiter. Derzeit prüft das Bundeskartellamt, ob die großen Mineralölkonzerne von freien Tankstellen im Großhandel einen zu hohen Spritpreis verlangt und damit den freien Wettbewerb behindert haben. Die freien Tankstellen hatten sich beklagt, sie müssten im Großhandel mehr bezahlen als Autofahrer an den Konzern eigenen Zapfsäulen. Wegen des Preiskampfes machen in Deutschland fast alle Tankstellen seit Monaten Verluste.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×