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17.01.2002

15:31 Uhr

Tarifsenkungen nicht vorgesehen

Vodafone bald alleiniger Markenname in Deutschland

Zwei Jahre nach der Mannesmann-Übernahme schließt der Vodafone-Konzern die schrittweise Umstellung der Mobilfunkaktivitäten in Deutschland auf seinen internationalen Markennamen ab.

vwd DÜSSELDORF. Zur weltgrößten Computermesse Cebit im März in Hannover ist der erste Auftritt unter der alleinigen Bezeichnung Vodafone ohne den bisherigen Zusatz D2 geplant, wie der zweitgrößte deutsche Mobilfunkbetreiber am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Der kommerzielle Start von UMTS ist nach wie vor für diesen Herbst geplant. Dabei schließt die Gesellschaft Kooperationen mit anderen Lizenznehmern nicht mehr aus. Weitere Tarifsenkungen sind nicht vorgesehen.

Jürgen von Kuczkowski, der Geschäftsführungsvorsitzende der vor wenigen Tagen von Mannesmann Mobilfunk in Vodafone D2 GmbH umbenannten Tochter des britisch-amerikanischen Mobilfunkriesen, sagte, er sei sicher, dass die Kunden den Wechsel des Markennamens mit trügen. "Viele haben ja bereits heute die Vorteile erlebt, die die starke internationale Präsenz schon heute in sich birgt", betonte der Manager. Der Wechsel solle behutsam vonstatten gehen; D2 werde zunächst nicht ganz aus dem Logo verschwinden. Die Kosten für die Umstellung bezeichnete er auf einen gut zweistelligen Millionenbetrag in Euro.

Mit der Abkehr von der margenzehrenden Handy-Subventionierung im vergangenen Jahr habe sich die Ertragslage der Gesellschaft sehr positiv entwickelt. Weitere Angaben etwa auch zum Umsatz wollte Kuczkowski mit Blick auf das neuerdings am 31. März endende Geschäftsjahr nicht machen. Es entspricht dem des Mutterhauses Vodafone Airtouch, das die Mannesmann AG samt Festnetz- und Mobilfunktöchtern Anfang 2000 in einem dramatischen Ringen übernommen hatte. Vodafone D2 hat nach Kuczkowskis Worten derzeit rund 22 Millionen Kunden, während die frühere Nummer Zwei T Deutschland-Mobile auf 23,1 Millionen kommt. Im Fokus stünden jetzt aber die wirtschaftliche Lage und neue Technologien, betonte er.

Erster Netzbetreiber mit standortbezogenen Diensten

Hierzu unterstrich er, das Düsseldorfer Unternehmen habe als erster Netzbetreiber in Deutschland standortbezogene Dienste wie Verkehrsinfos und Einkaufsführer angeboten. Die größe Innovation auf dem Spiele-Markt, nämlich Download-Angebote für das Handy, gebe es nur bei Vodafone D2. Ab Mitte des Jahres solle den Kunden zudem ein mobiles Bezahlsystem über Internet und Wap-Geräte zur Verfügung stehen, das seit Dezember in einer Vorreiterrolle in Deutschland getestet werde. "Fast 40 % unserer Kunden haben ein Wap-fähiges Handy", unterstrich Kuczkowski. Bei den GPRS-Handys habe sich die Verkaufszahl in den vergangenen drei Monaten fast verdoppelt.

Im Dezember ging das über verschiedende Endgeräte wie Handy oder Computer erreichbare Portal Vivazzi in Deutschland an den Start. Angeboten werde eine breite Palette von mehr als hundert Unterhaltungsangeboten. Viele Dienste seien kostenlos; für "Premium-Angebote" wird allerdings, ohne monatliche Grundgebühr, zur Kasse gebeten. Vivazzi, ein Gemeinschaftsunternehmen von Vodafone und der französischen Mediengruppe Vivendi Universal, ist damit jetzt in acht europäischen Ländern aktiv.

Die Vorbereitungen für den UMTS-Start im Herbst laufen nach Kuczkowskis Worten auf Hochtouren. Er geht nicht davon aus, dass es zu Lieferengpässen der Handyhersteller oder zu technischen Problemen kommt. Auch die vom Regulierer geforderte Versorgung der Bevölkerung werde man erfüllen. Mit der derzeitigen Ertragslage habe man eine "ideale Basis" für die nötigen hohen Investitionen, betonte Kuczkowski. Hinsichtlich möglicher Zusammenarbeit beim Infrastrukturaufbau mit anderen UMTS-Betreibern sei er in einer "Nachdenk-Phase". Zwar gebe es aktuell keine Gespräche, doch solle man "nie Nie sagen". Der Konkurrent Deutsche Telekom etwa kooperiert mit British Telecom.

Rasantes Wachstum sei bei dem neuen Mobilfunkstandard nicht von heute auf morgen zu erwarten. "UMTS ist ein Marathonlauf", sagte der Geschäftsführer. Bei Datendiensten, deren rascherer Übermittlung UMTS dienen soll, rechnet er in ein bis zwei Jahren mit einer Erhöhung des Anteils am Umsatz des Unternehmens von derzeit 15 auf rund 20 %.

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