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06.01.2003

13:32 Uhr

Diesmal hat sich der gewiefte Konfliktschlichter Hans Koschnick verrechnet. Der Einigungsvorstoß der Schlichtungskommision im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes liegt zu dicht an der Drei-Prozent-Forderung der Gewerkschaft Verdi. Das Kalkül: Wenn Verdi keinen Anlass zum großen Streik bekäme, würde der Einigungsdruck auf die Arbeitgeber von Bund, Ländern und Gemeinden so groß, dass sie das schlechte Spiel mitspielen.

Doch die Zeit ist vorbei, da der Staat unangenehme Realitäten stets durch Kompromisse zu Lasten Dritter - der Steuer- und Beitragszahler - kaschieren konnte. Verdi sollte bereits im geschlossenen Nein der Arbeitgeber ein letztes Angebot zur Güte sehen. Denn das Ergebnis eines Arbeitskampfs wird nicht nur verschärfter Personalabbau sein, sondern womöglich auch eine Spaltung des Arbeitgeberlagers - und damit das Ende des einheitlichen Tarifrechts im öffentlichen Dienst. Für die Steuerzahler wäre beides nicht allzu bedauerlich.

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