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09.01.2003

11:59 Uhr

Tarifverhandlungen unterbrochen

Schily: Chancen für Einigung gestiegen

Die Chancen für eine Einigung in der entscheidenden Tarifrunde des öffentlichen Dienstes sind nach Einschätzung von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) gestiegen. Man sei in den vorangegangenen zehnstündigen Gesprächen "ein gutes Stück voran gekommen", sagte Schily am Donnerstagmorgen in Potsdam kurz vor Wiederaufnahme der Gespräche. Er sei "vorsichtig optimistisch", dass es eine Einigung geben könnte.

HB/dpa/vwd POTSDAM. Nach den Worten Schilys gibt es allerdings noch ein paar Hürden. Unter anderem hake es bei der Angleichung der Ostgehälter an Westniveau. Im Grundsatz habe man sich jedoch angenähert. Bestehende Differenzen könnten ausgeräumt werden. "Die Nachtgespräche haben sich gelohnt." Zur möglichen Dauer der entscheidenden Tarifrunde sagte der Verhandlungsführer des Bundes, er wolle am Nachmittag fertig sein. Schließlich müsse er den scheidenden Staatssekretär Claus-Henning Schapper verabschieden.

Dagegen rechnet der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, rechnet bei der Fortsetzung der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst nicht mit einer raschen Einigung. "Die Verhandlungen sind außerordentlich schwierig", sagte Bsirske am Rande der Gespräche am Donnerstag in Potsdam. Die Verhandlungen könnten sich noch bis in die Nacht hinziehen. Ob es zu einer Einigung komme, sei noch vollkommen offen. Zu den einzelnen Streitpunkten wollte er sich nicht äußern. "Alles ist schwierig". Die Gespräche verliefen allerdings in einer "konstruktiven" Atmosphäre.

Die Verhandlungen sind gegen Mittag für mehrere Stunden unterbrochen worden. Wie Verdi-Sprecher Harald Reutter sagte, soll die Große Tarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft über den Stand der Verhandlungen informiert werden. Konkrete Angaben machte er nicht. Die Gewerkschaften rechnen damit, dass die Verhandlungen noch mindestens bis in die Abendstunden andauern werden.

Sollten die Verhandlungen endgültig scheitern, käme es zum ersten großen Streik im öffentlichen Dienst seit 1992. Er könnte bereits in der zweiten Januarhälfte beginnen. Theoretisch könnte auch über den Donnerstag hinaus weiter verhandelt werden. Fristen gibt es nicht.

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