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04.01.2005

09:26 Uhr

Ärzte und Helfer vor Ort kämpfen gegen den Ausbruch von Cholera und Typhus

Seuchengefahr in Krisenregion wächst

Eine Woche nach dem Seebeben im Indischen Ozean wächst in den zerstörten Küstenregionen die Angst vor Seuchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass durch Epidemien die Opferzahlen noch einmal drastisch steigen könnten.

hsn HB DÜSSELDORF. Eine Zahl von 50 000 Infektionstoten sei bei derzeit fünf Millionen Menschen, die ohne jede Grundversorgung seien, „alles andere als unwahrscheinlich“, sagte WHO-Vertreter David Nabarro in Genf.

In den vergangenen Tagen wurden erste lokale Ausbrüche von Durchfallerkrankungen in unterschiedlichen Regionen beobachtet. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um einzelne Fälle von Typhus und Cholera handeln könnte“, sagt Helmut Jäger vom Reisemedizinischen Zentrum des Bernhard- Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg. Der Experte rechnet jedoch nicht damit, dass größere Seuchen in der Krisenregion ausbrechen werden. Die Helfer vor Ort seien auf das Auftreten von Infektionskrankheiten wie Hepatitis, Cholera und Typhus vorbereitet. „Diese Erkrankungen sind heilbar und können mit Antibiotika wirksam behandelt werden“, sagt Jäger.

Um die Ausbreitung der Krankheiten zu verhindern, werden die Infizierten isoliert von den anderen Erkrankten in speziellen Lazaretten untergebracht. Gleichzeitig setzten die Helfer alles daran, die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. „In vielen Abschnitten der dicht bevölkerten betroffenen Küstenregionen ist die Trinkwasserversorgung weiterhin stark beeinträchtigt“, sagt der Experte des Tropeninstituts. Nicht das Meerwasser ist das Problem, sondern verunreinigtes Süßwasser. Weil die Flut viele Wasserquellen versalzen hat, müssen viele Menschen verunreinigtes Wasser trinken. Unter den Hilfsgütern, mit denen die Flugzeuge zur medizinischen Notversorgung beladen werden, befinden sich deshalb auch Trinkwasser und Materialien zur Reinigung von Wasser: Filter zur mechanischen Aufbereitung, Chlor zur chemischen Desinfektion, dazu Pumpen. Da selbst unter weit gehend normalen Bedingungen 80 Prozent aller Krankheiten, die in diesen Regionen auftreten, auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, ist die Trinkwasserversorgung eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Menschen zu schützen.

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