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07.05.2012

10:17 Uhr

Aldi-Tablet im Test

Wie gut ist das „deutsche iPad“?

VonStephan Dörner

Tablet mit iPad-3-Ausstattung zum iPad-2-Preis: Mit dem Medion Lifetab will Aldi der Apple-Übermacht ein Android-Gerät entgegensetzen. Wie sich das Aldi-Konzept „Viel drin für wenig Geld“ gegen Apple schlägt.

Das Medion Lifetab will mit dem Aldi-Prinzip überzeugen: Viel drin für wenig Geld. Pressebild

Das Medion Lifetab will mit dem Aldi-Prinzip überzeugen: Viel drin für wenig Geld.

DüsseldorfLange ist es her, als sich lange Schlangen vor den Aldi-Filialen der Republik bildeten, die für die ersten Alid-PCs Ende der 1990er Jahre anstanden. Mit unschlagbar günstigen Angeboten mischte der Discounter damals die PC-Welt auf. Heute gibt es lange Schlangen nur noch vor Apple Stores, wenn die neue Version des iPads oder iPhones auf den Markt kommt. Dagegen setzt Aldi das Medion-Tablet Lifetab. Eine erste Version des Tablets kam vor einem Jahr auf mit der Typenbezeichnung P9514 auf den Markt.

Die neue Version P9516 präsentiert sich von der Technik runderneuert. Dabei will Aldi mit einer alten Erfolgsformel punkten: Viel drin für relativ wenig Geld. 400 Euro kostet das Gerät, ebensoviel das iPad 2, das Apple nach wie vor als Einsteiger-Gerät auch nach Einführung des iPad 3 verkauft. Gegen dieses tritt das Aldi-Tablet mit der satten Ausstattung von 32 Gigabyte Speicher an (für Details siehe Info-Kasten). Das Apple-Tablet besitzt mit 16 Gigabyte nur die Hälfte des Speichers und anders als das Lifetab keinen 3G-Empfang via Mobilfunk. Surfen geht damit nur über das WLAN. Von der reinen Ausstattung her schlägt Aldi Apple also. Ein aktuelles iPad 3 kostet mit vergleichbarer Ausstattung 300 Euro mehr – bietet dann allerdings auch das deutlich bessere Retina-Display.

Macht das Aldi-Tablet auch Spaß?

Bei einem Tablet kommt es aber eben nicht nur auf die inneren Werte an – es soll vor allem Spaß machen. Rein optisch kann das Lifetab dabei mit dem iPad nicht mithalten. Das Lifetab ist aus zwei Schalen zusammengesetzt, das Plastik wirkt weniger edel als beim Apple-Gerät. Zudem ist das Aldi-Tablet deutlich schwerer und dicker als die Apple-Konkurrenz.

Dafür schlägt das Android-Gerät das iPad nicht nur bei der inneren Ausstattung, sondern auch beim Zubehör. Der Karton ist vollgestopft mit Zusatz-Ausstattungen vom USB- und HDMI-Kabel bis zu Kopfhörern. Auch eine gedruckte Anleitung findet sich dort. Statt teurer Bluetooth-Tastatur lässt sich dank USB-Adapter außerdem auch eine Standard-Tastatur anschließen. Eine Micro-SD-Karte ist – anders als bei Apple – vorhanden, um den ohnehin schon üppigen internen Speicher von 32 Gigabyte noch zu erweitern.

Medion hat sich allerdings nicht die Mühe gemacht, ein eigenes Tablet herzustellen. Im Wesentlichen handelt es sich um das bereits seit über einem Jahr auf dem Markt befindliche Ideapad K1 des chinesischen Herstellers Lenovo. Die Chinesen hatten den deutschen Aldi-Zulieferer Medion im vergangenen Jahr übernommen.

Medion Lifetab und iPad 2 im Vergleich

Speicher

iPad 2: 16 Gigabyte

Lifetab: 32 Gigabyte

Der interne Speicher dient als „Festplatte“ für das Tablet. Apps, Fotos und Videos werden dort gespeichert. Der Speicher des Lifetabs lässt sich mittels Micro-SD-Karte noch erweitern, der des iPads nicht.

Bildschirm

Das Display des iPad 2 ist deutlich leuchtstarker als das des Medion-Tablets, wodurch die Spieglungen weniger stören. Dafür besitzt das Medion-Display mit 1280x800 Pixeln eine höhere Auflösung als das iPad 2 (1024x768). Gegen das Retina-Display des iPad 3 (2048x1536) kann es aber nicht mithalten. Beide Displays sind etwa gleich groß (10 Zoll beim Medion, 9,7 beim iPad).

Prozessor und Arbeitsspeicher

Die Leistung des Prozessor ist vergleichbar: Im iPad 2 sitzt der von Apple entwickelte A5-Dual-Core-Prozessor, beim Lifetab kommt der Duak-Core-Prozessor Tegra 2 von Nvidia mit derselben Taktrate zum Einsatz.

Das iPad 2 besitzt 512 Megabyte Arbeitsspeicher, das Lifetab 1024 Megabyte.

Internetzugang

Das iPad 2 für 400 Euro besitzt ausschließlich einen WLAN-Zugang zum Internet - ein vorhandenes WLAN ist also Pflicht. Das Lifetab besitzt neben WLAN auch einen Mobilfunk-Zugang mit 3G-Technik (UMTS). Dafür ist ein Mobilfunkvertrag erforderlich. Im Lifetab-Zubehör enthalten ist eine SIM-Karte von Aldi Talk mit 10 Euro Startguthaben.

Kamera

Beide Tablets bieten vorne eine Webcam für Videochat an und hinten eine HD-Kamera für hochauflösende Fotos.

Anschlüsse

Das Medion-Tablet verfügt über Micro-HDMI, Micro-USB und Micro-SD-Anschluss. Das iPad kann nur über Apples eigenen Anschluss mit PC oder Mac verbunden werden. Beide Geräte verfügen über die kabellose Bluetooth-Schnittstelle.

Akkulaufzeit

Apple gibt für den Betrieb des iPads 10 Stunden Akkulaufzeit an, Medion für das Lifetab etwa acht Stunden.

Beim ersten Start überrascht das Lifetab mit einem vollem Bildschirm. Aldi hat ganz schön viele Apps vorinstalliert: Neben der Eigen-Werbung für Aldi Talk und eine Aldi-Süd-App finden sich unter anderem die Apps von Ebay, HRS, Auto Bild und Computerbild Spiele auf dem Tablet vorinstalliert. Da muss man den Browser schon mal eine Weile suchen – deutlich prominenter ist die Google-Suche platziert. Die vorinstallierte Wetter-App zeigt das aktuelle Wetter anhand des GPS-Standorts an – unverständlicherweise aber leider in Fahrenheit statt in Celsius. Ebenso wenig verständlich: Bei einigen Apps wie Ebay oder dem ES Datei Explorer werden englische Systemmeldungen angezeigt, die teils selbst bei Beherrschung der Sprache für Nicht-Experten unverständlich sind.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

07.05.2012, 15:16 Uhr

Ich würde gerne einen Bericht lesen, zwischen:

iPad gegen Terra Pad 1051 der Wortmann AG.

Wortmann, die sogar Notebooks an die US Armee liefern, sollte hier ebenso brillieren.

Und Wortmann ist deutsch und nicht chinesisch, wie mittlerweile Medion.

P. Omontono

Harlemjump

07.05.2012, 19:23 Uhr


hier: http://www.pcwelt.de/produkte/PC-Tablet-Wortmann-Terra-Pad-1051-Test-4587162.html

holz

07.05.2012, 21:05 Uhr

Was ist an diesem Tablet "deutsch"? Das einzige was hier deutsch oder europäisch ist, dass es hier verkauft wird. Der Titel suggeriert hier Anderes.

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