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05.05.2012

11:49 Uhr

Analysten-Streit

Wem gehört die Smartphone-Krone?

Smartphones haben sich weltweit durchgesetzt und verkaufen sich prächtig. Aber welcher Hersteller setzt die meisten ab? Samsung, Apple oder HTC? Unter Analysten ist ein Streit entbrannt.

HTC, Samsung oder Apple - wer hat die Krone auf im Smartphone-Markt? Reuters

HTC, Samsung oder Apple - wer hat die Krone auf im Smartphone-Markt?

New YorkEinige Smartphone-Hersteller verschweigen ihre Verkaufszahlen, während Apple relativ genaue Angaben macht. Deshalb ist unter Analysten ein Streit darüber entbrannt, wer denn nun die Smartphone-Krone tragen darf.

Apple meldete im ersten Quartal dieses Jahres 35.064.000 verkaufte iPhones. Hauptrivale Samsung machte dagegen bei der Vorstellung seiner Quartalbilanz in der vergangenen Woche nur vage Angaben. Das Unternehmen könnte 32 Millionen, 37,5 Millionen oder 44,5 Millionen Smartphones verkauft haben - abhängig davon, welchem Analysten man denn nun Glauben schenken will.

Das südkoreanische Unternehmen erklärte lediglich, die Zahl der insgesamt verkauften Mobiltelefone sei im Vergleich zum vierten Quartal 2011 um mehr als zehn Prozent zurückgegangen. Die Smartphones hätten immer noch den gleichen Anteil an den Gesamtverkäufen wie bisher. Das Problem besteht darin, dass Samsung schon seit langem keine konkreten Verkaufszahlen veröffentlicht hat. Analysten müssen sich also auf ihre eigenen Schätzungen verlassen, die sich auf verschwommene Hinweise aus früheren Quartalen stützen.

Es wird sogar debattiert, was Samsung mit seinen wenigen Angaben überhaupt sagen will. Der Analyst Jan Dawson von Ovum erklärte, über die Interpretation von Samsungs Zunahme der Smartphone-Verkäufe "um 300 Prozent" im dritten Quartal 2011 werde gestritten. Legten die Verkäufe wirklich um 300 Prozent zu, was eine Vervierfachung bedeuten würde? Oder haben sich die Verkäufe verdreifacht und Samsung nannte das fälschlicherweise einen Anstieg "um 300 Prozent"? Dawson glaubt, dass wegen dieser Angaben im Quartalsbericht die Schätzungen über die Verkäufe so stark auseinanderklaffen.
Schätzung von Verkaufszahlen ist kompliziert

Sein Kollege Wayne Lam von IHS iSuppli erklärt, die Samsung-Verkaufszahlen zu schätzen sei wie "einen Kompass statt GPS zu verwenden". Er geht davon aus, dass das Unternehmen im ersten Quartal 32 Millionen Smartphones verkaufte und damit immer noch hinter Apple lag. Die Analysten von IDC Corp. verschoben ihr Quartalsranking sogar, das eigentlich direkt nach Veröffentlichung der Samsung-Zahlen herausgegeben werden sollte. Man benötige noch mehr Zeit für weitere Überprüfungen, hieß es.

Alle sind sich jedoch in einem Punkt einig: Was den Verkauf von Mobiltelefonen insgesamt angeht, hat Samsung im ersten Quartal die langjährige Nummer 1 Nokia überholt. Wie deutlich dieser Sieg aber war, ist erneut strittig. Nokia verkaufte nach eigenen Angaben 82,7 Millionen Telefone. Analysten sehen Samsung zwischen 83,4 und 93,5 Millionen Geräten - eine Differenz von immerhin zehn Millionen.

Samsung steht mit seinen vagen Angaben nicht allein. Der Technologiekonzern HTC aus Taiwan stellte kürzlich die Veröffentlichung seiner Verkaufszahlen ein - möglicherweise, weil der Trend nach unten zeigte. "Die Quintessenz ist, dass Samsung und Apple sich an der Spitze verfestigen", sagte Analyst Lam. "Die Führung wird wahrscheinlich hin und wieder wechseln."

Von

dapd

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