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24.02.2014

20:13 Uhr

Anruffunktion geplant

„Ziel ist, dass jeder Smartphone-Kunde WhatsApp nutzt“

Die Facebook-Milliarden geben WhatsApp Rückenwind: Mitbegründer Jan Koum kündigte eine Telefonfunktion und ambitionierte Ziele an. Facebook-Chef Zuckerberg hingegen will nicht weiter investieren – auch nicht in Snapchat.

WhatsApp-Gründer Jan Koum auf dem Mobile World Congress 2014 in Barcelona. Reuters

WhatsApp-Gründer Jan Koum auf dem Mobile World Congress 2014 in Barcelona.

BarcelonaWhatsApp-Nutzer werden über den Dienst bald auch telefonieren können. Bis Ende des Jahres solle die App eine Sprachfunktion bekommen, kündigte WhatsApp-Mitgründer Jan Koum am Montag auf der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona an. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg versprach wenige Stunden später, das Online-Netzwerk werde nach der Übernahme keine WhatsApp-Daten auswerten. WhatsApp speichere keine Nachrichten seiner Nutzer oder Informationen über sie und Facebook werde das auch nicht ändern, sagte Zuckerberg.

Auch Koum versuchte bei seinem Auftritt zuvor, Sorgen um den Schutz von Nutzerdaten zu zerstreuen. „Als Firma wollen wir so wenig wie möglich über unsere Nutzer wissen“, wiederholte er frühere Beteuerungen. „Ich denke, die grundsätzliche Botschaft ist, dass sich unsere Pläne nicht ändern.“ Facebook kündigte vergangene Woche den Kauf des Kurznachrichten-Dienstes für insgesamt 19 Milliarden Dollar an. „Letzte Woche habe ich eine Facebook-Freundschaftsanfrage angenommen“, scherzte Koum.

Was an WhatsApp Kopfschmerzen bereitet

Laxer Umgang mit Datenschutz

WhatsApp überträgt die Kontakte im Adressbuch auf seine Server in den USA – in Zeiten mächtiger Geheimdienste kein angenehmer Gedanke. Hinzu kommt: Durch die Offenlegung der Handynummern erfahren andere Leute, dass man die App nutzt – zumindest, wenn sie diese auch installiert haben und im Adressbuch stehen.

Zweifel an der Verschlüsselung

Lange wurden die WhatsApp-Nachrichten unverschlüsselt übertragen. Auch an der inzwischen eingesetzten Verschlüsselungstechnologie hegen Experten Zweifel.

Sicherheitsbedenken

Schon mehrfach stand Whatsapp wegen des laxen Umgangs mit Sicherheitsfragen in der Kritik – das betrifft nicht nur die Verschlüsselung. So konnten eine Zeit lang Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden. Nach Einschätzung einer Sicherheitsfirma kann auch der Bezahlprozess ausspioniert werden.

Soziale Kontrolle

Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal den Dienst genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit WhatsApp. Die App ermöglicht also eine gewisse soziale Kontrolle.

Undurchsichtige Firma

Über die Firma WhatsApp ist wenig bekannt, die Macher meiden die Öffentlichkeit weitgehend. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Auch der Anfang 2014 angekündigte Verkauf an Facebook stößt auf Skepsis – das Soziale Netzwerk gilt nicht wenigen als Datenkrake.

Er betonte, dass WhatsApp weiterhin unabhängig arbeiten werde. „Die Partnerschaft von Mark (Zuckerberg) und mir wäre nicht zustande gekommen, wenn wir uns nicht bei der Vision für das Produkt einig wären“, sagte er. Die App solle einfach gestaltet bleiben.

Sorgen um den Schutz von Nutzerdaten versuchte Koum zu zerstreuen. „Als Firma wollen wir so wenig wie möglich über unsere Nutzer wissen“, wiederholte er frühere Beteuerungen. Auf die Frage, was Facebook von dem Kauf habe, verwies Koum auf die hohen Nutzerzahlen von WhatsApp. Der Dienst habe inzwischen 465 Millionen Nutzer pro Monat. Vergangene Woche war noch von rund 450 Millionen die Rede.

„Unser Ziel ist es, dass jeder Smartphone-Kunde WhatsApp nutzt“, so Koum. Die Anzahl der Nutzer aus Indien, Brasilien und Russland nehme derzeit stark zu.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

24.02.2014, 16:20 Uhr

...und tschüss what´s app...

Account gelöscht!

24.02.2014, 16:32 Uhr

Perfekt ! Person A steht in Berlin und schreibt der 100m entfernten Person B über diese App eine Nachricht und die Daten müssen erstmal einen Umweg über US Server machen. Dort liest und hört dann die NSA, natürlich ohne deutsches Recht auf deutschem Boden zu verletzen, ganz gemütlich mit. Jetzt kann man bald auch noch telefonieren ? Noch besser.

Genervter

24.02.2014, 16:40 Uhr

Zu spät! Daten bereits abgegriffen, hab gsd sofort gekündigt und laut WA AGB´s dürfte Zuckerberg wenigstens nicht meine Kreditkartennummer haben. NSA kriegt eh mit was sie will, denke übrigens auch andere Geheimdienste wenn se denn wollen.
@all: Bei Facebook ist es übrigens gar nicht so unwichtig, die App nicht installiert zu haben sondern lieber über den Browser zu starten. Dann fehlen viele Rechte die Facebook sich über die App sichert.

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