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21.11.2011

10:09 Uhr

Apple iTunes

Der Weltkonzern macht mal Pause

Apple beherrscht die Welt. Doch in Sachen Urlaub schlägt in dem Konzern ein Krämerherz: Über Weihnachten ist zu. Dumm für Softwareentwickler. Sie können keine neuen Apps einreichen. Auch Sicherheitsupdates müssen warten.

Pause bei Apple: Vom 22. bis zum 29. Dezember können Entwickler iTunes Connect nicht nutzen. Reuters

Pause bei Apple: Vom 22. bis zum 29. Dezember können Entwickler iTunes Connect nicht nutzen.

DüsseldorfApple ist ein Megakonzern – inzwischen am Kapitalmarkt das wertvollste Unternehmen der Welt. Doch in einer Hinsicht unterscheidet sich das Unternehmen nicht vom Tante-Emma-Laden an der Ecke: Rund um Weihnachten macht Apple dicht. Vom 22. bis zum 29. Dezember können App-Entwickler keine Updates ihrer Programme einspielen oder Preisänderungen vornehmen. Auch neue Apps können während dieser Zeit nicht im App Store eingereicht werden.

Weihnachtszeit ist App-Kauf-Zeit

In einer E-Mail an die App-Entwickler warnt Apple ausdrücklich davor, während der Zwangspause Preisänderungen voreinzustellen. Die Apps könnten ansonsten nicht verkauft werden. Gerade zur Weihnachtszeit sind vorübergehende Preiserhöhungen allerdings beliebt, um die gesteigerte Konsumlaune der Kunden auszunutzen. Die Zeit rund um Weihnachten gilt als die profitabelste für App-Entwickler überhaupt.

Noch dramatischere Auswirkungen hat die iTunes-Pause, sollte in der Zeit der Sperre eine Sicherheitslücke gefunden werden. Ein Update der Software muss dann bis Neujahr warten.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Wer eine neue App pünktlich zur Beginn der profitablen Weihnachtszeit im Appe Store anbieten möchte, muss sie bis Anfang Dezember bei Apple anmelden, damit die App pünktlich zum Weihnachtskaufrausch bereitsteht. Gerade zum Start einer App werden aber besonders häufig kritische Fehler bekannt, die Entwickler dann erst nach dem 29. Dezember durch ein Update lösen können.

Die Zwangspause kennen Entwickler bereits aus dem vergangenen Jahr. Geschuldet ist sie der Vorkontrolle durch Apple, die Apps passieren müssen, bevor sie im offiziellen App Store angeboten werden können. Offenbar findet Apple nicht genug Angestellte, die in der Weihnachzeit dazu bereit sind, die Apps zu prüfen.

Kommentare (1)

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JJA

21.11.2011, 12:19 Uhr

Jetzt wird mir Aplle erst richtig Symphatisch... ja genau .. warum nicht mal einige Tage Urlaub machen?

was ist sooo schlimm dran wenn einige APPS eine Woche später kommen ? Bricht die Welt zusammen ?

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