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23.08.2011

15:03 Uhr

Apple

Produktion des Billig-iPhones hat begonnen

Die Zulieferer des US-Computerkonzerns Apple haben mit der Fertigung einer billigeren Version des aktuellen iPhones begonnen. Erstmals wurden auch technische Details bekannt.

Apple hat nach Reuters-Informationen mit der Produktion einer Billig-Variante des iPhone 4 begonnen. dapd

Apple hat nach Reuters-Informationen mit der Produktion einer Billig-Variante des iPhone 4 begonnen.

Taipeh/HongkongDie abgespeckte Variante des populären Smartphones verfüge nur noch über acht Gigabyte Speicher, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die dafür verwendeten Chips stammten aus Korea, hieß es. Bisher bezieht Apple seine Speicherchips von der japanischen Toshiba und der koreanischen Samsung . Apple, das grundsätzlich ein Geheimnis aus seiner Lieferkette macht, wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

Das Smartphone ist seit Frühjahr 2010 auf dem Markt und wird bislang mit 16 und 32 Gigabyte Speicher angeboten. Die billigere Version soll innerhalb der nächsten Wochen in die Läden kommen. Sie zielt offensichtlich vor allem auf die Schwellenmärkte in Asien.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Ende September plant Apple Insidern zufolge das neue iPhone fünf aufzulegen. Das Modell werde mit dem aktuellen Apparat weitgehend identisch sein, allerdings über ein größeres Display, eine verbesserte Antenne und eine 8-Megapixel-Kamera verfügen. Den zwei Taiwaner Auftragsfertigern Hon Hai und Pegatron sei gesagt worden, sie sollten sich für eine Produktion von insgesamt 45 Millionen Stück rüsten.

Von

rtr

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