Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2011

13:06 Uhr

Apple-Smartphone

Vodafone-Panne enthüllt iPhone-5-Details

Im Oktober will Apple das iPhone 5 vorstellen. Je näher die Vorstellung der neuen Generation rückt, desto heißer brodelt auch die Gerüchteküche. Nun hat Vodafone Spekulationen unfreiwillig neue Nahrung gegeben.

Apples iPhone 4. Der Nachfolger unterscheidet sich offenbar in wesentlichen technischen Details nicht von dem aktuellen Apple-Smartphone. dapd

Apples iPhone 4. Der Nachfolger unterscheidet sich offenbar in wesentlichen technischen Details nicht von dem aktuellen Apple-Smartphone.

DüsseldorfUnfreiwillig hat der britische Telekom-Provider Vodafone offenbar Details über das kommende Apple-Smartphone verraten. Kurze Zeit waren auf der Online-Bestellseite von Vodafone technische Spezifikationen des iPhone 5 zu lesen, wie Apple Insider berichtet. Unter dem Reiter „Kompatibilität“ eines Smartphone-Signalverstärkers war auch das iPhone 5 samt seiner geplanten Varianten zu finden.

Demnach wird es die neue iPhone-Generation wohl, wie das iPhone 4, mit 16 und 32 Gigabyte Speicher geben – nicht wie zuvor oft berichtet mit 64 Gigabyte Speicher. Sowohl das iPad als auch den iPod touch in iPhone-Bauweise gibt es dagegen mit dem größeren Speicher.

Natürlich könnte es sich auch um einen Tippfehler handeln. Dagegen spricht aber, dass  in der Produktbeschreibungen neben dem iPhone 5 auch iPhone 4 und iPhone 3GS genannt wurden. Inzwischen wurden die Angaben zum neuesten Modell entfernt.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

Die Version 5 werde es außerdem bereits zum Start in Schwarz und Weiß geben, legten die Informationen auf der Vodafone-Seite nahe. Beim iPhone 4 benötigte Apple zehn Monate, um das Gerät wie zunächst angekündigt auch in Weiß liefern zu können.

Doch worin wird sich das neue iPhone überhaupt vom Vorgänger absetzen? Als relativ gesichert gilt, dass Apple bei der Kamera seines Smartphones deutlich aufrüsten wird. Die iPhone-Kamera auf der Frontseite wird künftig mit acht statt fünf Megapixel aufnehmen, legt die Analyse von im Netz aufgetauchten Testfotos nahe über die Techcrunch berichtet.

Als gesichert gilt außerdem, dass das neue iPhone auf den schnelleren A5-Doppelkernprozessor setzen wird, der derzeit bereits im iPad 2 zum Einsatz kommt. Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, ob eine Billig-Version des Geräts geplant ist und ob Apple sein Smartphone mit der Funk-Technologie NFC ausstattet. Auch eine andere, gekrümmte Baumform, ist im Gespräch. Zahlreichen Berichten zufolge wird Apple die neue iPhone-Generation im Oktober vorstellen. Vergangene Woche berichtete die taiwanesische Zeitung „Digitimes“ die Produktion des Geräts sei bereits angelaufen. Bei Deutscher Telekom und Vodafone können sich Interessierte bereits voranmelden.

Von

std

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×