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13.03.2011

09:57 Uhr

Apps

Die Grenzen im Mobilfunk fallen

Von Thomas Stölzel
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Unternehmen und Verlage experimentieren fieberhaft an neuen Handyprogrammen. Die Apps der Zukunft laufen nur noch im Netz und sind ein Angriff auf den Kontrollwahn von Apple & Co.

Steve Jobs präsentiert Apps fürs iPhone: Entwickler wollen die Vorherrschaft des Konzerns brechen. Quelle: Reuters

Steve Jobs präsentiert Apps fürs iPhone: Entwickler wollen die Vorherrschaft des Konzerns brechen.

DüsseldorfAls am 22. Januar ein Mädchen in der englischen Grafschaft Kent das Miniprogramm Paper Glider aus Apples App Store lädt, knallen im 8500 Kilometer entfernten Silicon Valley die Korken. Der kalifornische Computerbauer Apple hatte über seinen virtuellen Softwareladen für iPhone, iPad und iPod zehn Milliarden Apps verkauft - nur gut zweieinhalb Jahre nach dessen Start. Eine atemberaubende Leistung und vorläufiger Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte.

Seit Sommer 2008 können Nutzer solche Miniprogramme auf ihre mobilen Geräte laden. Apple kassiert dabei stets ein Drittel des Kaufpreises. Zudem behält sich der Konzern vor, zu entscheiden, welche Software Nutzer herunterladen dürfen - ohne Angabe von Gründen. Das ärgert Nutzer, Programmierer und Unternehmen gleichermaßen. Entziehen aber konnten sie sich den strengen Regeln bislang nicht.

Doch das ändert sich. Eine neue Generation von Miniprogrammen ermöglicht es App-Anbietern, sich aus der Umklammerung von Apple und Google zu befreien. Und das tun sie: Konsumgüterhersteller, Großbanken, Verlage und Spieleanbieter stürzen sich regelrecht auf die neue Technik.

Die neuen Apps basieren auf der unter Fachleuten als HTML 5 bekannten Programmiersprache, einer Weiterentwicklung des Codes, auf dem die meisten Internet-Seiten basieren. Damit lassen sich Programme schreiben, die nicht mehr direkt auf dem Telefon laufen, wie die bekannten Apps von Bahn, Post und Air Berlin. Stattdessen werden die sogenannten Web-Apps - ähnlich wie Web-Seiten - im mobilen Internet-Browser gestartet. Für den Nutzer ist der Unterschied kaum zu spüren: Er tippt auch in Zukunft auf ein kleines Symbol auf dem Handybildschirm, um das Programm zu starten. Alles, was Programmierer herkömmlichen Apps beibringen können, ist auch bei den Web-Apps möglich. Für die Anbieter indes ist die Technik eine Revolution.

Das hat sich auch in Deutschland herumgesprochen. Bei Unternehmen wie Yoc, Europas größtem Auftragsentwickler für Apps, stapeln sich die Anfragen von Firmenkunden. An mehr als 30 Web-Apps für deutsche Großunternehmen arbeiten seine Leute, berichtet Yoc-Chef Dirk Kraus. Darunter finden sich beispielsweise die Telefonbuchdienste der Deutschen Telekom sowie ein großer Handelskonzern, der derzeit noch nicht namentlich genannt werden will.

Kommentare (2)

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projJJJ

14.03.2011, 13:36 Uhr

Ich habe selten so einen Blödsinn von einem seriösen Magazin gelesen. Die Einzigen die ein echtes Problem mit Apple haben sind die Medienkonzerne, die 30% ihrer Umsätze an Apple abgeben sollen wenn sie die Vertriebs-, Distributions- und Bezahlwege von Apple nutzen wollen. Wenn wirklich auch die User kein Apple mehr wollen, dann müßt Ihr doch einfach nur warten bis wir alle ein WeTab haben, oder? So ein Schmarrn.

Handelsmann

23.03.2011, 11:36 Uhr

Ich finde die Einschätzung in dem Artikel realistisch. Denn kein kommerzieller Content-Anbieter dieser Welt hat was zu verschenken, also müssen Gewinne maximiert werden. Man muß also einen Bogen um den AppStore machen, so gut es geht.
Außerdem ist dem Artikel zu entnehmen, dass die Entwicklungskosten drastisch reduziert werden, wenn eine App gleich auf mehreren Plattformen läuft und sich damit die mögliche Nutzerzahl erhöht. Warum noch extra eine App für's iPhone bauen, wenn dessen Marktanteil seit Jahren stagniert? Die breite Masse erreicht man auf anderen Plattformen.

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