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28.01.2015

11:06 Uhr

Arbeit der Zukunft

Was werden die Maschinen noch übriglassen?

VonThorsten Giersch

Computer und Roboter werden immer leistungsfähiger. Das wird Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen. Bleibt für uns genug Arbeit übrig? Und wie können wir uns gegen selbstlernende Rechner behaupten?

Computer sind nicht eitel. Und sie scheren sich auch nicht um Symbolik. Aber wenn sie es wären, würden sie den Mai 1997 als ihren großen Moment bezeichnen. Auf jeden Fall hat das Ereignis die Sicht der Menschen auf die Rechner verändert: Der Supercomputer „Deep Blue“ schlug den amtierenden Schachweltmeister Garry Kasparow. Erstmals unterlag ein Mensch einer Maschine in einem kompletten Wettkampf unter Turnierbedingungen – kein Glück, kein Zufall, keine Ausnahme: „Deep Blue“ war einfach besser. Es war ein Vorzeichen: Computer überholen den Menschen seitdem selbst bei den Tätigkeiten, die wir früher für einmalig menschlich hielten.

Somit stellt sich immer mehr die Frage: Werden Computer uns hinter sich lassen? Bleibt noch genügend Arbeit für uns übrig, wenn untereinander vernetzte Maschinen nun auch selbstständig lernen können? Frisst Software die Welt auf, wie es der Investor und Internetvordenker Marc Andreessen formuliert? Oder hat sogar der berühmte Physiker Stephen Hawking recht, der kürzlich zugab, dass ihm der technische Fortschritt inzwischen Angst mache: „Künstliche Intelligenz könnte eine reale Bedrohung in einer nicht fernen Zukunft sein.“

Thorsten Giersch ist Mitglied der Chefredaktion von Handelsblatt Online.

Thorsten Giersch ist Mitglied der Chefredaktion von Handelsblatt Online.

Die Antworten auf diese Fragen sind vielschichtig. Der Kapitalismus steht seit jeher dafür, dass menschliche Arbeit durch Maschinen ersetzt wird. Durch Erfindungen und Fortschritt brauchen Unternehmen weniger Mitarbeiter. Das ist nicht neu, aber vieles deutet darauf hin, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren deutlicher zeigen wird denn je.

Die damalige Rechenleistung von „Deep Blue“ schafft heute ein durchschnittliches Smartphone. Selbstfahrende Autos, denkende Maschinen, lernende Roboter – wir leben in einer Phase der Umwälzung, der neuen Möglichkeiten: Vergleichbar mit der ersten Industriellen Revolution (Buchdruck, Dampfmaschine, Lokomotive) oder der Zweiten (Öl, Autos, Telefon, Strom). Oder wie es der Vordenker Andrew McAfee vom Massachussetts Institute of Technologie (MIT) ausdrückt: „Unsere Generation dürfte das Glück haben, zwei der faszinierendsten Ereignisse der Geschichte mitzuerleben: die Entwicklung wirklich intelligenter Maschinen und die Vernetzung aller Menschen über ein gemeinsames digitales Netz.“

Kommentare (9)

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Herr Niccolo Machiavelli

14.01.2015, 19:23 Uhr

Menschen, die sich nicht weiter entwickeln und verändern wollen, welche Routinearbeiten, mechanische Tätigkeiten, standardierbare Tätigketen verrichten und entsprechend austauschbar sind, werden die Verlierer sein.

Gewinner sind Menschen, die bereit sind, ständig zu leren und zu wachsen, die ihre Persönlichkeit in die Arbeit einbringen: Kreativität, Einfühlungsvermögen, Intelligenz, Forschergeist, gute Ideen u.a.

Herr Pom Muc

14.01.2015, 19:44 Uhr

Bedeutet neues Design dass ich dann wieder mehr als 3 Minuten Zeit bekomme um einen Beitrag zu verfassen?

Dass Kopieren wieder erlaubt ist?

Oder nur etwas Kosmetik?

Herr karl psy

14.01.2015, 20:21 Uhr

Irgend wann werden wir alle gechipt und gehen wie die Melkkühe zur Arbeit und nur eine Oberschicht die das System beherrscht, wird ein freies Leben führen können. So eine moderne Art der Sklaverei.Natürlich bekommen wir alle neuen technischen Errungenschaften, denn irgendwie muß man uns ja das verdiente Geld wieder abnehmen.

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