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16.06.2015

15:02 Uhr

Airbus A400M

Luftwaffe gibt Testbetrieb wieder frei

Nach dem Absturz eines Airbus A400M hatte die deutsche Luftwaffe den Testbetrieb für das Modell vorerst eingestellt. Im Juli darf er nun wieder aufgenommen werden – bis dahin wird das Problem weiter analysiert.

53 Exemplare des A400M hat die deutsche Luftwaffe bei Airbus bestellt. ap

Airbus A400M

53 Exemplare des A400M hat die deutsche Luftwaffe bei Airbus bestellt.

BerlinNach dem Absturz eines Airbus A400M in Spanien soll die deutsche Maschine dieses Typs Mitte Juli wieder fliegen dürfen. Die Luftwaffe hat den Testbetrieb für den Militärtransporter wieder freigegeben, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte „Spiegel Online“ darüber berichtet.

Anfang Mai war am Airbus-Standort Sevilla eine A400M nach dem Start abgestürzt. Dabei wurden vier Besatzungsmitglieder getötet und zwei schwer verletzt. Nach Angaben von Airbus steht fest, dass an drei der vier Triebwerke massive Probleme auftraten. Der deutsche Transportflieger blieb wegen des Absturzes vorerst am Boden.

Airbus Pannenflieger A400M

1982

Führende europäische Rüstungskonzerne gründen im Dezember 1982 das Future International Military/Civil Airlifter-Konsortium (FIMA) mit dem Ziel, den Bau eines gemeinsamen Militärtransporters zu prüfen. Die neue Maschine soll als Ersatz für die alternden Flieger Lockheed C-130 Hercules und Transall C-160 dienen.

Quelle: Wirtschaftswoche

1994

Das mittlererweile auf Euroflag umgetaufte Konsortium stellt das erste Modell der A400M auf der Flugschau in Farnborough. Der Name: Future Large Aircraft (FLA). Kurz darauf übernimmt der Flugzeugbauer Airbus das Programm.

1999

Airbus legt sieben Regierungen ein Angebot über feste Leistungen und Preise für den A400M vor.

2003

Nach schwierigen und lange dauernden Verhandlungen unterschreiben die Länder im Mai 2003 einen Vertrag über die Lieferung von 180 Maschinen.

2007

Der Bau des ersten Prototypen beginnt. Ende des Jahres gibt Airbus bekannt, dass sich der eigentlich für 2008 geplante Start der Serienproduktion wegen technischer Probleme um mindestens zwölf Monate verzögert.

2009

Im Dezember 2009 findet schließlich der Erstflug des Militärtransporters statt. Es ist längst ausgeschlossen, dass Frankreich wie geplant im Frühjahr 2010 die erste A400M erhält.

2009/2010

Die Situation spitzt sich zu: Airbus zweifelt wegen der immens erhöhten Belastung durch technische Probleme und Verzögerungen in der Entwicklung intern an der Realisierung des Projekts. In Medien ist von fünf bis elf Milliarden Euro Mehrkosten die Rede.

2010

Die beteiligten Länder einigen sich mit Airbus auf den Bau des Flugzeugs und akzeptieren eine Preiserhöhung. Die Produktion der ersten Serienmaschinen beginnt.

2013

Im August 2013 wird die erste A400M an das französische Militär ausgeliefert.

2015

Laut Medienberichten führen Produktionsprobleme dazu, dass 2015 maximal zwei statt fünf A400M an Deutschland ausgeliefert werden können. Auch die Franzosen und Briten sind von den erneuten Verzögerungen betroffen. Im Mai stürzt eine Maschine beim Werk im spanischen Sevilla wegen Softwareproblemen ab. Vier Mitglieder der Crew sterben, der Produktionsplan gerät durcheinander.

Laut Luftwaffe wird als Ursache des Unglücks ein Fehler in der Triebwerksteuerung angenommen. Nach einer Überprüfung sei ein Fehler dieser Art für die deutsche Maschine auszuschließen, hieß es. Zusätzlich habe der Inspekteur der Luftwaffe noch weitere Inspektionen angewiesen. Man rechne damit, dass der Betrieb Mitte Juli wieder aufgenommen werden könne, sagte der Sprecher. Deutschland hat insgesamt 53 dieser Transportflugzeuge bestellt. Sie sollen die bis zu 46 Jahre alten Transall-Maschinen ablösen.

Von

dpa

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