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18.06.2015

06:08 Uhr

Innovation

Die Flugzeugkabine der Zukunft

VonJens Koenen

Die Luftfahrt tut sich schwer mit Innovationen. Ein Durchbruch in der Größenordnung eines Jumbo-Jets ist nicht zu erwarten, doch wird sich rund um den Flugzeugsitz in den kommenden Jahren einiges tun.

Die Mainzer Firma Schott hat zusammen mit Lufthansa Technik ein neues Beleuchtungskonzept für Flugzeuge entwickelt. Statt der üblichen Neonröhren kommen wartungsarme LEDs zum Einsatz. Anders als bei üblichen LED-Systemen werden die LED-Dioden nicht einfach aneinandergereiht, sondern das Licht wird gemischt. Dadurch wirkt es gleichmäßig und harmonisch. Außerdem sind Farbwechsel programmierbar, etwa ein angenehmes Blau für die Nachstunden an Bord. Einer der ersten Kunden ist die skandinavische Airline SAS. PR

Leuchtstoffröhren ade

Die Mainzer Firma Schott hat zusammen mit Lufthansa Technik ein neues Beleuchtungskonzept für Flugzeuge entwickelt. Statt der üblichen Neonröhren kommen wartungsarme LEDs zum Einsatz. Anders als bei üblichen LED-Systemen werden die LED-Dioden nicht einfach aneinandergereiht, sondern das Licht wird gemischt. Dadurch wirkt es gleichmäßig und harmonisch. Außerdem sind Farbwechsel programmierbar, etwa ein angenehmes Blau für die Nachstunden an Bord. Einer der ersten Kunden ist die skandinavische Airline SAS.

Le BourgetBöse Zungen behaupten, die letzte wirklich große Innovation in der Luftfahrt sei der Jumbo-Jet gewesen, die Boeing 747. Das ist mittlerweile über 40 Jahre her. Ganz so schlimm steht es um die weltweite Luftfahrt zwar nicht. Innovationen finden durchaus statt – und zwar regelmäßig. Aber es sind in der Regel kleine Schritte nach vorn und sie dauern länger als in vielen anderen Industrien.

„Die Anforderungen an neue Technologien im Flugzeug sind enorm hoch. Sie müssen nicht nur zuverlässig sein, sie müssen auch spezielle Bedingungen erfüllen etwa in punkto Entflammbarkeit“, begründet Klaus Portmanns die langsameren Innovationszyklen der Branche. Der Manager weiß, wovon er spricht. Er ist beim Mainzer Glas-Spezialist Schott für die Luftfahrtkunden zuständig. Eine der Neuentwicklungen des traditionsreichen Stiftungs-Unternehmens ist eine spezielle Kabinenbeleuchtung auf LED-Basis, die Schott gemeinsam mit Lufthansa Technik auf den Markt gebracht hat.

Helio-Jet, so der Name, ist nicht nur wartungsärmer, sparsamer im Energieverbrauch und dabei nicht schwerer als die bislang in der Kabine verbauten Leuchtstoffröhren. Je nach Ausstattung zaubern die LEDs auch ganz neue Farbspiele in die Flugzeugröhre. „Die Fluggesellschaften können zum Bei-spiel dynamische Lichtszenarien wie Sonnenauf- und -untergang in die Kabine bringen oder diese mit ihren Corporate-Farben ausleuchten. Oder sie können mit einem speziellen weißen Licht für Entspannung bei den Passagieren sorgen“, beschreibt Portmanns die neuen Möglichkeiten.

Anders als bisherige LED-Leuchten, bei denen einfach mehrere LEDs aneinandergereiht werden, besteht Heliojet aus einer Röhre aus hochreinem Glas, die nur an den beiden Enden mit einer weißen oder mehreren farbigen LEDs ausgestattet ist. Die Glasröhre sorgt für ein sehr gleichmäßiges Licht, die bei LED-Bändern typische Streifenbildung gibt es nicht. Zudem messen Sensoren die Wellen des Lichtes und justieren die Farbe so nach, dass auch über ein langes Lichtband hinweg ein identischer Farbton zu sehen ist.

Die Variante mit nur weißen LEDs ist bereits seit 2013 im Einsatz. Doch obwohl die Farbvariante technologisch nicht signifikant anders aufgebaut ist, dauerte es bis Anfang diesen Jahres, bis die ersten Leuchten diesen Typs abheben konnten. Die skandinavische Airline SAS ist Erstkunde und stattet sieben Airbus 330 mit dem System aus. Der „Jungfernflug“ mit dem neuen HelioJet fand Mitte Februar von Dänemark in die USA statt.

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