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19.04.2015

18:30 Uhr

Turkish-Airlines-Chef

Europäische Flughäfen verlieren den Anschluss

Der Druck auf Luftfahrt-Drehkreuze in Europa wächst: 2017 soll der Mega-Airport in Istanbul eröffnen. Schon jetzt droht Frankfurt abgehängt zu werden, warnt der Chef von Turkish Airlines.

Konkurrenz für westliche Drehkreuze wie der Frankfurter Flughafen: In Istanbul wird bald ein neuer Mega-Flughafen eröffnet. dpa

Konkurrenz für westliche Drehkreuze wie der Frankfurter Flughafen: In Istanbul wird bald ein neuer Mega-Flughafen eröffnet.

IstanbulDer geplante Mega-Flughafen in Istanbul wird nach Ansicht des Chefs von Turkish Airlines eine ernste Bedrohung für etablierte Drehkreuze wie Frankfurt werden. Schon jetzt verlören westeuropäische Flughäfen den Anschluss an die Konkurrenz in Istanbul und den Golfstaaten, sagte Temel Kotil, der auch Präsident des Verbands Europäischer Fluggesellschaften (AEA) ist, in Istanbul. „Europäische Politiker verstehen das nicht.“

Der neue Istanbuler Flughafen soll in zweieinhalb Jahren den Betrieb aufnehmen und nach den Worten Kotils besonders mit Dubai konkurrieren. Nach einer mehrjährigen Ausbauphase soll er bis zu 150 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen und damit eines der größten Drehkreuze der Welt werden. Turkish Airlines fliegt inzwischen nach eigenen Angaben mehr ausländische Ziele an als jede andere Airline. Vor wenigen Tagen nahm die Fluggesellschaft mit San Francisco ihr 223. Ziel außerhalb der Türkei ins Programm.

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Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, richtete am Sonntag einen „dringenden Appell“ an die Bundesregierung: „Wettbewerbsverzerrende Regulierungen wie die Luftverkehrsteuer oder ausufernde Nachtflugbeschränkungen können nicht länger hingenommen werden“, teilte Beisel mit. „Erforderliche Ausbauvorhaben wie die notwendige dritte Bahn am Flughäfen München sind endlich anzugehen.“

Auch Kotil sagte, damit Flughäfen und Airlines im Wettbewerb bestehen könnten, müssten „Hubs“ wie Frankfurt deutlich ausgebaut und Nachtflugverbote abgeschafft werden. EU-Politiker scheuten sich aber aus Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen, die notwendigen Schritte zu unternehmen. „Wenn das Flughafen-Drehkreuz nicht 24 Stunden operiert, wird die Fluglinie des Drehkreuzes zum großen Verlierer. Wie soll Frankfurt mit Istanbul oder Dubai konkurrieren?“

Fraport hatte am Mittwoch mitgeteilt, noch in diesem Jahr mit dem Bau eines umstrittenen dritten Terminals in Frankfurt zu beginnen. Als Grund nannte der Betreiber, dass selbst bei den derzeitigen Zuwächsen von zwei bis drei Prozent spätestens 2021 die Kapazitätsgrenze überschritten würde.

Das derzeitige Turkish-Airlines-Drehkreuz - der Atatürk-Flughafen in Istanbul - droht bereits in diesem Jahr, Frankfurt bei den Passagierzahlen abzuhängen. Kotil rechnet für 2015 mit 65 Millionen Reisenden - ein Anstieg von knapp 15 Prozent verglichen mit dem vergangenen Jahr (57 Millionen). Der Frankfurter Flughafen, wo die Lufthansa ihre Basis hat, hatte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 2,6 Prozent auf knapp 60 Millionen Passagiere. In diesem Jahr sollen es erneut lediglich zwei bis drei Prozent mehr werden.

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