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05.12.2011

09:59 Uhr

Carrier IQ

Spionagesoftware auch auf deutschen Handys

VonStephan Dörner

Das Schnüffelprogramm Carrier IQ könnte auch auf Android-Geräten installiert sein, die in Deutschland gekauft wurden. Die Software kann vertrauliche Daten mitschneiden, doch wofür sie eingesetzt wurde ist nebulös.

Samsung Galaxy Tab 7.7. Die Redaktionen von Golem.de und Heise Online fanden auf dem Gerät die umstrittene Software Carrier IQ. Reuters

Samsung Galaxy Tab 7.7. Die Redaktionen von Golem.de und Heise Online fanden auf dem Gerät die umstrittene Software Carrier IQ.

DüsseldorfBislang war es ein reiner US-Skandal – doch die unter Schnüffelverdacht stehende Software Carrier IQ findet sich auch auf einigen Android-Smartphones und Tablets, die in Deutschland verkauft werden. Am Wochenende wurden die Redaktionen der IT-Nachrichtenportale Golem.de und Heise Online fündig. Heise nennt konkret das Huawei-Smartphone Ideos X3 und ein im deutschen Handel gekauftes Samsung Galaxy Tab.

Golem.de zufolge gibt es außerdem Hinweise darauf, dass die Software auf dem Samsung Galaxy S2 mit Android in Version 2.3.4 vorhanden ist. Nach Angaben des Herstellers Carrier IQ befindet sich die Software auf mehr als 141 Millionen Geräten.

Was Carrier IQ genau tut, bleibt immer noch ein Rätsel. Die Software dient nach Herstellerangaben dazu, Mobilfunkprovidern anonymisiert wertvolle Informationen über die Netzqualität zu liefern, damit diese wissen, an welchen Stellen im Mobilfunknetz Probleme bestehen. Fragwürdig erscheint aber in jedem Fall das Vorgehen der Software: Der 25-jährige Android-Entwickler Trevor Eckhart veröffentlichte zwei Videos auf Youtube, die zeigen, dass die Software höchst merkwürdige Funktionen besitzt, die in dieser Art normalerweise nur bei Schadsoftware zu finden sind. So fängt Carrier IQ die Eingaben des Benutzers ab – Experten nennen das eine Keylogger-Funktion.

Kommentare (5)

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peer

05.12.2011, 10:12 Uhr

man muss schon ein profaner Narr sein, wenn man denkt, dass man nicht zu 100% transparent ist für Staat und Wirtscjaft.

Beonders drollig finde ich aber diese "bewussten Bürger", die noch immer an den Datenschutz glauben.

kuac

05.12.2011, 11:52 Uhr

Sie haben wohl resigniert. Das kann man machen aber muss man nicht. Wenn auf der Welt etwas ändern soll, dann muss man es versuchen. Je mehr Leute dabei mitmachen, desto wahrscheinlicher, dass sich etwas ändert.

Account gelöscht!

07.12.2011, 11:01 Uhr

Man muss aus den ganzen globalen Netzwerken raus und Handies mit anonymen Chips benutzen, die weit älter als 10 Jahre sind. Die sehen zwar nicht so toll aus, erfüllen aber voll ihre Funktion: Das Telefonieren!

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