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13.03.2016

12:42 Uhr

Cebit 2016

Wenn der Gürtel vorm Kaufrausch schützt

VonIna Karabasz, Christof Kerkmann

Die Cebit verzichtet angesichts ohnehin sinkender Besucherzahlen auf Nerds und konzentriert sich auf Geschäftskunden. Neben Industrie 4.0 bleibt dennoch Platz für Gadgets – etwa schlaue Gürtel und kalorienzählende Shirts.

Alles Nullen und Einsen: Die Technologiemesse hat sich der Digitalisierung der Wirtschaft verschrieben. dpa

Messestand auf der Cebit

Alles Nullen und Einsen: Die Technologiemesse hat sich der Digitalisierung der Wirtschaft verschrieben.

HannoverDie Cebit feiert Jubiläum: Vor 30 Jahren koppelte die Deutsche Messe AG die Technikschau aus der Industriemesse aus. Der Platz reichte nicht mehr. Im „Centrum der Büro- und Informationstechnik“ – so damals der offizielle Name – standen Personal Computer wie Amiga, Atari ST und Macintosh Plus im Mittelpunkt, während Bildschirmtelefone einen Hauch von Zukunft in die Hallen brachten.

Wenn die Messe am Montag zum 31. Mal die Tore öffnet, werden kaum noch PCs zu sehen sein. Zum einen, weil Smartphones und Wearables längst interessanter sind, zum anderen, weil die Cebit sich heute nur noch an Fachbesucher richtet. Und die beschäftigen sich vor allem mit der Digitalisierung und was diese mit ihren Firmen macht. Die Messemacher haben sich dafür das Motto „d!conomy“ ausgedacht, kurz und englisch für die digitale Wirtschaft. Die Aussteller machen bei dem neuen Konzept gern mit, so will Microsoft der Kundschaft etwa zu einem „digitalen Wirtschaftswunder“ verhelfen.

Ein Hauch von ferner Zukunft weht trotzdem in Hannover. Unternehmen wie Forschungsorganisationen wollen zeigen, was mit der modernen Technik möglich ist. Vom Blaumann, der mithilfe von Sensoren vor Haltungsschäden warnt, bis zum vollvernetzten Haus. Was Besucher und Technikfans zur Cebit 2016 wissen müssen: ein Überblick.

Die Cebit im Überblick

Leitthema: Alles digital

Das Motto der Messe lautet „d!conomy“, das die tiefgreifende Digitalisierung der Wirtschaft auf den Punkt bringen soll. Der Zusatz „join - create - succeed“ soll die aktive Rolle der Unternehmen zum Ausdruck bringen.

Schwerpunkte: Von Cloud bis Big Data

Zu den Schwerpunkten der Messe zählen Cloud Computing, Big Data und die IT-Sicherheit. Ein Trendthema ist auch das Internet der Dinge, also die Vernetzung von Autoflotten, Fabriken oder Windparks.

Ausrichtung: Nur Profis!

Seit 2015 richtet sich die Cebit ausschließlich an Fachbesucher. Techniktüftler und Nerds, die sich früher zu Tausenden durch die vollen Messehallen schoben, wollen die Veranstalter nicht mehr ansprechen.

Aussteller: Konzerne und Start-ups

Auf der Cebit sind traditionell die Großen der IT-Branche vertreten, ob Microsoft, IBM oder SAP. Die Messe hat zudem den Start-up-Bereich Scale11 gegründet. Im vergangenen Jahr kamen 3300 Aussteller, was wieder die Messlatte sein dürfte.

Konferenzen: Politiker und Experten

Große Neuigkeiten sind auf der Cebit nicht mehr zu erwarten, die Messe lockt aber mit einem großen Konferenzprogramm. Dort sprechen etwa EU-Kommissar Günther Oettinger und Verschlüsselungsspezialist Phil Zimmermann.

Dauer: Fünf Tage für die Experten

Die Cebit 2016 dauert vom Montag bis Freitag (14. bis 18. März). Wie schon in den vergangenen Jahren ist die Messe am Samstag nicht geöffnet - der Veranstalter geht davon aus, dass die Fachbesucher unter der Woche kommen.

Profis vor: Fachbesucher statt Techniktüftler

Die Cebit soll nicht mehr für Computer und IT stehen. Das digitale Geschäft stehe im Mittelpunkt, sagte Oliver Frese, Vorstand beim Veranstalter Deutsche Messe AG, dem Handelsblatt im Herbst. Techniktüftler und Nerds, die sich früher zu Tausenden durch die vollen Messehallen schoben, wollen die Veranstalter daher nicht mehr ansprechen. Im Fokus stehen die Entscheider, ob bei Konzernen oder Mittelständlern. Das geplante Investitionsvolumen pro Fachbesucher, so Frese kürzlich, liege bei 150.000 Euro.

Die Deutsche Messe AG macht damit aus der Not eine Tugend: Die Besucherzahlen sind über Jahre immer weiter zurückgegangen, mit der Fokussierung auf die Profis will der Veranstalter das Profil schärfen.

Die Zeiten großer Ankündigungen sind damit vorbei. Dafür bietet die Messe ein großes Konferenzprogramm mit mehr als 200 Rednern, für deren Vorträge Besucher allerdings teilweise zusätzlich zahlen müssen. So spricht Günther Oettinger, EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft, am Montag über „den Weg zu einer digitalen Union“.

Unternehmensvertreter und Experten diskutieren über den Arbeitsplatz der Zukunft und die ethische Seite der digitalen Transformation, während Verschlüsselungsguru Bruce Schneier über den Schutz vor der Totalüberwachung redet.

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