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20.03.2017

20:04 Uhr

Cebit-Partnerland Japan

„Künstliche Intelligenz ist unabdingbar“

VonMartin Kölling

Roboter und künstliche Intelligenz sollen der japanischen Wirtschaft neues Wachstum bescheren. In einer Zeit des Bevölkerungsrückgangs braucht das Land den Spurt, um den Rückstand zur Weltspitze aufzuholen.

Cebit 2017

Was die japanischen Roboter alles können

Cebit 2017: Was die japanischen Roboter alles können

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TokioWenn sich fünf Nobelpreisträger verabreden, dann ist das so etwas wie ein Gipfeltreffen menschlicher Intelligenz. Und wenn die fünf über künstliche Intelligenz (KI) diskutieren, dann kann man erahnen: Man ist in Japan. Das Gastland der Cebit hat sich der Technik so sehr verschrieben wie kaum ein anderes Land.

Das Treffen der fünf Nobelpreisträger vor wenigen Tagen hatte Yuichiro Anzai organisiert und moderiert, Präsident der Japanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft. Einen besseren Gastgeber hätten sich die Wissenschaftler kaum aussuchen können. Als Experte für Maschinenlernen ist Anzai nicht nur Japans graue KI-Eminenz, sondern auch einer der einflussreichsten Weichensteller für Japans Zukunft. Als Vorsitzender des Strategischen Rats für künstliche Intelligenz der Regierung zimmerte er zum Beispiel an Japans neuer Industriestrategie mit. Und die ist extrem ambitioniert.

Alle wichtigen Infos zur Cebit

Eröffnung mit Merkel

Die Cebit wird am 19. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den japanischen Premierminister Shinzō Abe eröffnet. Japan ist in diesem Jahr Partnerland der Messe, mehr als 100 Institutionen und Firmen aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen. Der japanische Zentralstand ist in den Hallen 4 und 12. 

Eine Woche Betrieb

Die Cebit 2017 beginnt mit einem Pressetag am Sonntag, 19. März. Für reguläre Besucher ist das Gelände vom 20. bis 24. März geöffnet. Die Messe betont, sich an Fachleute fürs digitale Geschäft zu richten – Schulklassen sind nicht willkommen.

Digitalisierung als Oberthema

Das Leitthema der Messe lautet erneut „d!conomy“, dieses Mal mit dem Zusatz „no limits“. Die Veranstalter wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die Digitalisierung alle Bereiche der Wirtschaft ergreift.

Drohnen und Roboter als Hingucker

Die Cebit soll eine Plattform für die Digitalisierung der Wirtschaft sein – samt großer Trends wie Cloud Computing, Big Data, IT-Sicherheit, Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz. Besondere Hingucker sind das Drohnenfreigelände neben Halle 2 und zahlreiche Roboter, etwa am Stand des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Halle 6.

Eigene Halle für Start-ups

In diesem Jahr stellen mehr 3000 Unternehmen aus 70 Ländern ihre Produkte und Neuentwicklungen vor. Darunter sind rund 400 Start-ups, für die es eine eigene Halle gibt. Die Deutsche Messe AG rechnet wie im Vorjahr mit rund 200.000 Besuchern.

Tickets und Preise

Ein Dauerticket kostet an der Tageskasse 61 Euro. Tagestickets sind nur noch für Schüler und Studenten zu einem Preis von 26 Euro im Angebot. Für verschiedene Konferenzen zahlen Besucher extra – wer etwa am Format Global Conferences teilnehmen will, ist ab 660 Euro dabei. Eine Übersicht findet sich auf der Website der Cebit.

Bis 2020 soll das Bruttoinlandsprodukt um fast ein Fünftel auf 600 Billionen Yen (4,95 Billionen Euro) steigen, versprach Ministerpräsident Shinzo Abe nach seinem Amtsantritt Ende 2012. Und Roboter, künstliche Intelligenz und vernetzte, smarte Maschinen sollen rund ein Drittel des Wachstums bringen, sagt Anzai nun im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Aus der Sicht Japans ist KI unabdingbar für das Wachstum unserer Wirtschaft.“

Japan kann diesen Spurt gut gebrauchen, um den Rückstand zur Weltspitze aufzuholen. „Die USA sind die Vorreiter und recht weit voraus“, meint Anzai. Deutschland mache sich recht gut im Bereich Internet der Dinge in der Industrie, ein Bereich, der auch in Japan sehr wichtig ist.

Aber Anzai gibt auch seinem Land Chancen, in der neuen voll vernetzten Welt von smarten Automaten und Systemen mittelfristig das Tempo mitzubestimmen. Erstens habe Japan „niedrige kulturelle Hürden“. Die Vorstellung, dass KI schlauer als der Mensch werden könne, schrecke zwar auch die Japaner. Aber Japaner sehen Roboter nicht als Bedrohung, sondern unterhaltsame Freunde des Menschen.

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