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21.03.2017

12:44 Uhr

Cebit-Trend Künstliche Intelligenz

Lehrmeister für schlaue Maschinen gesucht

Sie steuert Autos, erkennt Krankheiten und beantwortet Kundenfragen: Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die Wirtschaft zu revolutionieren. An Ideen mangelt es nicht, doch Fachleute werden dringend gesucht.

Immer mehr Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz – ob in Form von Robotern oder intelligenter Software. Fachleute sind jedoch rar. obs

Hand in Hand mit dem Roboter

Immer mehr Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz – ob in Form von Robotern oder intelligenter Software. Fachleute sind jedoch rar.

HannoverAutos, die selbständig über die Straße navigieren. Programme, die anhand von Satellitenbildern die Schäden durch Wirbelstürme schätzen. Und Helfer für den Kundenservice, die Anfragen automatisch nach Beschwerden und Bestellungen sortieren: Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern – vor allem die Teildisziplin des maschinellen Lernens verspricht große Erfolge. Etliche deutsche Konzerne nutzen die Technologie bereits, teils versuchsweise, teils schon im Alltag.

Allerdings sind die Fachleute an der Schnittstelle von Informatik und Statistik nicht einfach zu finden. „In Deutschland fehlen unmittelbar 5000 Leute mit KI-Expertise“, sagt Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Allein in der Automobilindustrie bestehe ein Bedarf von 3000 Experten, sagt der Professor für Informatik, der sich über eine Umfrage bei Dax-Konzernen einen Überblick verschafft hat. „Enormen Bedarf an KI-Expertise“ hätten auch Handel, Medienbranche sowie Banken und Versicherungen angemeldet, sagte Wahlster dem Handelsblatt. Das DFKI und die Akademie der Technikwissenschaften Acatech haben daher einen Online-Kurs zur Vermittlung von „Orientierungswissen“ entwickelt, der heute zum Start der Cebit online geht.

Alle wichtigen Infos zur Cebit

Eröffnung mit Merkel

Die Cebit wird am 19. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den japanischen Premierminister Shinzō Abe eröffnet. Japan ist in diesem Jahr Partnerland der Messe, mehr als 100 Institutionen und Firmen aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen. Der japanische Zentralstand ist in den Hallen 4 und 12. 

Eine Woche Betrieb

Die Cebit 2017 beginnt mit einem Pressetag am Sonntag, 19. März. Für reguläre Besucher ist das Gelände vom 20. bis 24. März geöffnet. Die Messe betont, sich an Fachleute fürs digitale Geschäft zu richten – Schulklassen sind nicht willkommen.

Digitalisierung als Oberthema

Das Leitthema der Messe lautet erneut „d!conomy“, dieses Mal mit dem Zusatz „no limits“. Die Veranstalter wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die Digitalisierung alle Bereiche der Wirtschaft ergreift.

Drohnen und Roboter als Hingucker

Die Cebit soll eine Plattform für die Digitalisierung der Wirtschaft sein – samt großer Trends wie Cloud Computing, Big Data, IT-Sicherheit, Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz. Besondere Hingucker sind das Drohnenfreigelände neben Halle 2 und zahlreiche Roboter, etwa am Stand des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Halle 6.

Eigene Halle für Start-ups

In diesem Jahr stellen mehr 3000 Unternehmen aus 70 Ländern ihre Produkte und Neuentwicklungen vor. Darunter sind rund 400 Start-ups, für die es eine eigene Halle gibt. Die Deutsche Messe AG rechnet wie im Vorjahr mit rund 200.000 Besuchern.

Tickets und Preise

Ein Dauerticket kostet an der Tageskasse 61 Euro. Tagestickets sind nur noch für Schüler und Studenten zu einem Preis von 26 Euro im Angebot. Für verschiedene Konferenzen zahlen Besucher extra – wer etwa am Format Global Conferences teilnehmen will, ist ab 660 Euro dabei. Eine Übersicht findet sich auf der Website der Cebit.

„Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz sind Schlüsselkompetenzen, um die vernetzte Welt zu gestalten“, sagt Bosch-Chef Volkmar Denner stellvertretend für viele andere Unternehmen. Einige Beispiele aus deutschen Konzernen zeigen die Bedeutung der Technologie und den Bedarf an Fachkräften – auch wenn sich zu konkreten Plänen kaum ein Unternehmen genau äußert.

Für SAP ist maschinelles Lernen derzeit eines der wichtigsten Themen. „Unsere Vision ist das intelligente Unternehmen“, sagt Markus Noga, der die Entwicklung des maschinellen Lernens verantwortet. Ziel sei es, Geschäftsprozesse schrittweise neu zu erfinden: SAP will immer mehr Standardaufgaben den Maschinen übertragen, damit den Menschen mehr Zeit für die schwierigen Fälle bleibt. Nogas Team hat 300 Nutzungsszenarien identifiziert, bei über 30 soll in diesem Jahr die Integration in Produkte beginnen. Für den Konzern ist es strategisch wichtiges Thema: Auch die Konkurrenz investiert massiv.

Intelligenz 4.0: Wie lernende Maschinen die Wirtschaft verändern

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Sie erkennen Krankheiten, prüfen Rechnungen und beruhigen Kunden: Künstliche Intelligenz krempelt unsere Wirtschaft um. Der Einstieg ist für Unternehmen einfach. Sie brauchen nur eine gute Idee – und vor allem: Daten.

Ein neues SAP-System sortiert beispielsweise Kundenanfragen vor: Es trennt Beschwerden von Bestellungen, leitet sie gleich an die richtigen Mitarbeiter weiter und macht Vorschläge für Antworten. Mit den vielen Daten, die der Konzern in seinen Systemen speichert, kann er die Algorithmen trainieren – diese entwickeln dann eigenständig Regeln für die Sortierung.

Derzeit beschäftigt SAP 120 Spezialisten für maschinelles Lernen, im Laufe des Jahres soll sich die Zahl verdoppeln. Zudem lernen Tausende Mitarbeiter über interne Gruppen und Treffen die Grundzüge der Technik. Die Suche nach Fachkräften bereite dem Konzern derzeit keine großen Probleme, sagt Noga: „Insbesondere in Europa ist SAP als IT-Arbeitgeber hervorragend positioniert, um Toptalente anzuziehen.“ Um sichtbar zu sein, arbeitet der Konzern mit Forschungseinrichtungen zusammen, ist auf Fachkonferenzen präsentiert und richtet Rekrutierungsveranstaltungen aus.

Welche Schäden hat der Wirbelsturm angerichtet? Algorithmen erleichtern die Auswertung von Satellitenbildern. dpa

Satellitenbild

Welche Schäden hat der Wirbelsturm angerichtet? Algorithmen erleichtern die Auswertung von Satellitenbildern.

Der Umgang mit großen Informationsmengen gehört bei Munich Re seit jeher zum Geschäftsmodell. Es ist die Grundlage, um Risiken realistisch zu kalkulieren. „Um große Datenmengen zu erheben und zu verarbeiten, wird künstliche Intelligenz eine zunehmende Rolle spielen – und sie ist bereits heute fester Bestandteil einer wachsenden Anzahl unserer Services“, teilt der weltgrößten Rückversicherer mit.

Bei der Schätzung von Schäden nach Naturkatastrophen hilft die IT beispielsweise, indem sie Bilder von Satelliten und Drohnen auswertet. Zuletzt sei das nach dem Hurrikan Matthew in den USA geschehen. Auch bei der Untersuchung von Versicherungsbeständen nach bestimmten Risiken oder der Suche nach Marktpotenzialen kommt die Technologie zum Einsatz.

Dafür braucht Munich Re weitere Experten. Genaue Zahlen nennt der Konzern zwar nicht, lässt aber wissen, dass er „fortlaufend Data Scientists und andere Experten“ rekrutiere, für die Zentrale wie auch für größere Niederlassungen im Ausland.

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Beratung von Paul

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