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24.03.2017

11:10 Uhr

Digitalisierung der Arbeitswelt – Cebit 2017

Jetzt wird es richtig ernst – für alle Berufsgruppen

VonJohannes Steger

„Lebenslanges Lernen“ als Lippenbekenntnis – die Zeit ist vorbei. Die Digitalisierung verändert jeden Arbeitsplatz. Auf der Cebit zeigen Experten, wie die Zukunft aussehen könnte. Was das für den Arbeitsalltag bedeutet.

Auch der Wohlfühlfaktor im Büro dürfte ein bedeutender Aspekt in der Zukunft werden. obs

Zukunftsvisionen

Auch der Wohlfühlfaktor im Büro dürfte ein bedeutender Aspekt in der Zukunft werden.

HannoverDer Arbeitstag beginnt mit dem Blick auf eine App: In welcher Etage ist ein Schreibtisch frei? Ein kleiner Sensor im Stuhl verrät, welcher Arbeitsplatz gerade unbesetzt ist. Eigentlich ist ein freier Platz immer zu haben: Schließlich arbeitet über die Hälfte der Angestellten von zuhause aus. Die Kollegen, die noch ins Büro kommen, haben ihre Arbeitszeiten vom Betriebsarzt auf ihren natürlichen Biorhythmus abstimmen lassen. Eine Kollegin aus der Kreativabteilung arbeitet zum Beispiel abends viel besser – und kommt daher meist erst gegen 15 Uhr ins Büro.

Wenn ein freier Platz gefunden ist, beginnt der Arbeitstag mit einer Konferenz in der US-Niederlassung in San Francisco. Dienstreisen? Die hat der Unternehmenscontroller, ein intelligenter Algorithmus, bereits vor zwei Jahren abgeschafft. Für die Teilnahme an der Konferenz ist lediglich eine Datenbrille notwendig, für den neuen Konferenzbereich hatte man extra einen Pariser Innenausstatter für virtuelle Räume engagiert. Das Thema des Meetings: Die neuen Policen vom Algorithmus-Versicherer, die mal wieder teurer geworden sind. Die Diskussion ist hitzig, doch zum Glück ist der unternehmenseigene Empathie-Interventionist anwesend.

Technologiemesse vor Neustart: Kann die Cebit wieder cool werden?

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In der schnelllebigen Technologie-Welt droht die Cebit den Anschluss zu verlieren. Ein neues Konzept soll das ändern. Doch den Organisatoren bleibt nur sehr wenig Zeit, um dieses mit Leben zu füllen. Eine Analyse.

Zugegeben: Es ist eine Vision. Aber wer sich dieser Tage auf der weltweit größten Technikmesse Cebit in Hannover umschaut und umhört, der kann eine Vorahnung bekommen, wie sie aussehen könnte, die Zukunft der Arbeit: Datenbrillen, die virtuelle Konferenzen ermöglichen, Drohnen, die wichtige Kurierdienste tätigen oder intelligente Maschinen, die unsere Arbeit erledigen. Schöne, neue, vernetzte Welt. Doch es lauern auch Gefahren: Viele Experten warnen vor einem neuen digitalen Prekariat, von den Abgehängten, die mit dem Wandel nicht Schritt halten können und sich dann nationalistischen und protektionistischen Strömungen zuwenden. Was muss also passieren, damit die Transformation gelingt? Und welche Visionen für den Arbeitsplatz sind realistisch?

Die Zukunft, sie hat längst begonnen: Das zeigen nicht nur die vielen Maschinen, die überall auf der Cebit rumstehen, fahren oder rumwerkeln. Eine repräsentativen Befragung von Unternehmen ab 500 Mitarbeitern, die von Bitkom Research im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo durchgeführt wurde, belegt: Innovative Technologien werden in weniger als 15 Jahren in vielen großen Unternehmen Arbeitsalltag sein. Knapp drei Viertel (73 Prozent) meinen, dass 3D-Technologien bis 2030 verbreitet sein werden. Sechs von zehn (59 Prozent) erwarten das für Datenbrillen und fast die Hälfte (48 Prozent) für Drohnen. Dahinter folgen Serviceroboter (23 Prozent), die Dienstleistungen ausführen, und Digital Counterparts (13 Prozent) wie intelligente Klone beziehungsweise virtuelle Avatare, so die Umfrage.

Sechs Entwicklungen, die die kommenden Jahre beherrschen

Computing überall

Mobile Geräte bieten ständigen Online-Anschluss. Dadurch ist die kontinuierliche und damit aktuelle, weltweite Information der Nutzer, auch in der Produktion und im Handel, möglich.

Internet der Dinge (IoT)

Geräte tauschen untereinander und mit den Nutzern automatisch Infos aus. Etwa die Haushaltsgeräte mit dem Stromzähler, um die günstigsten Verbrauchszeiten herauszufinden.

3-D-Druck

Die neuen Drucker können fast jedes dreidimensionale Objekt herstellen. Typische Materialien sind Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken und Metalle.

Big Data

Große Datenmengen, etwa aus dem IoT, von Social Media oder aus mobilen Geräten, werden automatisch analysiert und sind in Anwendungen eingebettet.

Intelligente Maschinen

Sie lernen selbstständig und handeln entsprechend dem Trends zur Industrie 4.0. Die smarten Maschinen gelten als Technologie, die vorhandene Geräte weitgehend ersetzt.

Systeme mit Umgebungsdaten

Sie erfassen, etwa via Sensoren, den Kontext der Nutzer und der Geräte und liefern ausgewählte Daten. Damit lassen sich zum Beispiel Sicherheitssysteme verstärken.

Quelle: Creditreform 1 2017

Schon 2016 kam die Delphi-Studie „2050: Die Zukunft der Arbeit“ der Bertelsmann Stiftung und der Denkfabrik Millennium Project zu dem Ergebnis, dass in Zukunft immer mehr Aufgaben von Maschinen erledigt werden können. Der technologische Fortschritt erfasse alle Berufsgruppen und sein Tempo werde noch zulegen, so die Verfasser der Studie.

Auch Christoph Beck, Professor für Human Resource Management an der Hochschule Koblenz, meint: „Jeder Arbeitsplatz wird von den künftigen Entwicklungen und Innovation betroffen sein. Administrative Prozesse ebenso wie körperliche Arbeiten werden durch den Kollegen Computer übernommen, das heißt Konzentration auf seine Kernkompetenzen.“ Was ein Computer besser, präziser und schneller machen kann, solle der Computer oder Roboter übernehmen, so Beck: „Eine riesige Chance für den Menschen, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die dieser besser machen können.“

Kommentare (10)

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24.03.2017, 11:32 Uhr

"Digitale Arbeitswelt" oder "Industrie 4.0" heißt nichts anderes als sicn von einen hochsensiblen Strom-Energienetz/Versorgung immer abhängiger zu machen und das Wissen über das richtige Lernen zu verlernen...ein Lernen, das sich immer am realen Leben, am realen Umfeld, Natur orientiert, wird in dieser Digitalen neuen Traumwelt komplett unter den Tisch gekehrt....es wird mit der Computer gesteuerten Digitalisierung ein Arbeitsumfeld geschaffen, dass sich von der Realität immer mehr entfernt.
Digitale Computermodelle und Simulationen bilden vermehrt nur nach das ab, was man sich ideologisch-politisch einbildet aber was in der Realität zum Scheiter verurteilt ist. Das beste Beispiel ist die "Neue schöne Simulationswelt" einer Energiewende oder einer Co2 freien Gesellschaft...in dieser Welt der digitalen Simualtion ist alles friede, freude eierkuchen und so unbeschwert...in der Realtität bedeutet diese Digital Simulierte sog. CO2 freie Erneuerbare Energiewelt aber nichts anders als der Rückschritt der Mensch in eine Mangel und Armutszeit...
Digitale Welt, Computersimulationen haben mit der Realen Welt immer weniger zu tun...diese Digitalen Welten werden immer weniger von der Realität als von ideologischen-politischen Werten/Zahlen gefüttert...und wie sagt man so schön in der Programmierwelt "Ideolgie bzw. Scheiße" rein kommt "Ideologie bzw. Scheiße" auch raus.

Rainer von Horn

24.03.2017, 12:01 Uhr

Ich hab´neulich den Film "Transcendence" geguckt und will mich jetzt auch digitalisieren lassen, um immer mithalten zu können. Geht das eigentlich nur am Festnetzanschluß oder auch am WLan?

Anno Nymicus

24.03.2017, 12:04 Uhr

"„Die meisten Menschen wird man für die Wirtschaft nicht mehr brauchen können. Sie sind überflüssig.“"
Nö. Da fehlt was: der Nachfrage erzeugende Konsument.
Das derzeitige Umverteilungssystem hängt nunmal an den Löhnen: erst durch das Arbeitseinkommen ist die Nachfrage möglich.

Die Lücke ist bereits entstanden - und wird via Kredit geschlossen. Je mehr die gesellschaftliche Mitte da allerdings reinschlittert, desto mehr Angst kommt auf. Zurecht.

Es wird wohl auf sowas wie Sozialisierung & Kapitalertragfinanziertes BGE hinauslaufen müssen - ansonsten kommt die Angst, und der Mensch wird zum Tier. "Menschlichkeit" muss man sich nämlich leisten können ...

... und last but not least: muß eben die Nachfrage finanziert werden.

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