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02.04.2017

15:44 Uhr

Energie 4.0

Versorger wollen die digitale Wende

VonBernward Janzing

Der Energiesektor mobilisiert hohe IT-Investitionen. Branchenneulinge beschleunigen mit ihrer Kreativität die Digitalisierung. Aber auch in Haushalten hält digitale Technik Einzug, wenn es um Energieeffizienz geht.

Die Bedeutung von Software in der Stromversorgung wächst rasch. dpa

Monteur bei der Arbeit an einem Umspannwerk

Die Bedeutung von Software in der Stromversorgung wächst rasch.

FreiburgVon Köln aus arbeitet Next Kraftwerke an der neuen Energiewirtschaft. Flexibilität für den Strommarkt – darauf fußt das Geschäftsmodell des 2009 gegründeten Unternehmens. Die ist umso wichtiger, je mehr Energie wetterabhängige Windkraft- oder Solaranlagen liefern. Um das schwankende Angebot optimal zu steuern, sind Dutzende Software-Ingenieure im Einsatz. Neben den Energiehändlern, die den Strom am Markt platzieren, machen sie den größten Teil der 135-köpfigen Belegschaft von Next Kraftwerke aus.

Die Aufgabe der IT-Experten ist hochkomplex: 4.000 Anlagen mit einer Leistung von zusammen 2.270 Megawatt hängen inzwischen an der Leitzentrale des Unternehmens. Sie alle gehören privaten Betreibern. Next Kraftwerke übernimmt die Steuerung – auch bei Verbrauchern. Zudem sind Speicher wie etwa Notstromaggregate eingeklinkt.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

„Zumeist flexibilisieren wir Anlagen, die ohnehin bestehen, und erzielen damit Zusatzerlöse für den Betreiber“, sagt Firmensprecher Jan Aengenvoort. Allein könnten viele dies nicht schaffen, weil sie nicht die nötige Leistung erreichen, um an den Märkten agieren zu können. Das aber gelingt, wenn Dienstleister wie Next Kraftwerke sie IT-gestützt zu Pools zusammenschalten.

Die Liberalisierung des Strommarkts 1998 schaffte den Rahmen für neue Anbieter wie Next Kraftwerke – Verbraucher konnten nun ihren Versorger selbst wählen. Der Aufstieg der Erneuerbaren beschleunigt den Erfolg der Newcomer. Zunehmend wird IT zur entscheidenden Stellschraube: „Die Digitalisierung ist Eckstein der Energiewende“, erläutert Robert Spanheimer, Referent Smart Grids & Smart Home beim Digitalverband Bitkom. Für IT-Dienstleister sieht er beste Perspektiven – vor allem, wenn sie Software bieten.

Die Versorger müssen umsteuern, Energie 4.0 heißt das Schlagwort: „Die Digitalisierung ist eines der ganz großen Themen der Energiewirtschaft“, sagt Stefan Kapferer, Chef des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die gesamte Wertschöpfung von der Erzeugung über den Transport bis hin zur Steckdose werde erfasst. Auch etablierte Konzerne sind gezwungen, kräftig in IT-Know-how zu investieren: „Viele Unternehmen haben eine Digitalisierungsstrategie entwickelt und entsprechende Personalressourcen aufgebaut, die sich intensiv mit der Umsetzung befassen“, sagt Kapferer. Eon verpflichtete jüngst gar den früheren SAP-Manager Matthew Timms als Chief Digital Officer.

Kommentare (1)

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Herr Daniel Fernandez

04.04.2017, 16:44 Uhr

Die Energieversorgung wird digitalisiert, damit man die Energieversorgung besser managen kann. Genauso wichtig ist es aber auch für Haushalte und Unternehmen, ihren Energieverbrauch zu managen. Energiemonitoring bringt für beide Seiten einige Vorteile: www.smart-cost.de

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