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19.03.2017

14:43 Uhr

Informatik

Experten für künstliche Intelligenz gesucht

An Ideen fehlt es nicht: Viele deutsche Konzerne, von der Autobranche bis zur Versicherungsindustrie, setzen künstliche Intelligenz ein. Doch Experten sind in Deutschland schwer zu finden.

Allein in der Automobilindustrie besteht ein Bedarf von 3000 Experten für Künstliche Intelligenz. dpa

Vernetzter Lkw von Daimler

Allein in der Automobilindustrie besteht ein Bedarf von 3000 Experten für Künstliche Intelligenz.

HannoverKünstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, Geschäftsmodelle zu revolutionieren – vor allem die Teildisziplin des maschinellen Lernens verspricht große Erfolge. Allerdings sind die Fachleute an der Schnittstelle von Informatik und Statistik nicht einfach zu finden. „In Deutschland fehlen unmittelbar 5.000 Leute mit KI-Expertise“, sagte Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Handelsblatt.

Allein in der Automobilindustrie bestehe ein Bedarf von 3000 Experten, sagte der Professor für Informatik, der sich in großen Unternehmen umgehört und diese Daten hochgerechnet hat. „Enormen Bedarf“ hätten auch Handel, Medienbranche sowie Banken und Versicherungen. Das DFKI und der Thinktank Acatech haben daher einen Onlinekurs zur Weiterbildung im maschinellen Lernen entwickelt, der am heutigen Montag auf der Cebit vorgestellt wird.

Cebit 2017: Ein neues Handy für die Kanzlerin?

Cebit 2017

Ein neues Handy für die Kanzlerin?

Das Düsseldorfer Unternehmen Secusmart macht das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel sicher. Die ist treue Blackberry-Nutzerin. Eine neue Kooperation der Firma könnte das aber ändern.

Einige Beispiele aus deutschen Konzernen zeigen die vielfältigen Möglichkeiten. Der Rückversicherer Munich Re analysiert große Datenmengen, um Risiken zu kalkulieren, und wertet nach Naturkatastrophen Satellitenbilder aus. Handelsriesen wie Media-Saturn und Otto, Metro und Rewe messen dem Thema strategische Bedeutung bei, etwa um zu jeder Zeit die richtigen Güter am richtigen Ort zu haben. Und die Autoindustrie investiert massiv, um das autonome Fahren zu entwickeln.

Den Bedarf genau beziffern wollen die Unternehmen nicht – wohl auch, weil sich KI nicht so einfach abgrenzen lässt. Volkswagen lässt beispielsweise in seinen IT-Labs mehrere Hundert Mitarbeiter Lösungen für Big Data, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Virtual Reality und eben künstliche Intelligenz entwickeln. In der heutigen Technologie hat alles mit allem zu tun. Ähnlich ist es beim Handelskonzern Otto, bei dem ein Team aus 30 Spezialisten an „datengetriebenen Lösungen“ arbeitet.

Alle wichtigen Infos zur Cebit

Eröffnung mit Merkel

Die Cebit wird am 19. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den japanischen Premierminister Shinzō Abe eröffnet. Japan ist in diesem Jahr Partnerland der Messe, mehr als 100 Institutionen und Firmen aus dem Land der aufgehenden Sonne kommen. Der japanische Zentralstand ist in den Hallen 4 und 12. 

Eine Woche Betrieb

Die Cebit 2017 beginnt mit einem Pressetag am Sonntag, 19. März. Für reguläre Besucher ist das Gelände vom 20. bis 24. März geöffnet. Die Messe betont, sich an Fachleute fürs digitale Geschäft zu richten – Schulklassen sind nicht willkommen.

Digitalisierung als Oberthema

Das Leitthema der Messe lautet erneut „d!conomy“, dieses Mal mit dem Zusatz „no limits“. Die Veranstalter wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die Digitalisierung alle Bereiche der Wirtschaft ergreift.

Drohnen und Roboter als Hingucker

Die Cebit soll eine Plattform für die Digitalisierung der Wirtschaft sein – samt großer Trends wie Cloud Computing, Big Data, IT-Sicherheit, Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz. Besondere Hingucker sind das Drohnenfreigelände neben Halle 2 und zahlreiche Roboter, etwa am Stand des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Halle 6.

Eigene Halle für Start-ups

In diesem Jahr stellen mehr 3000 Unternehmen aus 70 Ländern ihre Produkte und Neuentwicklungen vor. Darunter sind rund 400 Start-ups, für die es eine eigene Halle gibt. Die Deutsche Messe AG rechnet wie im Vorjahr mit rund 200.000 Besuchern.

Tickets und Preise

Ein Dauerticket kostet an der Tageskasse 61 Euro. Tagestickets sind nur noch für Schüler und Studenten zu einem Preis von 26 Euro im Angebot. Für verschiedene Konferenzen zahlen Besucher extra – wer etwa am Format Global Conferences teilnehmen will, ist ab 660 Euro dabei. Eine Übersicht findet sich auf der Website der Cebit.

Bei der Personalsuche verlassen sich die Firmen nicht auf die üblichen Rekrutierungsinstrumente. „Nach unseren Erfahrungen ist es schwierig, Wissen zum Einsatz von künstlicher Intelligenz im Handel zu finden – weil es sich um ein vollkommen neues Arbeitsfeld handelt“, sagt Martin Wild, Chief Digital Officer bei Mediamarkt-Saturn. Der Konzern baut daher selbst Experten auf. Auch SAP setzt auf Weiterbildung: Es gibt zwar 120 Spezialisten, doch andere Mitarbeiter können sich mit Hilfe interner Schulungsmaterialien Wissen aneignen.

Auf einen langfristigen Effekt hoffen einige Industrieriesen in Baden-Württemberg: Firmen wie Bosch, Daimler, BMW und Facebook haben gemeinsam mit Universitäten und Forschungseinrichtungen das „Cyber Valley“ gegründet. Es soll helfen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen – und gleichzeitig erstklassigen Nachwuchs anlocken.

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