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12.01.2015

11:13 Uhr

Jobs im Wandel

Digitaler Daumen gesucht

VonJudith-Maria Gillies

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Wertschöpfungsketten vieler Unternehmen, sondern auch unsere Art zu arbeiten. Der Wandel macht vor kaum einem Job halt. Wie Einsteiger in der digitalen Welt Karriere machen.

Digital Native zu sein reicht heute nicht mehr aus - Unternehmen suchen nach Menschen mit Digitalem Daumen.

Digital Native zu sein reicht heute nicht mehr aus - Unternehmen suchen nach Menschen mit Digitalem Daumen.

Düsseldorf.Erst erläuft er den Pass mit drei, vier schnellen Schritten, hält den gegnerischen Verteidiger auf Distanz, schiebt den Ball schließlich mit einem platzierten Linksschuss vorbei am Torwart flach ins Eck. Und bereitet kurz darauf mit einem Zuspiel in den Strafraum das zweite Tor der Partie durch seinen Mannschaftskollegen Danny Welbeck vor: Mit einem Tor und einer Vorlage beim Auswärtsspiel gegen Aston Villa feierte Mesut Özil im Trikot seines Clubs Arsenal London am 20. September ein viel beachtetes Comeback in der englischen Premier League - nach langer Verletzung und Formtief.

„Finally! 79 sec for a goal and one assist“, postete Özil kurz nach dem Spiel auf Facebook, „really happy with it. Let your #instincttakeover.“ Nur 79 Sekunden habe er für ein Tor und eine Vorlage gebraucht und sei wirklich glücklich damit - „lass deinen Instinkt das Kommando übernehmen“.

Die Vision der smarten Technik

Auf dem Vormarsch

Neben Datenbrillen verbreiten sich auch andere intelligente Technologien immer weiter in der Arbeitswelt.

Schlaue Kleidung

Eine Rolle spielen unter anderem virtuelle Fabrikplanungen für die Kreation des perfekten Arbeitsplatzes, auf den Nutzer abgestimmte Beleuchtung für Büroräume, intelligente Schutzbekleidung (etwa für Feuerwehrleute) und intelligente Fabriken mit untereinander kommunizierenden Maschinen.

Risiken

Das bringt auch Risiken mit sich: So kann Bürobeleuchtung, der höhere Blaulichtanteile beigesteuert werden, die Konzentration steigern und Müdigkeit vermeiden. Doch dieser Eingriff kann auch den Schlafrhythmus der Arbeitenden aus dem Takt bringen. Schutzkleidung für Feuerwehrleute, die Daten über deren Körperzustand im Einsatz sammelt, wirft die Frage auf: Wem werden kritische Werte gemeldet – dem Feuerwehrmann selbst oder dem Einsatzleiter?

Augmented Reality

Anwendungen, die dem Nutzer intelligenter Technologien einen mit Zusatzinformationen angereicherten Überblick über seine Umgebung bieten, sind in der industriellen Anwendung noch selten. Der Grund: Bisher kommunizieren Datenbrillen oder andere Plattformen hauptsächlich über RFID-Chips mit ihrer Umgebung. Da die in den meisten Produkten - etwa Autos, die in der Werkstatt mit einer Datenbrille repariert werden sollen - fehlen, haben Datenbrillen keine Ansatzpunkte.

Hinter den Zeilen, die sich wie ein spontan verfasster Gefühlsausbruch des Fußballprofis lesen, steckt jedoch nicht Özil selbst, sondern Birgit Schönlein. Die 30-Jährige kümmert sich als Digital Marketing Manager beim Sportausrüster Adidas um die Fußballsparte und hat Özils Post eingefädelt. Der Hashtag am Schluss von Özils Kommentar ist Teil einer gezielten Marketingkampagne ihres Arbeitgebers. „Instinct takes over“ lautet nämlich auch der Slogan für den neuen Fußballschuh des Konzerns, für den Schönlein Özil zum Helden aufbaute. Der Link führt die User auf Adidas-Seiten bei Facebook, den Kurznachrichtendienst Twitter und über weitere Hashtags zu mehreren Clips auf der Videoplattform YouTube.

Schönlein spielt auf der gesamten Klaviatur des Digitalmarketings: Legt wöchentlich fest, welche Werbebotschaften sich an aktuelle Termine koppeln lassen, welche Ereignisse sich für Imagewerbung anbieten, welche Blogs oder Posts sich mit den Adidas-Produkten verlinken lassen und welche Werbung mit dem E-Commerce-Shop verknüpft werden sollte. Mit der Social-Media-Agentur der Firma beaufsichtigt sie außerdem Fotoshootings und Filmaufnahmen, ersteigert Werbeplätze im Internet und schaltet Fotos, Filme, Posts und Tweets in allen für Adidas relevanten Web-Kanälen - von Google+ über Instagram bis zur App des Fußballmagazins Kicker.

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