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29.10.2013

19:30 Uhr

Computer-Brille

Google vervierfacht Zahl der Testpersonen

In den USA könnten bald bis zu 40.000 Leute mit der Datenbrille Google Glass auf der Nase herumlaufen. Der Konzern will die Zahl der Tester vervierfachen. Außerdem gibt es eine neue Version des futuristischen Geräts.

Google hat die „Glass Explorer“ genannten Testnutzer aus einer Vielzahl von Interessenten ausgesucht. Sie mussten 1500 Dollar für das Gerät bezahlen. ap

Google hat die „Glass Explorer“ genannten Testnutzer aus einer Vielzahl von Interessenten ausgesucht. Sie mussten 1500 Dollar für das Gerät bezahlen.

Mountain ViewGoogle weitet das Testprogramm für seine Computer-Brille Glass drastisch aus. Jeder bisherige Testnutzer werde die Möglichkeit bekommen, bis zu drei weitere Leute einzuladen, kündigte der Internet-Konzern am späten Montag an. Nach Angaben von Mitte September hatten rund 10.000 Nutzer Google Glass zur Probe erhalten.

Zudem wird Google in diesem Jahr eine neue Version der Datenbrille verteilen. Sie werde mit der Zeit auch für Brillenträger geeignet sein, wenn neue Linsen-Aufsätze verfügbar sind. Zusätzlich bekommt sie einen Ohrhörer, hieß es. Bislang wurde der Ton über den Schädelknochen übertragen. Nutzer der ersten Version werden ihre Geräte umtauschen können. Google hatte die „Glass Explorer“ genannten Testnutzer aus einer Vielzahl von Interessenten ausgesucht, sie mussten 1500 Dollar für das Gerät bezahlen.

Google Glass trägt auf einer Konstruktion ähnlich eines Brillengestells einen kleinen Bildschirm über dem rechten Auge, auf dem zum Beispiel Routenanweisungen oder Informationen aus dem Internet eingeblendet werden können. Die Brille reagiert auf Sprachbefehle und kann mit einer Kamera Fotos und Videos aufnehmen. Diese Funktion löste Sorgen um den Schutz der Privatsphäre aus.

Google Glass

Prestigeprojekt des Gründers

Die Datenbrille ist für den Internet-Konzern ein Prestigeprojekt – Mitgründer Sergey Brin kümmert sich darum persönlich. Seine Vision: Mithilfe des kleinen Bildschirms soll das Internet noch nahtloser in den Alltag integriert werden, etwa indem dort Informationen wie Wegbeschreibungen, E-Mails oder das Wetter eingeblendet werden.

Erste Geräte für Tester

Google Glass war anfangs noch nicht reif für den Massenmarkt, Google versorgte einige Tausend Testnutzer mit Brillen. Sie mussten 1500 Dollar plus Steuern zahlen. Im April will der Konzern das Gerät in den freien Verkauf geben, allerdings nur in den USA und in begrenzter Stückzahl.

Olympus arbeitet an Datenbrille

Auch andere Unternehmen arbeiten an einer Datenbrille, etwa Olympus und Epson. Allerdings richten sich die Konkurrenzmodelle nicht unbedingt an Privatnutzer, sondern eher an Unternehmen, die eines Tages etwa Lagerarbeiter damit ausstatten könnten.

Andere tragbare Computer

Andere Anbieter arbeiten ebenfalls an tragbaren Geräten, die sich mit dem Computer verbinden können. So haben diverse Unternehmen, darunter Samsung, Sony und das Start-up Pebble, Smartwatch-Modelle im Angebot, die Nachrichten auf einem kleinen Monitor am Handgelenk anzeigen und ermöglichen, auf Anrufe zu reagieren.

Das Unternehmen macht noch keine Angaben dazu, wann Google Glass regulär auf den Markt kommen könnte. Verwaltungsratschef Eric Schmidt hatte im Frühjahr angedeutet, dass bis dahin mindestens ein Jahr vergehen dürfte. Der Fernsehsender CBS berichtete vor wenigen Tagen, Google wolle ein schwimmendes Marketing-Center für Glass vor San Francisco einrichten. Ein Bestätigung dafür gibt es nicht. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ experimentiert auch Google-Rivale Microsoft mit Prototypen einer Datenbrille.

Von

dpa

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