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10.04.2014

14:33 Uhr

Die aktuelle App

Im Zeichen der „Times“

VonMichaël Jarjour
Quelle:Handelsblatt Live

Die „New York Times“ setzt mit einer neuen App der Konkurrenz aus dem Silicon Valley eine mutiges Produkt entgegen. Das ist so gut, dass es in einigen Punkten schon wieder enttäuscht.

Die neue News-App „NYT Now“: In der App gibt’s die wichtigsten Nachrichten und die besten Stücke der „New York Times“ und aus dem Web. Handelsblatt Live

Die neue News-App „NYT Now“: In der App gibt’s die wichtigsten Nachrichten und die besten Stücke der „New York Times“ und aus dem Web.

New YorkGanz im Stile der Tech-Giganten schält die „New York Times” aus ihrem reichhaltigen Angebot eines heraus, um die Jungen, Urbanen und Geschäftigen zu gewinnen. Soviel kann vorab schon verraten werden: Es ist ein prima Wurf geworden – allerdings mit Einschränkungen.

Auf der App „NYT Now“ finden die Leser laut der Zeitung „die besten und wichtigsten Nachrichten der ‚New York Times‘ und anderer“ Medien. Die rund 750.000 Digital-Abonnenten der „Times“ geben dem Schritt, daraus eine eigene, günstigere App zu machen das entsprechende Gewicht.

Die erste überraschende Schlagzeile beim Öffnen der App: „Guten Morgen.” Darunter befindet ein kleines Wolken-Symbol und die Information, dass es draußen kühle vier Grad ist. Ein Satz fasst die ersten drei Geschichten zusammen, die einen in diesem „Morgenbriefing” erwarten. Ein Tippen darauf führt auf eine – in lockerem Ton geschriebene – Übersicht der wichtigsten Themen des Tages, die in jeweils zwei bis drei Sätzen zusammengefasst sind. Danach folgen zwei Sätze zur Börse, vier zu einer „bemerkenswerten” Geschichte zum Tag und einer zu einer „Hintergrund”-Geschichte über den Eiffel-Turm, der diese Woche 125 Jahre alt wurde.

Mit Werbung für zwei Dollar die Woche: Auf zehn Artikel pro Monat und die Leseliste kann man kostenlose zugreifen, unterstützt durch in die Nachrichtenströme eingebettete Werbung. Handelsblatt Live

Mit Werbung für zwei Dollar die Woche: Auf zehn Artikel pro Monat und die Leseliste kann man kostenlose zugreifen, unterstützt durch in die Nachrichtenströme eingebettete Werbung.

Diese „Briefings“ kommen zwei Mal pro Tag, morgens und abends, und machen dann den vier bis fünf Top-Stories des Tages Platz, die sich von der vollausgestatteten App und der Webseite nicht – oder nur in wenigen Details – unterscheiden. Eine bisher nicht da gewesene Kategorie zeigt sich bei einem Wisch nach rechts oder einem Tippen auf den zweiten der drei Reiter: „Unsere Empfehlungen”, eine Leseliste mit Inhalten aus dem ganzen Web wie etwa von Youtube oder Vice.

„4 Minuten“ zum Lesen

Das Design ist schön und sehr leicht. Die Bilder nehmen die ganze Breite des Schirms ein, darüber eine Dachzeile, die das Thema einordnet und darunter eine Schlagzeile und eine Zusammenfassung der Geschichte in zwei Aufzählungszeichen – perfekt zum Überfliegen. Beide Nachrichtenströme, „News” und „Unsere Empfehlungen”, glänzen durch die abwechslungsreiche Gestaltung: Da ein Video, dort ein Bild, hier ein Zitat.

Die App will ein wenig wie Twitter sein. Und Facebook. Und alle anderen Apps, die unsere Home-Screens so bevölkern. Kleine blaue Punkte sind überall. Sie zeigen, wenn es hinter einem der Reiter Neues gibt oder kennzeichnen einen Artikel, der neu dazugekommen ist, während man weggeschaut hat. Sieht man den Artikel erstmals, verschwinden die Punkte, liest man eine Geschichte wird man mit einem kleinen grauen Häkchen belohnt.
Die Punkte animieren dazu auf das zu schauen, was neu ist. Die Häkchen nach dem Lesen sorgen für Befriedigung, wie nach einer erledigten Aufgabe.

„4 Minuten” brauche man zum Lesen, steht bei Berichten, die während der Mittagspause oder am Abend empfohlen werden. Diese Art von längeren Geschichten hat ein eigenes Erscheinungsbild erhalten, mit noch mehr Weißraum, zentriertem Text und einem kleinen Knopf, mit dem man die Geschichte für später speichern kann. Die Information, wie lange man zum Lesen braucht, findet man seit geraumer Zeit bei „Medium”, ein News-Start-up. Das kleine, feine Stück Information, soll bei der Entscheidung helfen, ob man das Stück noch während dieser Zugfahrt schafft, oder sich besser für später speichern sollte. Tut man das, landet es in den gespeicherten Artikeln im dritten Reiter – und leider nicht in einer der vielen, praktischen Leselisten-Apps wie „Pocket” oder „Instapaper”.

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