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21.01.2015

18:44 Uhr

Die App „Katwarn“

Das Handy als mobiler Schutzengel

Ob Chemieunfall, Unwetter oder Waldbrand: Über die Katwarn-App gelangen Informationen zu Katastrophen und Verhaltenstipps blitzschnell aufs Handy. Rheinland-Pfalz bietet nun als erstes Flächenland die Warnungen an.

Ein Smartphone mit einem Beispielbild der Katastrophen-Warn-App „Katwarn“. Über die App gelangen Informationen zu Katastrophen blitzschnell aufs Handy. dpa

Ein Smartphone mit einem Beispielbild der Katastrophen-Warn-App „Katwarn“. Über die App gelangen Informationen zu Katastrophen blitzschnell aufs Handy.

MainzDie Sirene aus dem Handy-Lautsprecher dröhnt im Ohr, die Landkarte auf dem Display färbt sich dunkelrot. Wer in diesem Moment sein Handy griffbereit hat, der befindet sich womöglich unweit eines drohenden Chemieunfalls.

Das beschriebene Szenario ist zum Glück nur ein Beispiel, der durch die App ausgelöste Alarm nur eine Test. Im Ernstfall kann das smartphone-basierte Katastrophenwarnsystem „Katwarn“ aber schon bald Menschen nicht nur in einzelnen Städten und Kommunen alarmieren, sondern landesweit. Und dann – wegfahren? Türen verschließen? Eine Nachricht mit konkreten Verhaltenstipps verschickt die App gleich mit.

„Als erstes Bundesland bietet Rheinland-Pfalz seinen Bürgern ein flächendeckendes und sekundenschnelles Warnsystem an, direkt auf das Handy“, sagt Niklas Reinhardt, Sprecher des Fraunhofer-Instituts Fokus, der Deutschen Presse-Agentur. Informationen von größerer Dimension zu verbreiten, sei bislang nur in Stadtstaaten wie Berlin oder Hamburg sowie einzelnen Kommunen möglich gewesen.

Neu ist das System nicht. „Katwarn“ – das steht als Abkürzung für Katastrophenwarnung – gibt es seit 2010 und wurde unter anderem vom Fraunhofer Institut Fokus und dem Verband Öffentlicher Versicherer entwickelt. Für Smartphones ging die App zwei Jahre später in den Dienst. Über die App oder auch via SMS und Mail sendet das System ortsbezogene Warnungen kostenlos auf die Mobiltelefone, sofern die Nutzer angemeldet sind. Egal ob Ferienhaus, Kita oder die Wohnung der Oma: Die App kann bis zu sieben Regionen auf einmal überwachen. Gehörlose werden mittels Vibration informiert.

Gewarnt wird aber nicht nur bei Chemieunfällen: Auch Meldungen über Großbrände, Atomkatastrophen oder aufziehende Unwetter gelangen sekundenschnell auf die Handys. Bundesweit warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits seit 2012. Wenn Orkanböen oder Hochwasser kommen, schlagen die Meteorologen Alarm. „Wer dann ein Smartphone zur Hand hat, kann noch schnell die Terrasse abräumen oder das Auto in die Garage fahren“, sagt DWD-Sprecher Gerhard Lux.

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