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03.03.2012

09:24 Uhr

Dynamisch, mobil, alt

Der Markt für Seniorenhandys boomt

VonHelmut Steuer, Martin Wocher

Kleinere Handyhersteller aus Europa besetzen einen boomenden Markt: Sie verkaufen seniorengerechte Handys. Die großen Hersteller wagen sich noch nicht an die Nische.

Ein Senioren-Smartphone der Firma Doro auf dem Mobile World Congress in Barcelona. AFP

Ein Senioren-Smartphone der Firma Doro auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

BarcelonaJung, dynamisch und immer online: So definieren große Handyhersteller wie Apple, Nokia und Samsung ihre Zielgruppe. Getreu diesem Motto präsentieren sie ihre neuesten Modelle zu Hip-Hop-Musik und MTV-inspirierten Werbefilmen auf der weltweit größten Mobilfunkmesse Mobile World Congress. Doch es geht auch anders. Erste Unternehmen haben nun eine rasant wachsende Zielgruppe entdeckt: Die 65- Plus-Generation.

„Auf der Welt gibt es 518 Millionen Menschen über 65 Jahre“, sagt Jerome Arnaud, Chef des schwedischen Herstellers von Seniorenhandys, Doro. Noch wichtiger: Bis 2020 wird der Anteil der Generation „65+“ um 35 Prozent steigen. Der Franzose weiß das genau, denn sein Unternehmen dominiert zusammen mit der österreichischen Emporia den Markt für Handys, die auch von älteren Menschen bedient werden können.

Auch im Alter immer erreichbar sein

Der Markt für solche Geräte gilt als sicherer Wachstumsmarkt: Denn neben der demografischen Entwicklung mit immer älteren, aber noch rüstigen Menschen kommt demnächst eine Generation hinzu, die bereits mit Mobiltelefonen aufgewachsen ist. Diese Generation will auf die Annehmlichkeiten des Immer-erreichbar-Seins auch im Alter nicht verzichten.

Die Bezeichnung „Seniorenhandys“ mag Arnaud nicht: „Wir versuchen, jegliche Stigmatisierung zu vermeiden.“ Schließlich gibt niemand gerne zu, für ein iPhone zu alt zu sein. Die Hersteller der Handys mit großen Tasten und leicht lesbarem Display nennen ihre Geräte lieber „einfache Mobiltelefone“, die über die wichtigsten Grundfunktionen wie SMS und teilweise auch E-Mail verfügen.

Wer sich nun klobige brikettähnliche Geräte vorstellt, wird enttäuscht. Ein von einem deutschen Designer entworfenes Emporia Essence Plus muss sich nicht hinter einem eleganten Tastentelefon von Nokia verstecken.

Und selbst die populäre Touchscreen-Technik hat Einzug in das Segment der Seniorenhandys gehalten. Doro präsentierte in Barcelona ein erstes Modell mit Touchscreen und Tastatur, das es den Kindern sogar ermöglicht, das Handy ihrer Eltern über das Internet zu steuern. „Damit können sie ihren Eltern Apps herunterladen, sie orten oder ihre Kontakte aktualisieren“, sagt Arnaud. Auch Emporia plant ein Handy mit Navigations- und Ortungsmöglichkeiten.

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