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17.03.2014

11:49 Uhr

Abwasser wird Trinkwasser

Singapurs umstrittenes Wasser-Recycling

Milliarden Menschen haben nicht genug Trinkwasser. In Ballungszentren wächst das Problem. Der winzige Stadtstaat Singapur hat eine Lösung: Trinkwasser aus Abwasser. Doch Kritiker warnen vor einer Katastrophe

Blick auf die Newater-Fabrik der staatlichen Wasserwerke PUB in Singapur. Hier wird Abwasser zu Trinkwasser aufbereitet. dpa

Blick auf die Newater-Fabrik der staatlichen Wasserwerke PUB in Singapur. Hier wird Abwasser zu Trinkwasser aufbereitet.

SingapurDas kleine Mädchen rümpft zuerst die Nase, und auch die Mutter schaut ganz skeptisch: Die Tochter soll das Wasser aus der Flasche mit dem lustigen Aufkleber kosten – es sei lupenrein, wenn auch aus Toiletten- und anderem Abwasser hergestellt, beteuert die Betreuerin im Besucherzentrum der Newater-Fabrik in Singapur.

Schließlich setzt die Kleine an. Und in der Tat: „Das schmeckt ja nach nichts“, sagt sie erleichtert. So soll es auch sein.

„Jeden Tropfen Wasser mehr als einmal nutzen“, ist die Losung der staatlichen Wasserwerke Singapurs, PUB. Der asiatische Stadtstaat ist Vorreiter der Aufbereitung von Abwasser zu Trinkwasser. Aus gutem Grund: Das winzige Land fast am Äquator – knapp so groß wie Hamburg – ist zwar mit Regen reich gesegnet, doch fehlt der Platz für Wasser-Reservoirs. Das gebrauchte Wasser zu recyceln ist daher naheliegend.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist allerdings so eine Sache. „Dabei ist ja auch Regen nichts anderes als recyceltes Abwasser“, sagt die Führerin im Besucherzentrum. Trotzdem fließt auch in Singapur das sogenannte „Newater“ – eine Wortspielerei mit „New“ und „Water“ – nicht direkt aus den Wasserhähnen. Der Großteil wird laut PUB in der Industrie, etwa in der Halbleiterproduktion, oder in Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden verwendet. Aber ein kleiner Teil wird auch in die Trinkwasser-Reservate geleitet. Abgefülltes Newater-Wasser gibt es nur im Besucherzentrum.

Singapur begann mit dem „Trinkwasser aus der Kanalisation“ 2003. Ein Drittel des Abwassers der 5,7 Millionen Einwohner wird bereits aufbereitet. Das Abwasser wird aus den Wohnsiedlungen durch 48 Kilometer Tunnel zur Aufbereitungsfabrik geleitet. Dort werden täglich 273.000 Kubikmeter „Newater“ produziert.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

17.03.2014, 11:59 Uhr

Die Hälfte der Amerikaner trinkt recycled Wasser aus dem Wasserhahn ohne sich was dabei zu denken. Man wird sich schon daran gewöhnen.

Account gelöscht!

17.03.2014, 12:15 Uhr

Ach ja, und deutsches Leitungswasser kommt ausschliesslich aus dem Urwasser, tausende Meter tief aus der Erde und nie berührt?
Vielleicht sollte der Autor erst mal gründlich vor der eigenen Haustür recherchieren....Stichwort Rhein und Wasseraufbereitung...bevor er anfängt zu schreiben....oder nachzuplappern.

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