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24.08.2014

12:30 Uhr

Alarmstufe Rot für Luftfahrt

Island verhängt Flugverbot rund um Vulkan

Der Ausbruch des isländischen Vulkans Bardarbunga wird immer heftiger. Zwei Erdbeben erschütterten am Sonntagmorgen die Gegend um den Vulkan. Im europäischen Flugverkehr drohen damit erneut Beeinträchtigungen.

Bardarbunga

Lava-Austritt aus Vulkan in Island

Bardarbunga: Lava-Austritt aus Vulkan in Island

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ReykjavikNach Angaben des Meteorologischen Amtes des Landes erreichten die Erdstöße die Stärke 5,3 und 5,1 und waren die bislang heftigsten in dem Gebiet. Vergangene Woche wurden am Bardarbunga Tausende kleine Erdbeben registriert. 300 bis 500 Urlauber verließen die bei Wanderern beliebte Gegend. Am Samstag meldeten Wissenschaftler, dass der Vulkan unter dem Eis des Gletschers Vatnajökull ausgebrochen ist. Allerdings war die Folgen an der Oberfläche des größten Gletschers Islands noch nicht zu sehen.

Im europäischen Flugverkehr drohen damit erneut Beeinträchtigungen durch einen Vulkanausbruch in Island. Denn seit Samstag gilt Alarmstufe Rot für die Luftfahrt: Nach Angaben der Wetterbehörde bedeutet dies, dass ein Ausbruch bereits im Gange ist oder unmittelbar bevorsteht. Ferner zeigt die Alarmstufe Rot an, dass eine deutlicher Ausstoß von Asche wahrscheinlich ist. Experten zufolge kann Vulkanasche in Flugzeugtriebwerken großen Schaden anrichten und sogar zum Ausfall der Turbinen führen. 2010 hatte der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island eine riesige Aschewolke ausgestoßen, die zum Ausfall Hunderttausender Flüge weltweit führte.

„Es gab eine intensive Erdbebenaktivität in dem Vulkan“, sagte die Behördenvertreterin Kristin Jonsdottir. „Wir können nicht ausschließen, dass dies ein großer Ausbruch sein könnte.“ Wegen der erhöhten seismischen Aktivität ist die Region um den Vulkan bereits evakuiert worden. Die Eisdecke des Gletschers sei nicht zum Schmelzen gebracht worden, sagte Theodor Hervasson, der für die Warnhinweise des isländischen Wetterdienstes verantwortlich ist. Nach Angaben der Polizei mussten einige Touristen nördlich des Bardarbunga in Sicherheit gebracht werden. Die Bewohner in der Region wurden zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Ihre Häuser mussten sie aber nicht verlassen. Auch die Polizei sprach von einer "kleineren Eruption".

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol teilte mit, sobald es zu einem Ausbruch komme, werde das Beratungszentrum für Vulkanasche in London Vorhersagen über die Aschekonzentration in der Atmosphäre machen. Daraufhin dürften die Behörden für die zivile Luftfahrt Hinweise herausgeben. Eine Änderung von Flugplänen und -routen läge Eurocontrol zufolge aber in der Verantwortung der Fluggesellschaften.

Vor vier Jahren sperrten Behörden nach einem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull weite Teile des europäischen Luftraums für sechs Tage. Mehr als zehn Millionen Flugpassagiere waren damals betroffen. Der Schaden betrug 1,7 Milliarden Dollar.

Der Bardarbunga ist seit einer Woche aktiv. Am Montag wurde ein Erdstoß der Stärke 4,5 gemessen und die Warnstufe für den Flugverkehr auf Orange angehoben. Er ist der größte Vulkan Islands und liegt unter dem Gletscher Vatnajökull im Südosten des Landes. Aus Sorge vor einem möglichen Vulkanausbruch waren vor einigen Tagen in dem Gebiet bereits etwa 300 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

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