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25.04.2012

17:30 Uhr

Alternative Energien

Siemens entwickelt neuen Energie-Speicher

VonAxel Höpner

Die Energiewende kommt wegen mangelnder Speichermöglichkeiten nur schleppend voran. Siemens präsentiert nun ein neues Verfahren, das Abhilfe schaffen soll. Doch unproblematisch ist die Lösung nicht.

Wasserstoff-Tankstelle. Siemens hat ein Verfahren entwickelt, um Strom tief der Erde speichern und bei Bedarf abzurufen. dpa

Wasserstoff-Tankstelle. Siemens hat ein Verfahren entwickelt, um Strom tief der Erde speichern und bei Bedarf abzurufen.

MünchenDie Hausdächer in Deutschland sind mit Solarzellen zugepflastert, zusammen mit Tausenden von Windrädern produzieren sie bereits mehr als 20 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Eigentlich ist das genug für eine Zukunft ohne Atomstrom. Dummerweise aber sind Wind- und Solarkraft wetterabhängig, der Verbrauch aber nicht.

Die paradoxe Folge: Oft müssen die Energieversorger entweder teuren Strom aus dem Ausland zukaufen - oder sogar dafür bezahlen, dass andere Länder ihre zu viel produzierten Megawattstunden abnehmen. Die Energiewende gelingt oder scheitert deshalb nicht mit der Produktion von Strom, sondern mit der Möglichkeit, große Mengen an elektrischer Energie zu speichern.

Wirtschaftlich sinnvoll gelingt das bisher nur in Pumpspeicherkraftwerken: Wird überschüssiger Strom produziert, pumpen sie Wasser in den Stausee - bei hoher Nachfrage stürzt das Wasser über die Turbinen und produziert die benötigte Elektrizität. Die Geologie in Deutschland erlaubt jedoch nur, einen Bruchteil der benötigten Speicherkapazität mit derartigen Anlagen zu decken.

Möglicherweise aber ist Siemens bei der Stromspeicherung ein Durchbruch gelungen: „Wir glauben fest daran, eine wirtschaftlich interessante Lösung gefunden zu haben“, sagte der Chef der Siemens-Antriebssparte, Ralf-Michael Franke, dem Handelsblatt. Der Konzern setzt auf ein neuartiges Elektrolyse-Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff.

Dabei wird Wasser durch elektrischen Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Den Wasserstoff könnte man dann in unterirdischen Kavernen speichern und bei Bedarf in Wasserstoffautos oder in Gas- und Dampfkraftwerken verbrennen. Der Einsatz in Autotanks ist zwar problematisch, da sich Wasserstoff schnell verflüchtigt.

Kommentare (14)

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25.04.2012, 18:28 Uhr

Es wurde bereits abgelehnt, das klimaschädliche und nicht brennbare, aber in hohen Konzentrationen atemgiftige Kohlendioxid in Kavernen einzubringen.
Jetzt kommt also die Firma Siemens und möchte das äußerst brennbare Wasserstoffgas mit seinem Explosionspotenzial höchsten Grades in die besagten Kavernen einpressen. Im Falle des Wasserstoffes kommt noch hinzu, dass es im Gegensatz zu Kohlendioxid wesentlich leichter als Luft ist, und sich infolgedessen mit hoher Kraft nach oben drängen wird, um aus den Kavernen zu entweichen. Insbesondere wegen dieser Eigenschaft wurde Wasserstoff ja vor ca. 80 bis 100 Jahren als Auftriebsmittel in Luftschiffen verwendet. Bekanntlich ging das Zeitalter der Luftschiffe in einer mächtigen Explosion jäh zu Ende, nachdem LZ Hindenburg in Lakehurst einen Feuerfunken aufgeschnappt hatte (einrucksvoller Film unter Youtube).
Nachdem meines Wissens die Fa. BMW das Wasserstoffauto schon längst zu den Akten gelegt hat, ist es erstaunlich, dass Siemens nun das Thema wieder aufgreift. Auch eiserner Fortschrittswille wird trotz hohen Entwicklungsbudgets die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wasserstoffs nicht ignorieren können.

Tacheles

25.04.2012, 18:42 Uhr

Was für sensationelle neuen Ideen unser HighTec Industrie! Das Konzept zum Speichern von Energie mittels Wasserstoff hat Herr Bölkow (der Flugzeugbauer!) bereits vor 50 Jahren entwickelt. Das Energiespeichern mittels Erwärmen von Steinen kennen wir fast genauso lange von den Elektronachtspeicherheizungen. Falls ihr jetzt noch das Konzept Speichern von Energie mittels Spannen einer Feder (wie bei der Uhr) erfindet. Sorry! Auch die Idee ist leider nicht neu.

Fred

25.04.2012, 18:44 Uhr

Zitat:
"Derzeit entstehen Demonstrationsanlagen im Containerformat, die 0,3 Megawatt Leistung aufnehmen können. Bis 2015 sollen erste kommerzielle Anlagen mit bis zu sechs Megawatt und 2018 mit bis zu 100 Megawatt folgen.
Letztere würden in einer Stunde den Jahresverbrauch von 20 Haushalten aufnehmen"


In den letzten beiden Absätzen demonstriert der Autor
eine profunde physikalische Nichtbildung.

Begriffe/Größen der Energie und Leistung werden munter durcheinandergerührt.

Jahresverbrauch ist eine Energiedifferenz, Arbeit.
Einheit zum Beispiel Kilowattstunde, Megawattstunde etc.- diese Größe ist für die Speicherfähigkeit der Anlage relevant.

Watt/Kilowatt/Megawatt sind Einheiten der Leistung (Arbeit pro Zeiteinheit), hat nichts direkt mit der Energiespeicherfähigkeit zu tun, allenfalls mit der Belastbarkeit der Anlage im Betrieb.

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