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07.06.2011

08:32 Uhr

Andreas Kieling

Naturwunder an der deutsch-deutschen Grenze

VonThorsten Giersch

Der Dokumentarfilmer Andreas Kieling und hat sich auf eine ganz besondere Wanderung begeben: 1400 Kilometer entlang der früheren deutsch-deutschen Grenze. Er hat viele große und kleine Wunder gesehen. Nun ist das Buch erschienen.

Ehemalige Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Dömitz. Wegen der später hier verlaufenden innerdeutschen Grenze wurde die Brücke nicht wieder aufgebaut. Quelle: dpa

Ehemalige Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Dömitz. Wegen der später hier verlaufenden innerdeutschen Grenze wurde die Brücke nicht wieder aufgebaut.

Düsseldorf

Es ist die Mutter aller Wanderungen - zumindest hierzulande: 1400 Kilometer entlang der früheren deutsch-deutschen Grenzen; vom Dreiländereck bis an die Ostsee. Für Andreas Kieling die "emotional stärkste Unternehmung", die er je gemacht hat. Und da ist die Konkurrenz groß, denn Kieling ist als derzeit Deutschlands bekanntester TV-Dokumentarfilmer ziemlich viel in der Welt unterwegs.

"Ein deutscher Wandersommer" ist ein eher zufällig entstandenes Buch, denn die Wanderung entlang der deutsch-deutschen Grenze hat Kieling 2009 für das ZDF unternommen und daraus eine Reportage gemacht. Also aus 220 Minuten Film entstanden 300 Seiten zum Lesen. Um es vorweg zu nehmen: Das Buch handwerklich bei weitem nicht so außergewöhnlich gelungen wie die Fernsehreportage.

Vor allem merkt der Leser dem Stil an, dass hier ein TV-Mann am Werk ist: Es fehlen die Beschreibungen der Landschaft - Bilder im Kopf entstehen allzu selten. Das ganze ähnelt einem TV-Fußballreporter, der zum ersten Mal fürs Radio im Einsatz und ständig vergisst, exakt zu beschreiben, was er sieht.

Dieses Manko ist schade, aber verkraftbar angesichts der vielen Informationen, die Kieling in dem Buch unterbringt. Vermutlich war es für ihn auch ein wenig Genugtuung, all das aufschreiben zu können, was in die TV-Reportage mangels Zeitknappheit nicht mehr hineingepasst hat. So erfährt der Leser viel über die Tiere und Pflanzen entlang der ehemaligen Grenze - und eben auch Dinge, die in der TV-Reportage keinen Platz gefunden haben. Vor allem gefällt bei Kieling, dass er ein Gespür für die alltäglichen Tier-Klischees hat, die in den Köpfen vieler Menschen stecken. So kann er mit ihnen aufräumen.

Kommentare (1)

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olepthien

23.01.2012, 09:18 Uhr

Die Meinung über die Qualität des Buches kann ich so nicht teilen. Die Filmversion war sehr gut, aber das Buch bietet viele Facetten, die im Film zu kurz kommen. Da kann ich auf detaillierte Landschaftsgbeschreibungen verzichten. Wer hier Wert auf Landschaftsbeschreibungen legt hat den Sinn des Buches wohl nicht verstanden.

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