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Antarktis

Gigantischer Eisberg löst sich vom Schelfeis

Lange haben Forscher einen Riss im antarktischen Schelfeis beobachtet, jetzt ist es zum Bruch gekommen. Einer der größten Eisberge der Geschichte treibt nun im Meer. Bis er geschmolzen ist, dürften Jahre vergehen.

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In der Westantarktis ist ein riesiger Eisberg vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen. Das teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Mittwoch mit. Es ist mit 175 Kilometern Länge und einer Breite von bis zu 50 Kilometern einer der größten Eiskolosse, den Wissenschaftler in den letzten Jahrzehnten registriert haben. Das Satellitenbild der europäischen Weltraumbehörde Esa zeigt die Entwicklung der Bruchkante in den vergangenen Monaten. dpa

Gigantischer Eisberg

In der Westantarktis ist ein riesiger Eisberg vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen. Das teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Mittwoch mit. Es ist mit 175 Kilometern Länge und einer Breite von bis zu 50 Kilometern einer der größten Eiskolosse, den Wissenschaftler in den letzten Jahrzehnten registriert haben. Das Satellitenbild der europäischen Weltraumbehörde Esa zeigt die Entwicklung der Bruchkante in den vergangenen Monaten.

Bild: dpa

A68 ist einer der größten Eisberge, die je beobachtet wurden, er wiegt mehr als eine Gigatonne. Die Grafik des AWI verdeutlicht die Dimensionen des Kolosses: Die Gesamtfläche Eisberges beträgt fast 6000 Quadratkilometer, damit ist er etwa 6,7-mal so groß wie das Stadtgebiet Berlins. (Grafik: Alfred-Wegener-Institut/Martin Künsting CC-BY 4.0)

Fast sieben Mal so groß wie Berlin

A68 ist einer der größten Eisberge, die je beobachtet wurden, er wiegt mehr als eine Gigatonne. Die Grafik des AWI verdeutlicht die Dimensionen des Kolosses: Die Gesamtfläche Eisberges beträgt fast 6000 Quadratkilometer, damit ist er etwa 6,7-mal so groß wie das Stadtgebiet Berlins. (Grafik: Alfred-Wegener-Institut/Martin Künsting CC-BY 4.0)

Bestätigt wurde der Abbruch des Eisgiganten durch ein Satellitenbild der US-Weltraumbehörde Nasa – leider nur in dieser schlechten Auflösung verfügbar. Der Eisberg treibt nun nach Norden und wird wohl zwei bis drei Jahre brauchen, bis er geschmolzen ist, so das AWI. Eine Gefahr für Menschen gehe von dem Giganten nicht aus. (Foto: NASA Suomi VIIRS)

Satellitenbild bestätigt Abbruch

Bestätigt wurde der Abbruch des Eisgiganten durch ein Satellitenbild der US-Weltraumbehörde Nasa – leider nur in dieser schlechten Auflösung verfügbar. Der Eisberg treibt nun nach Norden und wird wohl zwei bis drei Jahre brauchen, bis er geschmolzen ist, so das AWI. Eine Gefahr für Menschen gehe von dem Giganten nicht aus. (Foto: NASA Suomi VIIRS)

Den Riss im Eis, der jetzt zum Abbruch des Eisbergs führte, beobachten Forscher schon seit Jahren. dpa

Riss im Eis

Den Riss im Eis, der jetzt zum Abbruch des Eisbergs führte, beobachten Forscher schon seit Jahren.

Bild: dpa

In jüngster Zeit hatte sich die Ausweitung der Bruchzone beschleunigt. Der Eisgigant nehme Fahrt auf, schrieb der britische Leiter des Antarktis-Projekts Midas, Adrian Luckman, im vergangenen Monat auf Twitter: „Er bewegt sich unaufhaltsam zum Kalben.“ dpa

Entwicklung der Bruchkante im Schelfeis

In jüngster Zeit hatte sich die Ausweitung der Bruchzone beschleunigt. Der Eisgigant nehme Fahrt auf, schrieb der britische Leiter des Antarktis-Projekts Midas, Adrian Luckman, im vergangenen Monat auf Twitter: „Er bewegt sich unaufhaltsam zum Kalben.“

Bild: dpa

Im Januar war der Riss im Schelfeis Larsen C schon 175 Kilometer lang, dann tat sich zunächst nichts mehr. Anfang Mai setzte sich die Abspaltung dann fort. dpa

Entwicklung des Risses im Schelfeis

Im Januar war der Riss im Schelfeis Larsen C schon 175 Kilometer lang, dann tat sich zunächst nichts mehr. Anfang Mai setzte sich die Abspaltung dann fort.

Bild: dpa

Innerhalb weniger Tage wuchs der Riss um 17 Kilometer. Ende Mai verlängerte er sich um weitere 16 Kilometer und änderte die Richtung: Seine Spitze zeigte Richtung Meer. dpa

Riss im Eis

Innerhalb weniger Tage wuchs der Riss um 17 Kilometer. Ende Mai verlängerte er sich um weitere 16 Kilometer und änderte die Richtung: Seine Spitze zeigte Richtung Meer.

Bild: dpa

Der Eisberg, der sich nun vollständig vom Schelfeis gelöst hat, zählt zu den fünf größten Eisgiganten der vergangenen 30 Jahre.

Schelfeis-Rand

Der Eisberg, der sich nun vollständig vom Schelfeis gelöst hat, zählt zu den fünf größten Eisgiganten der vergangenen 30 Jahre.

Schelfeise sind auf dem Meer schwimmende Eismassen, die von Gletschern gespeist werden und mit ihnen noch verbunden sind. Dass davon Eisberge kalben, ist ein natürlicher Prozess. (Foto: Nasa)

Larsen-C-Schelfeis

Schelfeise sind auf dem Meer schwimmende Eismassen, die von Gletschern gespeist werden und mit ihnen noch verbunden sind. Dass davon Eisberge kalben, ist ein natürlicher Prozess. (Foto: Nasa)

Für die Forscher ist weniger der Abbruch des Eisberges spannend als die Entwicklung des Schelfeises im Anschluss. „Uns interessiert, ob die neu entstandene Front stabil bleibt oder sich immer weiter zurückzieht und das Schelfeis schließlich zerbricht“, so AWI-Forscherin Daniela Jansen. (Foto: Nasa)

Larsen-C-Schelfeis

Für die Forscher ist weniger der Abbruch des Eisberges spannend als die Entwicklung des Schelfeises im Anschluss. „Uns interessiert, ob die neu entstandene Front stabil bleibt oder sich immer weiter zurückzieht und das Schelfeis schließlich zerbricht“, so AWI-Forscherin Daniela Jansen. (Foto: Nasa)

In den letzten zwei Jahrzehnten sind bereits sieben Schelfeise von insgesamt zwölf an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen. Als Grund dafür vermuten Wissenschaftler den Klimawandel. Reuters

Wilkins-Schelfeis in der Antarktis

In den letzten zwei Jahrzehnten sind bereits sieben Schelfeise von insgesamt zwölf an der Antarktischen Halbinsel zerfallen oder stark zurückgegangen. Als Grund dafür vermuten Wissenschaftler den Klimawandel.

Bild: Reuters

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