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13.05.2014

01:28 Uhr

Antarktis

Polareis schmilzt viel schneller als angenommen

VonPetrina Engelke

Die Eisdecke der Antarktis schmilzt. Bisher gingen Wissenschaftler allerdings davon aus, es würde Tausende Jahre dauern, bis die komplette Eismenge im Meer versinkt. Neue Studien verkürzen diese Prognose erheblich.

Meeresspiegel steigt einen Meter

Studie belegt: Gletscher schmelzen unaufhaltsam

Meeresspiegel steigt einen Meter: Studie belegt: Gletscher schmelzen unaufhaltsam

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WashingtonTeile der Eisdecke im Westen der Antarktis fallen langsam zusammen und könnten in den nächsten Jahrhunderten den Meeresspiegel stark steigen lassen. Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, ein massives, 3,2 Kilometer dickes Gletschersystem bräuchte noch Tausende von Jahren, um abzuschmelzen. Zwei neue US-Studien stellen dies nun in Frage.

Eine Nasa-Studie wurde im Magazin „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht. Demnach werde das Niveau der Ozeane in den kommenden zwei Jahrhunderten um mindestens 1,2 Meter steigen, erläuterte Nasa-Wissenschaftler Eric Rignot von der University of California Irvine am Montag vor Journalisten.

Rignot und sein Team verwendeten für ihre Studien Daten von Satelliten, Flugzeugen, Schiffen und Untersuchungen des sogenannten Schelfeises. "Ein großer Teil der Eiskappe in der Westantarktis ist in einem Stadium des unumkehrbaren Rückzugs", sagte der Forscher.

Eisschmelze nicht mehr aufzuhalten

Sechs große Gletscher in der Amundsen-See hätten den "point of no return" überschritten. In den bisherigen Berechnungen des Weltklimarates zum Anstieg der Meeresspiegel sei das Phänomen nicht ausreichend berücksichtigt. Um die Geschwindigkeit der Eisschmelze vorherzusagen, seien neue Simulationen notwendig.

Einige dieser Methoden bilden bereits die Grundlage für eine weitere Untersuchung, die am Montag in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde: Sie beruft sich auf Computersimulationen und ermittelte, dass eine frühe Phase des Zusammenbruchs am Thwaites-Gletscher in der West-Antarktis bereits begonnen habe.

In dem Beitrag kommt Ian Joughin von der Universität Washington zu dem Ergebnis, dass der Thwaites-Gletscher nicht, wie bisher angenommen, noch einige tausend Jahre stabil bleiben würde. Stattdessen soll er Joughins Berechnungen zufolge binnen einiger Jahrhunderte vollständig abschmelzen. Der Meeresspiegel würde allein durch die Eisschmelze dieses Gletschers um 61 Zentimeter steigen.

Kommentare (13)

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13.05.2014, 08:10 Uhr

Und immer wieder diese Verdummungspropaganda ....

Account gelöscht!

13.05.2014, 09:07 Uhr

Komisch. Letzt Woche stand das genaue Gegenteil im Spiegel.

Auch der Sea Ice Index zeigt, wie viele Zeitungen schon berichtet haben, dass das Eis am Südpol die größte Ausdehung und Menge seit beginn der Satellitenmessung erreicht hat.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/antarktis-meereis-paradoxon-warum-eis-rekord-im-suedpolarmeer-a-966879.html

Aber es stimmt wohl beide. Durch die globale Erwärmung wird es ja auch kälter... obwohl es wärmer wird. Aber eigentlich verändern sich die Temperaturen seit knapp 20 Jahen nicht. Als Bürger sollte man wohl am beten nciht drüber nachdenken und für die EInführung einer neuen Klimasteuer stimmen.

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13.05.2014, 09:27 Uhr

Logisch Konsequenz! - gesunder Menschenverstand reicht aus um zu erkennen, was passiert wenn fossile Brennstoffe welche über mehr als 600 MIO Jahre durch Sonneneinstrahlung auf unserem Planeten entstanden sind, innerhalb von nur ca. 300 Jahren einfach verbrannt werden. Wie fragil unsere Atmosphäre ist zeigt sich beispielsweise daran, dass schon sehr geringe Mengen Chlorkohlenwasserstoffe, verwendet als Treibgase und Kältemittel in Klimaanlagen, dazu geführt haben, dass in unserer relativ dünnen Atmosphäre ein großes Ozonloch entstanden ist. Das Verbot der chlorierten Kältemittel wie R12 führe dazu, dass dieses Ozonloch wieder kleiner wurde. Dabei sind die Gasmengen aus Kälteanlagen verschwindend gering gegenüber CO2, Staub und anderen Abgasen bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Die Atmosphäre ist eine verhältnismäßig dünne Hülle um unsere Erde und schon deshalb leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Veränderungen der Wärmeabstrahlung von der Erde in den Weltraum durch CO2 und anderer Gase wie Fluorkohlenwasserstoffe führt zu einem sich selbst immer weiter verstärkenden Vorgang. Dieser Treibhauseffekt verstärkt sich selbst da, durch höhere Temperaturen, immer mehr Wasser verdunstet, und damit die Wärmeabstrahlung noch weiter behindert wird und so noch mehr Wasser verdampft. Durch schmelzende Gletscher und Pole wird dazu weniger Sonnenstrahlung reflektiert. Leider versuchen viele Politiker und Entscheider in der Industrie ohne Rücksicht auf den fossilen Energieverbrauch weiterhin maximalen Gewinn zu erwirtschaften. Schlimm ist, dass uns ausreichend Energie zur Verfügung steht, ohne dass wir, wie in der Steinzeit, alles einfach verbrennen müssen. Eine Studie, veröffentlicht durch das Bundesumweltamt, ist wie eine Handlungsanweisung und zeigt wie es funktioniert. Auch zum Vorteil der Industrie – langfristig sind nur effiziente Unternehmen und Produkte marktfähig – einfach weil sie preisgünstiger sind.

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