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17.03.2013

19:11 Uhr

Arabische Emirate

Sonnenwärmekraftwerk erzeugt Strom für 20.000 Haushalte

In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist das größte Sonnenwärmekraftwerk der Welt eingeweiht worden. Es kann rund 20.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Das Sonnenwärmekraftwerk wird zu 60 Prozent von dem Unternehmen Masdar sowie zu gleichen Teilen von den Konzernen Total und Abengoa Solar kontrolliert. Reuters

Das Sonnenwärmekraftwerk wird zu 60 Prozent von dem Unternehmen Masdar sowie zu gleichen Teilen von den Konzernen Total und Abengoa Solar kontrolliert.

Madinat SajedIn den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am Sonntag das weltgrößte Sonnenwärmekraftwerk in Betrieb genommen worden. Das Werk mit einer Kapazität von hundert Megawatt wurde mitten in der Wüste nahe Madinat Sajed rund 120 Kilometer von der Stadt Abu Dhabi eingeweiht. Es ist so groß wie 285 Fußballstadien und kann rund 20.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Anlage namens Shams-1 ist ein Projekt im Wert von umgerechnet knapp 460 Millionen Euro.

Das Sonnenwärmekraftwerk wird zu 60 Prozent von dem Unternehmen Masdar sowie zu gleichen Teilen von den Konzernen Total und Abengoa Solar kontrolliert. Shams-1 sei das derzeit „größte Sonnenwärmekraftwerk der Welt", erklärten die Verantwortlichen der drei Partner.

Sonnenwärmekraftwerke verwenden im Gegensatz zu Photovoltaik-Anlagen ein System von Spiegeln oder anderen konzentrierenden Reflektoren, um Sonnenenergie nutzbar zu machen. Durch die neue Anlage in den Emiraten können jedes Jahr rund 175.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.

Von

afp

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

17.03.2013, 21:45 Uhr

Seltsamer Bericht! Das "größte" weltweit ist es nach Leistung nicht - selbst Andasol hat insgesamt 150 KW Leistung. Nach Fläche? Schwer zu bestimmen, wenn nur "Fußballstadien" als Flächeneinheit genannt wird wie groß ist so etwas? Es versorgt 20.000 Einwohner? Was ist das für ein Machwerk? Andasol versorgt bei gleicher Leistung (100MW) schon 400.000 EW (allerdings nur privater Verbrauch gerechnet, aber das ist ja leider gängige Einheit). Verbrauchen arabische Privathaushalte 20fach mehr Strom, als europäische? Auch die Herstellungskosten sind enorm hoch!
Am schlimmsten aber ist, dass über den Wasserverbrauch nichts gesagt wird, der ist nämlich bei Sonnenkraftwerken enorm hoch, und der Standort Madinat Sajed liegt mitten im Inland - ohne anders mögliche Kühlung.
Insgesamt ein Riesenflopp - aber die Emirate haben ja genug Erdöl, dass verballert werden kann.

vandale

17.03.2013, 22:53 Uhr

Hallo Lef...Die Andasol Kraftwerke haben je 50 MW und gem. Solarmillenium ca. 300Mio. € gekostet. Somit ist das Kraftwerk in der Tat das grösste Kraftwerk und der Subventionsbedarf ist etwas geringer als bei Andasol. Bei Andasol hat man knappe Grundwasservorräte geplündert. In Abu Dhabi wird man entweder Meerwasser nutzen, oder einen Trockenkühlturm gebaut haben. Weder Andasol, noch dieses Kraftwerk, noch Windmühlen oder Solarzellen versorgen einen Haushalt. Sonnen-und Windenergieanlagen erzeugen keine gesicherte Leistung und somit auch keinen Haushalt.

Wenn man die Massstäbe von Andasol zugrunde legt wird dort umweltschädlicher Strom begrenzten Wertes (keine gesicherte Verfügbarkeit rund um die Uhr) zu einem Vielfachen der Kosten moderner Stromerzeugungsverfahren erzeugt.

Die Photovoltaik hat in den vergangenen Jahren durch die Verlagerung der Fertigung nach Asien eine enorme Kostendegression erfahren und die Solarthermik ins hintertreffen gebracht. Vermutlich ist dies das letzte solarthermische Kraftwerk.

Die interessanteste Frage wird durch den Artikel nicht beantwortet: Wer bezahlt die enormen Subventionen für dieses Oekosolarmonster?

Vandale

vandale

17.03.2013, 23:39 Uhr

Als Ergänzung...Die geringeren Baukosten dieses Oekosolarmonsters in Abu Dhabi sind möglicherweise auf den höheren Solarertrag und die preiswerten indischen Arbeiter in Abu Dhabi verglichen mit Südspanien zurückzuführen.

Ich hatte ein paar Jahre in der arabischen Wüste gelebt und gearbeitet. Die Erfahrung ist, dass die Wüste mit Anlagen und Gebäuden sehr hart umgeht. Es gibt regelmässig Sandstürme die Oberflächen abschleifen und geeignet sind die Solarkollektoren relativ schnell blind zu schleifen. Es gibt jährlich Regen der dann mit dem Staub eine harte Kruste bildet die beim reinigen leicht zu einem Abkratzen führen kann. Der Wind und der Sand ist nahe der Küste sehr salzhaltig und korrosiv. Die grossen Tag- Nacht Temperaturunterschiede zerstören Gebäude und Strassen recht schnell.

Insofern könnte der geringere Investitionsbedarf in Abu Dhabi (immer noch um ein Vielfaches teurer als moderne Energieerzeugungsverfahren) verglichen mit Andasol Spanien, durch höhere Reaparaturkosten überkompnsiert werden. Sehr wahrscheinlich wird man die Anlage in ein paar Jahren mit zunehmenden Reparaturaufwand aufgeben.

Insgesamt ist die arabische und nordafrikanische Wüste technisch kaum für ein Aufstellen von Solaranlagen geignet. Die wenigsten Araber die ich kennenlernte glauben an die Oekoreligion. Man fragt sich wer das mit wessen Geld gemacht hat.

Vandale

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