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31.01.2014

15:41 Uhr

Atomkraftwerk Sellafield

Erhöhte Strahlung löst Alarm aus

Die Atomanlage Sellafield ist seit Jahrzehnten umstritten. Nun haben erhöhte Werte von Radioaktivität einen Alarm ausgelöst. Die Nachricht sorgt für Besorgnis – Regierung und Betreiber versuchen zu beruhigen.

Das Kernkraftwerk Sellafield in Nordwestengland. Hier gibt es Aufarbeitungsanlagen für atomare Abfälle aus britischen und ausländischen Reaktoren. dapd

Das Kernkraftwerk Sellafield in Nordwestengland. Hier gibt es Aufarbeitungsanlagen für atomare Abfälle aus britischen und ausländischen Reaktoren.

LondonWegen erhöhter Werte von Radioaktivität sind Mitarbeiter des Atomkraftwerks im englischen Sellafield am Freitag zum Zuhausebleiben aufgefordert worden. Das Werk laufe weiter im Normalbetrieb, allerdings nur mit einer Kernmannschaft, teilte der Betreiber mit. Die Radioaktivität liege über den natürlichen Werten, sei jedoch weit unter denen, bei denen Mitarbeiter reagieren müssten.

Tests hätten gezeigt, dass alle Anlagen korrekt und normal liefen, hieß es. Es bestehe keiner Gefahr für die Mitarbeiter oder die Öffentlichkeit; die Entscheidung sei „konservativ und vorsichtig“.

In einer Mitteilung des Energieministerium hieß es: „Wir stehen in ständigem Kontakt mit Sellafield, aber wir haben keinen Grund, zu glauben, dass die Lage ernster ist, als sie sagen.“ Auch von der Gewerkschaft Prospect, die rund 5000 Atomspezialisten in Sellafield vertritt, hieß es, die Werte seien innerhalb der akzeptablen Grenzen und stellten keine Gefahr für die Gesundheit von Menschen oder die ganze Anlage dar.

Laut Betreiber war ein Alarm in der riesigen Anlage im Nordwesten Englands, in der Tausende Menschen arbeiten, losgegangen. Experten seien vor Ort, um den Vorfall im Detail zu untersuchen.

Die Anlage in Sellafield ist der älteste und größte Atomkomplex in Europa und seit Jahrzehnten umstritten. Seit 2003 wird dort kein Strom mehr produziert. Heute gibt es dort Aufarbeitungsanlagen für atomare Abfälle aus britischen und ausländischen Reaktoren sowie ein Brennelementewerk. Auch deutsche Kraftwerksbetreiber schicken benutzte Brennstäbe zur Wiederaufbereitung nach Sellafield. Bei der Wiederaufarbeitung atomarer Brennstoffe wurden einst große Mengen radioaktive Stoffe in die Irische See geleitet.

Der schwerste Zwischenfall in der früher nach dem Nachbarort Windscale benannten Anlage ereignete sich im Oktober 1957. Damals brach in einem zum Bau von Bombenplutonium genutzten Reaktor ein Feuer aus. Beim Versuch, den Brand zu löschen, entwichen radioaktive Gase in die Atmosphäre und verseuchten ein Gebiet von mehreren hundert Quadratkilometern. Zeitweilig war hier die Milcherzeugung verboten. Der Reaktor wurde stillgelegt.

Einen weiteren Skandal gab es 2005, als bekanntwurde, dass nach einem Rohrbruch etwa 20 Tonnen eines hochaktiven Uran-Plutonium-Gemisches in Salpetersäure in eine Auffangwanne geflossen waren. Für Menschen und Umwelt habe keine Gefahr bestanden, betonte der Betreiber.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

31.01.2014, 15:58 Uhr

Ooooch, Leute, die Ursache ist längst geklärt. Natürliches Radon aus dem Untergrund hat Alarm bei *einem* Sensor ausgelöst. Sellafield liegt direkt über dem Grundgestein des alten, kaledonischen Gebirges. Solche Lagen sind für Radonausbrüche und hohe Untergrundstrahlung bekannt.

Account gelöscht!

03.02.2014, 20:15 Uhr

Sellafield ist der neue Name für das Katastrophen Atomkraftwerk Windscale.

Schönen Tag noch.

holger29

04.02.2014, 13:43 Uhr

In Sellafield/Windscale gab es in der Tat ein paar Magnox Reaktoren die vor 10 Jahren stillgelegt wurden.

Nach dem Ende des WKII entwickelte GB dort die militärische Wiederaufbereitung von Kernbrennstoff zur Entwicklung der GB Bombe. Da das ganze unter militärischer Geheimhaltung stand und man der Abfallthematik keinen Stellenwert einräumte, leitete man die Abfälle über ein Rohr ins nahe gelegene Meer. An der Einleitungsstelle ist die Radioaktivität noch heute erhöht. Oekogläubige Zeitgenossen erfreuen sich darüber an gruseligen Atomstrahlengeschichten.



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