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08.11.2011

11:23 Uhr

Bau von Nord Stream

100 Millionen Euro für den Umweltschutz

Der Bau der neuen Ostseepipeline war ein schwieriger Balanceakt zwischen Ökologie und Ökonomie. Noch auf Jahre hinaus wird Nord Stream Millionenzahlungen für Umweltschutzprojekte leisten.

Unter Umweltschützern war der Bau der Ostseepipeline von Anfang an umstritten. dpa

Unter Umweltschützern war der Bau der Ostseepipeline von Anfang an umstritten.

Lubmin/DüsseldorfZehn Millionen Euro – so viel war den Umweltorganisationen BUND und WWF ihr Klagerecht gegen die neue Ostseepipeline wert. Als die Nord Stream AG vor fünf Jahren Details über die geplante Verlegung der 1224 Kilometer langen Rohrleitung durch die Ostsee veröffentlichte, hatte der WWF noch vor einem „Parforceritt auf Kosten der empfindlichen Meeresnatur“ gewarnt.

WWF und BUND gingen gerichtlich gegen die Baugenehmigung vor. Monate später einigte man sich, nachdem Nord Stream für die Gründung einer Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee zehn Millionen Euro zusagte. Geleitet wird die Stiftung von Funktionären beider Umweltverbände. Die Hälfte des Geldes soll Naturschutzprojekten zugute kommen, die andere Hälfte bildet das Stiftungskapital.

Kritiker warfen beiden Organisationen in der Folge Käuflichkeit vor. Doch so einfach ist die Sache keineswegs. Tatsächlich gehört der deutsch-russische Röhrenbau zu den ökologisch bestdokumentierten Projekten dieser Art. Und die Ergebnisse der vielfältigen Untersuchungen flossen in hohem Maße in die Realisierung des Projektes ein.

Mehr als zwanzig Forschungsinstitute und Unternehmen wurden allein von Nord Stream mit der Untersuchung möglicher Umweltauswirkungen des Baus beauftragt. Gut 100 Millionen Euro gaben die Pipeline-Betreiber nach eigenen Angaben dafür aus. Das Spektrum reichte von 1000 Wasser- und Sediment-Proben an 96 Messpunkten bis zu Feldstudien an 77 ausgewählten Stationen, wo Fische, Meerespflanzen, Meeressäuger und Seevögel beobachtet wurden.

Auf Wunsch dänischer und finnischer Behörden wurden Streckenalternativen erkundet und zum Beispiel der Trassenverlauf südlich von Bornholm korrigiert. Unabhängige Institute wie die Universität Gotland lieferten Studien, wie sich Bau und Betrieb der Ostseepipeline zum Beispiel auf Fischereibetriebe, Tourismus, den Bau von Windparks oder die Bewahrung von archäologischen Unterwasserdenkmälern auswirkten.

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