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23.02.2013

09:23 Uhr

Baumsterben in der Stadt

Klimabaum gesucht

Eine kurze Pause vom Einkaufbummel unterm Kastanienbaum? Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Heiße Sommer machen traditionellen Stadtbäumen zu schaffen. Experten suchen deshalb nach Alternativen.

Der Anblick von Kastanienlaub wie hier in Berlin an der Neuen Wache wird in deutschen Städten bald selten werden. dpa

Der Anblick von Kastanienlaub wie hier in Berlin an der Neuen Wache wird in deutschen Städten bald selten werden.

VeitshöchheimKastanien, Platanen und Linden - diese Bäume wird es künftig in deutschen Innenstädten deutlich seltener geben. Davon sind bayerische Forscher überzeugt. „Es steht ein Wechsel bei den Stadtbäumen an“, sagt Philipp Schönfeld von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Grund dafür sind die voranschreitenden Klimaveränderungen. „Die Sommer werden heißer und es gibt trotzdem eisige Winter. Die Stadtbäume der Zukunft müssen also sowohl Hitze als auch Kälte und Spätfröste tolerieren“, sagt der LWG-Leiter des Sachgebietes Pflanzenökologie.

Seit 2009 untersuchen die Wissenschaftler deshalb, welche Baumarten in welchen Klimazonen am besten gedeihen. Dazu haben sie in mehreren bayrischen Innenstädten fast 500 exotische Bäume gepflanzt: in Hof und Münchenbernsdorf als kühleren Standorten, in Würzburg als Ort mit eher mediterranem Klima und in Kempten, wo niederschlagsreiches Wetter vorherrscht. „Wir testen nur in Bayern, aber die Ergebnisse werden sich auf ganz Deutschland anwenden lassen“, meint Schönfeld.

Stadtbäume sind mit denen im Wald oder Park nicht vergleichbar. Die Gewächse in der Innenstadt - meist an dicht befahrenen Straßen oder in engen Wohngebieten gepflanzt - müssen deutlich mehr aushalten. Da sind nicht nur die Autoabgase in der Luft und die gegen Bäume pinkelnden Hunde.

In den Städten staut sich zudem die Wärme, die Luft ist trockener und die Bäume haben meist weniger Boden zum Leben. Das alles stresst sie. Sie werden anfälliger für Krankheiten und ihre Lebensdauer verkürzt sich rapide. „Früher haben Bäume in der Stadt 60 bis 80 Jahre durchgehalten, heute rechnen die Gartenämter mit einer deutlich kürzeren Lebensdauer“, so Schönfeld.

Kommentare (7)

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23.02.2013, 10:03 Uhr

Die Klimamythen werden immer kurioser!

Heißer Sommer sinds (und in Kombination mit eisigen Wintern!) Als ob es beides nicht in der Mitte des letzten Jahrhunderts gegeben hätte. Fragt mal den Opa, die Oma!
Und die Kastanienbäume!

Ach ja, der Klimaschwindel.... Andere suchen mittlerweile wenigsten nach Ausreden, warum das mit der Erderwärmung (oder ist es inzwischen wieder eine Erkältung? oder eine Sommer-Erwärmung und Winter-Erkältung) nicht so klappt:

http://www.wetteronline.de/wotexte/redaktion/klimawandel/2013/02/0221_kl_Globale-Erwaermung-stagniert.htm

-> Folgerung: viel genaues weiß man nicht in der Klimaforschung
... Das Klimasystem auf der Erde ist sehr komplex. Noch immer sind viele Zusammenhänge, Faktoren und Rückkopplungen, die das Klima beeinflussen, nicht bekannt oder hinreichend erforscht

-> das ist jetzt wenigstens ein Erkenntnisfortschritt, im Gegensatz zum (früheren?) missionarischen und totalitären Eifer der Klimalügner, die alles auf hunderte von Jahren genau vorhersagen und modellieren können.

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23.02.2013, 10:58 Uhr

Das mit den heißen Sommern ist übrigens schon ein seltsames "Argument", denn es gab in den letzten Jahren keine solchen, jedenfalls sind die mir hier in Deutschland völlig entgangen.
Natürlich wurde bestimmt wieder ein besonders heißer Sommer irgendwie, irgendwo und von irgendjemandem "gemessen" oder gar statistisch aufbereitet, natürlich weltweit gesehen und bei den speziellen Wetterstationen, schon klar, das kennen wir ja, ohne Rekord gibt es schließlich keine Schlagzeilen.

Aber ob die Kastanienbäume in Deutschland wirklich schwitzen, nur weil die gemessene weltweite Sommertemperatur angeblich hoch ist? Die müssen dann ganz schön klimagläubig sein oder können kein Englisch:
http://www.telegraph.co.uk/earth/environment/climatechange/9787662/Global-warming-at-a-standstill-new-Met-Office-figures-show.html

Nein, liebe Kastanienexperten, ihr sucht an der falschen Stelle. Es ist der "saure Regen". Das habe ich damals schon als Kind gelernt, daß der "saure Regen" fürs Baumsterben zuständig ist und ich glaube schließlich was die Medien schwarz auf weiß drucken. Das ist schließlich von der Regierung genehmigt! Das "Klima" ist für etwas anderes zuständig, nämlich für den CO2-Ablaßhandel.

Die Kunst der Besteuerung liegt darin, die Gans so zu rupfen, daß sie unter möglichst wenig Geschrei so viele Federn wie möglich läßt. Jean Baptiste Colbert, 1619 - 1683, franz. Finanzminister, der sich wahrscheinlich totgelacht hätte, hätte man ihm erzahlt, daß es seinen Nachfolgern irgendwann einmal gelingt, die Luft zu besteuern

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23.02.2013, 12:34 Uhr

Ich würde den Ginkgo empfehlen. Der existiert seit hunderten von Millionen Jahren auf der Erde, hat also schon allerhand "Klimakatastrophen" überstanden. Gegenüber der Kastanie hat er den Vorteil, dass er sehr langlebig ist - 1.000 Jahre sind keine Seltenheit. Und er kann sehr große Temperaturunterschiede vertragen: in China existiert er von den Subtropen bis in die des Winters bitterkalten Regionen Nordchinas. Auch ist er weitgehend unempfindlich gegen Luftschadstoffe, wie Autoabgase, weshalb er in China als Straßenbaum dient.
Die Kastanie hat ja den Nachteil, dass sie nur ungefähr 100 bis 120 Jahre lang lebt - auch sie ist bekanntlich kein europäischer Baum, sie stammt aus der heutigen Türkei, wenn ich es richtig weiß.

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