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08.05.2012

00:02 Uhr

Bericht „2052“

Club of Rome will Wirtschaft klimafreundlicher machen

Die Wirtschaftskraft eines Landes sollte neu berechnet werden, fordert der Co-Präsident des Club of Rome, Eberhard von Koerber. Viel stärker einfließen müssten dabei die Kosten für Klima- und Umweltschäden.

Eberhard von Koerber: „Umsetzung des Klimaschutzes zu langsam“. Reuters

Eberhard von Koerber: „Umsetzung des Klimaschutzes zu langsam“.

BerlinDer am Montag vom Club of Rome präsentierte Bericht „2052“ ruft dazu auf, die Wirtschaft mit neuen Preisberechnungen klimafreundlicher zu machen. Wie kann das gelingen?

Von Koerber: Es geht hier um die Frage, wie man das Bruttosozialprodukt misst. Da müssen Dinge eingerechnet werden, die bisher noch nicht als Kosten erfasst waren wie die externen Kosten der Umwelt-, Boden- und Grundwassergefährdung. Auch das neue Frackingverfahren, bei dem Öl und Gas durch Druck und chemische Prozesse aus der Tiefe gefördert werden, hat alle möglichen ökologischen Nebenfolgen. Der Klimawandel ist ebenfalls sehr viel teuer als er in der heutigen Kostenrechnung der Volkswirtschaft erfasst wird. Daher müssen sich letztlich auch die Preise und damit die Nachfrage nach endlichen Ressourcen verändern.

Welche Werkzeuge hat der Staat dafür?

Die Regierungen können beispielsweise die Mautgebühren für den Schwerverkehr stärker erhöhen, wie die Schweiz das gemacht hat. In der Schweiz sind zwei Drittel des Schwerverkehrs auf der Schiene und nur ein Drittel auf der Straße. In der EU ist es umgekehrt. Durch die Schwerverkehrsabgaben kann man so etwas steuern. Auch die Fördermaßnahmen für grüne Energien in Deutschland haben viel bewirkt. Aber Deutschland kann da auf Dauer nicht alleine der Vorreiter sein, andere Länder müssen folgen.

Ist Klimaschutz nicht generell zu teuer für die Volkswirtschaft?

Die Auswirkungen sind unterschiedlich. Zusätzliche Kosten und Investitionen für Klima- und Umweltschutz, die notwendig sind, und auch die Erhöhung der Benzin- und Strompreise führen zu Wachstumseinbußen. Dem steht aber das gegenüber, was durch Grüne Technologien an Wachstum und neuen Arbeitsplätzen geschaffen wird. Deutschland ist da ja in führender Position, wenn auch schon bedrängt durch China. Dies sind positive Effekte der Fördermaßnahmen in den progressiven Ländern, zu denen ich neben Deutschland und China besonders auch die Schweiz und Südkorea zähle.
Insgesamt ist die Umsetzung des Klimaschutzes aber noch zu langsam. Die Kosten durch negative Klimafolgen wie Unwetter, geringeres Wachstum und verminderter Wohlstand werden sich deutlich erhöhen, auch weil die USA und einige Schwellenländer nicht mitspielen.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

08.05.2012, 00:33 Uhr

der klimawandel ist natürlich und nicht vom menschen gemacht. die debatte dient nur dazu eine globale steuer in form von verschmutzungsrechten einzuziehen.

Account gelöscht!

08.05.2012, 00:49 Uhr

was ich auch nicht verstehe, regenwälder werden gerodet in einem unglaublichen tempo. diese sind unwahrscheinliche co2 vernichter, das interessiert niemanden. hier wird man doch im quadrat verarscht.

BevoelkerungsExplosion

08.05.2012, 03:43 Uhr

Hört auf die Welt überzubvevölkern. Dann bleibt auch im Regenwald alles wie es ist. Nur Menschen benötigen gerodete Flächen. (Habe noch nie ein Tier Ackerbau und Viehzucht betreiben sehen).

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