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14.01.2017

16:05 Uhr

Billigkohle in China

Der Smog der armen Leute

Mit billiger, aber umweltbelastender Kohle verschaffen sich viele Chinesen etwas Wärme im Winter, tragen damit aber auch erheblich zu gefährlichem Smog bei. Die Regierung lässt die ärmere Bevölkerung weitgehend allein.

Viele Menschen in China sind auf Billigkohle angewiesen. Das erschwert den Kampf gegen die Luftverschmutzung. AP

Kohlesammlerin in Qian'an

Viele Menschen in China sind auf Billigkohle angewiesen. Das erschwert den Kampf gegen die Luftverschmutzung.

Qian'anDie Straße zum Stahlwerk in Qian'an ist holprig. So zuverlässig holprig, dass die überladenen Kohlelaster regelmäßig einen Teil ihrer Ladung verlieren. Bäuerin Shen weiß das. Viermal pro Woche kommt sie dorthin und harrt an der Straße aus, um Kohle zu ergattern. Diese hilft der Chinesin und ihrem Mann über den bitterkalten Winter in der Provinz Hebei.

„Wenn ich nicht hierherkomme, muss ich frieren“, sagt die Bäuerin. In einem Winter verbrenne sie gut zwei Tonnen Kohle, schätzt sie. Das bedeutet einen Wert von über 1800 Yuan (etwa 245 Euro). Viel Geld für die arme Chinesin.

Die verbrannte Kohle bedeutet aber auch Luftverschmutzung und Umweltbelastung. Menschen wie Shen gibt es in den ländlichen Gegenden im Norden Chinas viele. Ihre Abhängigkeit von billigen Brennstoffen erschwert den Kampf gegen den Smog in China.

Obwohl die Regierung in Peking alles Mögliche unternimmt, das Verbrennen unbehandelter Kohle zu verbieten, stößt sie in Orten wie Qian'an schnell an ihre Grenzen. Heizen mit saubereren Briketts oder mit Strom ist sehr vielen Menschen einfach zu teuer.

„Wir normalen Leute haben nicht viel“, sagt der 61-jährige Yao Junhua. „Wir wollen nur ein paar Stücke gute Kohle kaufen, etwas Geld sparen. Wir wollen kein Geld für Kohle ausgeben, die wir nicht anzünden können“, erklärt der Bauer. Denn die Briketts gelten bei den Dorfbewohnern als schwerer brennbar und weniger wärmespendend. Und finanzielle Unterstützung für Bedürftige beim Umstieg auf sauberere Heizungen, wie in der Hauptstadt Peking, gibt es bei weitem nicht im ganzen Land.

Kohle gilt als ein Verursacher winziger Feinstaubpartikel mit weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser, die bis in die Lungenbläschen vordringen können. Sie waren nach einer Studie der Umweltexpertin Wang Shuxiao von der Tsinghua-Universität 2013 für schätzungsweise 366.000 vorzeitige Todesfälle in China verantwortlich.

Sauberere Kohle würde etwa 50 bis 80 Prozent weniger der gefährlichen Partikel verursachen, erklärt Wang. Der Umstellungsprozess ziehe sich aber hin. Selbst die reiche Hauptstadt Peking habe fast zwei Jahrzehnte gebraucht, die umweltfeindlicheren Heizpraktiken durch bessere zu ersetzen. „Die Umstellung kommt“, sagt Wang. „Aber sie kommt nicht so schnell, wie wir wollen.“

Kommentare (1)

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17.01.2017, 09:26 Uhr

Herr Mark Hoffmann - 17.01.2017, 09:15 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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