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06.09.2015

13:06 Uhr

Biologie

Vogelzug in Zeiten des Klimawandels

In diesen Tagen bereiten sich viele Zugvögel in Deutschland auf den Abflug in wärmere Gefilde vor. Doch etliche Arten haben sich mit dem Winter hierzulande arrangiert – und das liegt nicht nur am Klimawandel.

Längst nicht alle Zugvögel brechen tatsächlich in ihre Winterquartiere auf. dpa

Zugvögel

Längst nicht alle Zugvögel brechen tatsächlich in ihre Winterquartiere auf.

BerlinFrüh aufstehen und in die Luft gucken könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen lohnen: Zugvögel brechen in ihre Winterquartiere auf und sind vor allem am Morgenhimmel gut zu sehen – in Scharen oder allein, auf dem Weg in wärmere Gefilde, wo die Suche nach Insekten und Samen leichter ist.

„Insektenfresser wie Rohr- und Laubsänger, Grasmücken und Schwalben finden nur im Frühjahr und Sommer genug Futter“, sagt der Vogelkundler Peer Cyriacks von der Deutschen Wildtierstiftung mit Blick auf unsere Breiten. Auch weil es einige Winter in Folge mild war, ersparen sich manche Vogelarten den kräftezehrenden Weg inzwischen aber teilweise oder ganz.

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Von den rund 250 Vogelarten, die in Deutschland brüten, sind etwa die Hälfte Zugvögel, nimmt der Naturschutzbund (Nabu) an. Die klassischen Zugvögel wie Schwalben verschwinden zwar „sämtlich“ aus Deutschland, wie der Verhaltensbiologe Jörg Böhner von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Berlin sagt.

Gerade große Städte bieten aber auch im Winter fast alles, was das Vogelherz begehrt: Als „Wärmeinseln“, so Böhner, heben sie sich vom Umland ab. Nicht nur sei die Temperatur für Vögel angenehmer, auch gebe es seltener eine geschlossene Schneedecke – was die Nahrungssuche vereinfacht.

Daran, dass der Teller trotz Winters gut gedeckt sei, hat sich etwa die Mönchsgrasmücke gewöhnt. Vogelhäuschen und Meisenknödel tragen ebenfalls dazu bei, dass sich Zugvögel hierzulande auch im Winter wohlfühlen.

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