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06.05.2011

09:26 Uhr

BMW Guggenheim Lab

Autobauer entwickeln Städte der Zukunft

VonBarbara Kutscher

Schon heute leben so viele Menschen wie nie zuvor in Städten. Jetzt haben sich Autohersteller mit Museen und Architekten zusammengetan - sie zeigen, wie das Leben in Megacities zukünftig aussehen kann.

Direkt an der Housten Street in Manhatten treffen sich New Yorker zu einem Workshop. Quelle: courtesy Atelier Bow-Wow

Direkt an der Housten Street in Manhatten treffen sich New Yorker zu einem Workshop.

New York Die Lösung der Probleme globaler Megacities ist das Ziel: dazu tut sich BMW Group mit Salomon R. Guggenheim Foundation and Museum in der überaus ehrgeizigen Kooperation BMW Guggenheim Lab zusammen. Über die nächsten sechs Jahre werden drei Pavillons von verschiedenen Architekten entworfen. Danach werden sie einige Monate lang insgesamt neun Metropolen auf drei Kontinenten als Think Tanks besuchen. Wechselnde Teams mit führenden Vertretern verschiedenster Fachbereiche organisieren darin Diskussionen, Vorträge und Workshops zu drei Themen.

Die erste Aufgabe lautet "Confronting Comfort: The City and You".Hier soll eng mit lokalen und internationalen Organisationen zusammengearbeitet werden. Aber nicht nur die Theorie steht im Vordergrund. Praxisorientierung ist wichtig und die lokale Bevölkerung soll ihren Input leisten. Schließlich werden die Fäden wieder im New Yorker Guggenheim Museum zusammenlaufen. Jeweils nach Ablauf von zwei Jahren wird eine Sonderausstellung die Lösungen und Ergebnisse der ersten drei Austragungsorte vorstellen.

Nicht allein sondern gemeinsam - Menschen treffen sich zur Diskussion. Quelle: courtesy Atelier Bow-Wow

Nicht allein sondern gemeinsam - Menschen treffen sich zur Diskussion.

Guggenheim-Direktor Richard Armstrong und Jim O'Donnell, Präsident und Geschäftsführer von BMW Nordamerika, gaben erstmals die Namen des Beratungskomitees und des New Yorker Lab Team bekannt. Das erste Lab wird vom 3. August bis 16. Oktober 2011 auf einem ungenutzten Grundstück auf der New Yorker Lower East Side stehen. Im Frühjahr reist es nach Berlin und anschließend nach Asien weiter. Die junge japanische Architekturfirma Bow-Wow entwarf dafür auf einer Fläche von etwa 250 Quadratmetern eine zerlegbare Struktur aus Karbon, eine Art mediterrane Loggia. Bow-Wow qualifizierte sich für diese Aufgabe durch geschickt in winzige Tokioter Grundstücke eingepasste unkonventionelle Lückenfüller.

Dazu drängt sich am Wochenende der Konkurrent Audi ins Rampenlicht. Er trägt zum ersten "Festival of Ideas for the New City", das vom 4- bis 8. Mai vom New Museum veranstaltet wird, die "Audi Urban Future Initiative" bei. Fünf Architekturbüros machten sich Gedanken über ein Manhattan im Jahr 2030, Roundtables und Think Tanks sollen einen Tag lang das Zusammenwirken von Mobilität, Architektur und Stadtentwicklung erforschen. Die Ergebnisse sollen dann letztendlich in die Arbeit des Unternehmens Audi einfließen.

Die BMW Group schlägt demgegenüber einen anderen Kurs ein. Das BMW Guggenheim Lab werde nicht als Steinbruch für das Kerngeschäft des Unternehmens genutzt, betont Pressesprecher Thomas Girst. Die BMW Group werde von der Erkenntnis getrieben, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam gemeistert werden können. Interessante Perspektiven - obwohl die Verantwortlichen sich einig sind, dass es ein langfristiges Projekt mit ungewissem Ausgang ist.

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