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23.02.2012

15:23 Uhr

Climategate 2?

Wirbel um Datenklau eines Klimaforschers

Interne Dokumente von Klimaskeptikern sorgen in den USA für Aufsehen. Ein renommierter Forscher hat sie sich erschlichen – und damit Erinnerungen an die Climategate-Affäre wachgerufen.

Die Meinung, dass der Mensch das Klima beeinflusst und zu steigenden Erdtemperaturen beiträgt, wird von der überwältigenden Mehrheit der Klimaforscher vertreten. dapd

Die Meinung, dass der Mensch das Klima beeinflusst und zu steigenden Erdtemperaturen beiträgt, wird von der überwältigenden Mehrheit der Klimaforscher vertreten.

In den USA sorgen Enthüllungen über die Methoden von Klimaskeptikern für Schlagzeilen. Der demokratische Abgeordnete Raul Grijalva forderte am Mittwoch eine Anhörung im zuständigen Parlamentsausschuss. Es geht um Vorwürfe, wonach ein beim Innenministerium angestellter Forscher für ein Kapitel in einem klimaskeptischen Buch 1000 Dollar im Monat vom konservativen Heartland-Institut bekommen haben soll. Einem Mitarbeiter des Energieministeriums sollen sogar vierteljährlich 25.000 Dollar überwiesen worden sein, als Gegenleistung für Entwürfe von Schulmaterial mit klimaskeptischem Tenor.

Die Vorwürfe basieren auf Dokumenten, die sich der renommierte US-amerikanische Klimaforscher Peter Gleick erschlichen hatte. Gleick hatte Anfang der Woche auf seinem Blog eingeräumt, sich ein Strategiepapier des Heartland Institute unter falschem Namen besorgt zu haben. Das Institut gilt als konservativer Thinktank, der sich offensiv für freie Märkte und gegen staatliche Einmischung jeglicher Art einsetzt. Daneben wird auch die von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler vertretene These verneint, dass der Mensch das Klima beeinflusst und zu steigenden Erdtemperaturen beiträgt.

Die internen Dokumente waren bereits in der vergangenen Woche im Internet veröffentlicht worden. Sie deckten unter anderem auf, dass das Heartland-Institut hunderttausende Dollar an Spenden von der Energieindustrie erhielt – und wofür es das Geld ausgibt. Demnach will das Institut 200.000 Dollar in das fragliche Schulmaterial zum Klimawandel investieren, das Schüler davon überzeugen soll, dass der Klimawandel in der Fachwelt hochumstritten ist.

Das Institut erklärte nach der Veröffentlichung, eines der Dokumente sei gefälscht. Eine Interview-Anfrage der Nachrichtenagentur AFP wurde nicht beantwortet. Klimaforscher Gleick hat sich mittlerweile entschuldigt. Zu seiner Verteidigung erklärte er, er sei frustriert gewesen „über die anhaltenden Versuche – oft anonym, gut finanziert und koordiniert – die Klimaforschung und -forscher zu attackieren“.

Der Fall erinnert an die Climategate-Affäre kurz vor der Klimakonferenz von Kopenhagen im Jahr 2009. Seinerzeit hatten Hacker illegal erlangte E-Mails veröffentlicht, die sich wichtige Klimaforscher um Phil Jones von der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia geschrieben hatten. Aus den Mails leiteten Klimaskeptiker Vorwürfe ab, wonach in der Klimaforschung massiv Daten manipuliert würden, die die zunehmende Erderwärmung in Frage stellen.

Alle zur Klärung dieser Vorwürfe eingesetzten Kommissionen kamen allerdings zu dem Ergebnis, solche Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Wer seinerzeit für den Datenklau verantwortlich war, ist bis heute unbekannt.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.02.2012, 23:45 Uhr

Was für ein alberner Unfug! Bei der CO2-Klimadebatte geht es im Kern um die Frage, ob Schwankungen im CO2-Gehalt der Luft die Temperaturen auf der Erde beeinflussen oder nicht. Diese Frage ist von einer Handvoll DEUTSCHER Mathematischer Physiker und Meteorologen längst beantwortet: es gibt diesen Einfluß nicht, er ist physikalisch ausgeschlossen. Das Heartland-Institut ist an dieser Fragestellung gar nicht beteiligt. Die simple Wahrheit ist, daß es paradoxerweise die "Treibhausgase" sind, die die Atmosphäre KÜHLEN.

Die "überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler" wird von Regierungen bezahlt, und zwar in Staaten wie Deutschland ausschließlich dafür, daß sie die ideologisch motivierte Treibhauslehre unterstützen, denn die dient dazu, unter dem Vorwand des "Klimaschutzes" Industrie und Bürger abzuzocken. Wer auch nur andeutet, dieser ökologistischen Staatskirche distanziert gegenüberzustehen, bekommt keinen Ruf, kein Geld und nur noch Anfeindungen.

Account gelöscht!

24.02.2012, 07:54 Uhr

klaus ermecke, ich kann ihnen nur noch zustimmen.
Danke

CaptainPithart

24.02.2012, 13:05 Uhr

Danke für den Artikel. Ein paar Korrekturen:

* Die 100,000$ (25,000x4) an Herrn Wojick sind wohl noch nicht überwiesen worden, sondern sind für 2012 erst geplant.
* Das Strategiepapier wurde Herrn Gleick anonym zugeschickt, unter falschem Namen übermittelt wurden ihm die anderen Unterlagen

Es sollte erwähnt werden, dass praktisch alle Informationen des "gefälschten" Dokuments auch in den anderen Unterlagen bestätigt werden, was eine Fälschung äußerst unwahrscheinlich macht.
Herr Ermecke: Sparen Sie sich bitte Ihre anti-physikalischen Auslassungen, und bleiben Sie bei Ihren Leisten (Business Administrator). Sie haben sich mit Ihrem Pamphlet "Rettung vor den Klimarettern" und dem Hochjubeln der widerlegten Gerlich&Tscheuschner schon lächerlich genug gemacht. Besuchen Sie doch mal eine Anfängervorlesung zu dem Thema, da werden Ihnen die Augen aufgehen.

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