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14.08.2012

17:23 Uhr

Deformationen festgestellt

Fukushima-Unglück lässt Schmetterlinge mutieren

Wissenschaftler stellten bei Schmetterlingen aus der Umgebung des Unglückkraftwerks Gen-Mutationen fest, die unter anderem die Flügel betreffen. Die Missbildungen traten sogar noch in späteren Generationen der Tiere auf.

Das Handout zeigt eine mutierte Art des Bläulings aus der Fukushima-Region. dpa

Das Handout zeigt eine mutierte Art des Bläulings aus der Fukushima-Region.

TokioDas Atomunglück von Fukushima hat zu Missbildungen bei Schmetterlingen in der Umgebung des japanischen Atomkraftwerks geführt. Die Radioaktivität in der Nähe des Akw führte noch bei den Nachkommen von Schmetterlingen in dritter Generation zu Gen-Mutationen, wie Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa herausfanden.

Rund zwölf Prozent der untersuchten Schmetterlinge aus der Familie der Bläulinge, die im Larven-Stadium der in Fukushima ausgetretenen Radioaktivität ausgesetzt waren, hatten Missbildungen wie kleinere Flügel oder Deformationen an den Augen. Die Forscher züchteten die Insekten in einem Labor weiter. Dabei zeigten 18 Prozent der Nachkommen ebenfalls Mutationen. In der dritten Generation stieg der Anteil der Tiere mit Missbildungen sogar auf 34 Prozent - obwohl eines der Elternteile jeweils aus einer anderen Population stammte.

Zum Vergleich: Ein gesundes Exemplar der untersuchten Schmetterlingsart. dpa

Zum Vergleich: Ein gesundes Exemplar der untersuchten Schmetterlingsart.

Sechs Monate nach dem Fukushima-Unglück fingen die Forscher erneut 240 Bläulinge in der Region um das Akw. 52 Prozent von deren Nachkommen wiesen Missbildungen auf.

Die Untersuchungen belegten klar, dass die in Fukushima freigesetzte Radioaktivität das Erbgut der Schmetterlinge geschädigt habe, sagte Joji Otaki von der Ryukyu-Universität. Der Wissenschaftler warnte gleichzeitig vor voreiligen Schlüssen: Die Erkenntnisse könnten nicht einfach auf andere Tierarten oder auf den Menschen übertragen werden. Die Forscher planen nun Studien mit anderen Tierarten.

Bei dem Erdbeben und einer anschließenden Flutwelle am 11. März 2011 war das Akw Fukushima schwer beschädigt worden. Es kam zur Kernschmelze in drei Reaktoren, große Gebiete wurden radioaktiv verseucht. Es war der schwerste Atomunfall seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986.

Von

afp

Kommentare (6)

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vandale

14.08.2012, 21:13 Uhr

Signifikante genetische Mutationen werden erst durch sehr hohe radioaktive Dosen hervorgerufen. Demzufolge konnte man beispielsweise im Zuge des Reaktorunfalls von Tschernobyl keine genetischen Mutationen weder bei Mensch, noch bei Tieren nachweisen. Einfache Lebewesen sind noch wesentlich unempfindlicher gegenüber radioaktiver Strahlung als Menschen. Die radioaktiven Emissionen waren in Fukushima nicht geeignet irgendwelche Mutationen hervorzurufen, sofern die Raupen sich nicht gerade direkt im Reaktorgebäude aufgehalten haben.

Sehr wahrscheinlich wird man dann in einigen Monaten in einer Fachzeitschrift wie Strahlenschutzpraxis lesen welche Fehler der Studie zu diesen Ergebnissen geführt haben. "Qualitätsmedien" werden sicherlich nicht über solche Ereignisse berichten als diese regelmässig die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Strahlenschutzes ignorieren.

Vandale

Account gelöscht!

14.08.2012, 22:07 Uhr

Ich glaube der Fehler liegt an diesen zufälligen Halbwertszeiten. So ist doch total klar, dass Zufall nicht kausal sein kann. Also kann das Fuku-dingsbums auch garnix mit verkrüppelten Schmetterlingen zu tun haben ... hihi...

Kernspaltung

14.08.2012, 23:33 Uhr

och , Mutation, ist doch gut, beschleunigt die Evolution, durch kommt nur, was mit der größeren Radioaktivität zurecht kommt, alles andere geht den Weg des Irdischen,
Natürlich halten komplexere Lebewesen wie Menschen viel mehr Radioaktivität aus als so einfache Schmetterlinge,
dazu braucht es auch noch einige Jahre an statistisch belastbaren Studien.
Vielleicht können die Forscher ja gleich neben dem Kraftwerk ihr Zelt aufschlagen, dann können sie am eigenen Körper die Auswirkung von Radioaktiviät erforschen.
Das beschleunigt sicher die Ergebnisfindung....

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