Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2014

11:53 Uhr

Dicke Luft in der City

Londons Kampf mit den Stickoxiden

Londons Oxford Street gilt vielen als Synonym für ein Shopping-Mekka. Doch zugleich herrscht in der Einkaufsmeile im Herzen der Weltstadt die wohl schlechteste Luft weltweit. Und Abhilfe ist kaum in Sicht.

Abendlicher Verkehr in London. Gemessen an den Stickoxiden hat die englische Hauptstadt die schlechteste Luft weltweit. dpa

Abendlicher Verkehr in London. Gemessen an den Stickoxiden hat die englische Hauptstadt die schlechteste Luft weltweit.

LondonOxford Street, London – die halbe Welt denkt bei diesem Straßennamen an glitzernde Leuchtreklamen und das ultimative Shopping-Mekka. Doch wo sich Schauspieler, Musiker sowie Europas Hoch- und der weltweite Geldadel mit Schmuck und Klamotten eindecken, stinkt es gewaltig.

Ausgerechnet in Londons Vorzeigemeile Oxford Street herrscht die wahrscheinlich schlechteste Luft der Welt, gemessen am Gehalt an Stickoxiden. Das haben Wissenschaftler des Londoner King's College herausfanden.

Die Kritik an Londons Luft ist nicht neu. Bereits im Jahr 2000 hatten Mediziner errechnet, dass in London jährlich 1200 Menschen früher als nötig sterben, weil die Luft in der Stadt so schlecht ist. Zehn Jahre später rechneten Mediziner vor, dass inzwischen bis zu 4000 Londoner pro Jahr früher sterben, weil sie dauerhaft verschmutzte Luft einatmen.

Smog: „Man kann ja nicht aufhören zu atmen“

Smog

„Man kann ja nicht aufhören zu atmen“

Kanzlerin Merkel erlebt derzeit den erdrückenden Smog von Peking. Doch die Stadt ist nicht die einzige mit Luftproblemen. Im indonesischen Jakarta leben 12 Millionen Einwohner mit Abgasen von 16 Millionen Fahrzeugen.

Im April sprachen Parlamentsabgeordnete in Westminster von der Londoner Luft als „unsichtbarem Killer“. „Wir möchten wissen, warum der Fortschritt beim Angehen dieses Problems so schmerzlich langsam ist“, sagte die Vorsitzende des Umweltausschuss im Parlament, Joan Walley.

London hat sich in einem Netz verfangen, das kaum Auswege aus der Luft-Krise aufzeigt. Die Acht-Millionen-Metropole wächst und wächst – die Infrastrukturen, besonders die Straßen, werden aber nicht angepasst. Hohe Häuserschluchten und enge Straßen mit viel Verkehr und langen Staus sind geradezu ein Nährboden für Luftverschmutzung.

Hinzu kommt, dass in der Innenstadt aufgrund der City-Maut zu einem hohen Prozentsatz Taxis und Busse verkehren. Die schwarzen „Black Cabs“ und die roten Doppeldecker werden überwiegend von Dieselmotoren getrieben, die besonders im Stau große Mengen Stickoxide ausstoßen, wie der Wissenschaftler David Carslaw von der Umweltforschungsgruppe am King's College erklärt. Die Regierung hat mit günstigen Steuern die Dieselmotoren noch gefördert. 

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Martin Ivers

15.07.2014, 17:44 Uhr

Die Lösung heißt: CNG
Die NOX-Grenzwerte absenken, dann werden die Autohersteller von selbst dazu übergehen, oder sich etwas anderes einfallen lassen. Auf keinen Fall sollte man mit Gesetzen etwas technisch unmögliches verlangen, wie die massenhafte Umstellung auf Elektroautos.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×