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16.04.2012

14:53 Uhr

E-Haus

Mit dem Superhaus das Klima schonen

VonIngmar Höhmann

Wenn es um effiziente Haustechnik geht, ist der Bundesregierung kein Aufwand zu hoch – denn intelligente Gebäude sollen eine Säule der Energiewende sein. Doch nicht alle Konzepte sind schon ausgereift.

Vor dem Effizienzhaus Plus in Berlin stehen bei der symbolischen Schlüsselübergabe zwei Elektroautos. picture alliance / dpadpa/lbn

Vor dem Effizienzhaus Plus in Berlin stehen bei der symbolischen Schlüsselübergabe zwei Elektroautos.

KölnKatze Susi sorgte im intelligentesten Haus Deutschlands für Verwirrung. Wenn das Tier nachts durch den Flur streunte, ging die Festbeleuchtung an. „Kein Mensch wusste, warum das so war“, schreibt die elfjährige Freyja, die das Haus mit ihrer Familie bewohnt, in ihrem Blog. Erst nach drei Wochen Tüftelei fand ein Techniker heraus, dass die Bewegungsmelder verrückt gespielt hatten – und beseitigte das Problem. Inzwischen kann die vierköpfige Familie auch schlafen, wenn Susi nachts ihre Streifzüge unternimmt.

Das „Effizienzhaus Plus“ steht in Berlin und ist das bekannteste Modellprojekt für intelligente Haustechnik in Deutschland. Seit März wohnt eine vierköpfige Familie in dem 130 Quadratmeter großen Gebäude. Sie nutzt moderne Elektronik. Eine Wärmepumpe und Solaranlagen produzieren mehr Strom, als die Bewohner verbrauchen. Die Energie fließt in Batterien, die mit einer Ladestation für E-Autos verbunden sind.

Light + Building

Messe

Am Sonntag startete in Frankfurt die weltgrößte Messe für Licht und Gebäudetechnik. Die Veranstalter der Light+Building erwarten bis zum 20. April mehr als 2100 Aussteller und über 180000 Besucher.

Themen

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Energieeffizienz. Das Spektrum der ausgestellten Techniken und Produkte reicht von Leuchtdioden (LED) über Photovoltaik und Elektromobilität bis hin zu intelligenten Stromzählern und den „Smart Grid“ genannten neuen Stromnetzen. Zweiter wichtiger Trend ist die Digitalisierung von Licht und Gebäuden. Auch Aussteller aus dem Gebäude-Management und der Contractingbranche zeigen ihre Angebote.

Zur Eröffnung des Superhauses, ein Teil der Forschungsinitiative „Zukunft Bau“, gab sich im vergangenen Dezember sogar Kanzlerin Angela Merkel die Ehre. Wenn es um effiziente Haustechnik geht, ist der Regierung kein Aufwand zu hoch – denn intelligente Gebäude sollen eine Säule der Energiewende sein. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß der deutschen Gebäude um 80 Prozent sinken. Erreichen will sie das vor allem mit Hilfe von intelligenter Haustechnik sowie besserer Wärmedämmung.

„Im Gebäudebestand gibt es beim effizienten Einsatz von Energie noch große Potenziale. Die Sanierung war noch nie so wichtig wie heute“, sagt Lale Salur, Architektin bei der Energieagentur NRW. Von den über acht Millionen Wohnungen in NRW sind drei Viertel vor 1978 entstanden – noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung.

Ein Vorbild für die Sanierung ist das von der TU Darmstadt entwickelte Plus-Energie-Haus. Von 2009 bis 2011 tourte es als Wanderausstellung durch deutsche Städte. Auch auf der Messe Light+Building steht das Thema im Fokus: Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke zeigt in der Sonderschau „Das E-Haus“ ein energieeffizientes Modellgebäude, ebenfalls inklusive einer Garage für Elektroautos.

Kommentare (5)

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16.04.2012, 15:43 Uhr

Bauliche Maßnahmen kosten schnell so viel Geld, dass die Amortisationszeiten in den Bereich mehrerer Jahrzehnte steigen. Umgekehrt kann man schon mit unter 1000 EUR deutliches Einsparpotential heben. Beispiele:

Eine Schaltuhr für die Warmwasser-Umwälzpumpe amortisiert sich innerhalb eines Jahres. Die Umwälzpumpe eines Reihenhauses braucht bei dauerbetrieb für etwa 50 EUR Strom im Jahr. Wenn nachts der Wasserkreislauf steht, sinken die Wärmeverluste beim Warmwasser - auch im Sommer. Oft zirkuliert das Wasser auch ohne die Pumpe, allein durch die natürliche Konvektion.

Ersetzt man Thermostatventile durch einen abgesetzten Thermostaten, einen Stellantrieb und Kontakte an den Fenstern, lässt sich die Raumtemperatur viel praxisgerechter regeln: Die Temperatur wird da gemessen, wo das auch sinnvoll ist - nicht in der Heizungsnische. Und wenn das Fenster geöffnet wird, schließen automatisch die Stellantriebe. Beim Lüften fährt die Heizung also nicht mehr hoch, sondern runter. Amortisationszeit: von unter 1 Jahr bis 3 Jahre. Installationsarbeiten gibt es kaum, weil diese Systeme per Funk kommunizieren.

Zentralisierte Systeme auf Funkbasis lassen sich schon für ein paar 1000 EUR plus Installation verwirklichen. Leider muss man sich bislang auf ein herstellerspezifisches System festlegen, weil es noch kaum weiter verbreitete Standards gibt. Es gibt Praxisbeispiele, dass solch ein System den Energieverbrauch um 1/3 senken kann. Amortisationszeit: unter 5 Jahre - nicht gerechnet der Komfortgewinn, der bei solchen Systemen nebenbei abfällt: Die Haustür sperrt sich abends von alleine zu, die Zustände der oben erwähnten Fensterkontakte lassen sich zu einem Sammelsignal "alle Fenster und Türen dicht" zusammen führen.

Account gelöscht!

16.04.2012, 17:26 Uhr

Was nicht im Artikel steht:

Das Ökowunderhaus hat die Kleinigkeit von 2,2 Mio. EUR gekostet.

Der Verbrauch für Heizung; E-Auto stimmt nur in der Jahresbilanz mit der PV-Erzeugung von 16.000 kWh überein.

Trotz der immensen Kosten reicht der Speicher mit 40 kWh gerade mal um einen trüben Dezembertag zu überbrücken.

In den Monaten November bis Januar mit marginalen PV-Erträgen sind die Bewohner weiterhin überwiegend auf den konventionellen Strombezug angewiesen.

Das Superhaus ist wohl wie die Energiewende eher als Schildbürgerstreich zu bewerten.

Erläuterung von Bundesminister Peter Ramsauer zum Superhaus: „ Wir wollen den Menschen zeigen, dass eine vollständige erneuerbare Energieversorgung schon heute möglich und alltagstauglich ist“

Klimaterror

16.04.2012, 21:58 Uhr

So ein Schwachsinn! Ein Haus hat nichts mit dem Klima zu tun.
Alles mögliche soll jetzt zur Klimarettung beitragen obwohl das Klima nicht gerettet werden muss, höchstens im Kopf von einigen Ideologen und den Klimakatastophengläubigen.
Jeder normal denkende Journalist sollte diesen Unsinn nicht mitmachen, denn er macht sich lächerlich.

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